Henri René

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Henri René auf dem Hollywood Walk of Fame

Henri René (* 29. Dezember 1906 in New York City als Harald Manfred Kirchstein; † 25. April 1993 in Houston) war ein amerikanischer Jazz- und Unterhaltungsmusiker (Banjo, Gitarre, Klavier, Arrangement, Komposition, Orchesterleitung) und Musikproduzent.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

René, dessen Eltern deutschen bzw. polnischen Ursprungs waren, studierte an der Musikakademie in Berlin, um dann in amerikanischen Tanzorchestern zu arbeiten. 1926 leitete er ein amerikanisches Tanzorchester auf Europatournee und blieb dann in Berlin, wo er an Tonfilm- und Schallplattenaufnahmen, beispielsweise von Arthur Briggs und von Dajos Béla, mitarbeitete, bevor er als Komponist und Arrangeur bekannt wurde.[1] 1934 war er – noch als Harald Kirchstein – mit Willi Stech der Gründer und zunächst die treibende Kraft der Goldenen Sieben. Auch verfasste er die Musik für den Propagandafilm Menschen ohne Vaterland. Trotz überschwänglicher Kritiken in der Presse wurde er wegen seines jüdisch klingenden Namens und weil er keinen „arischen Nachweis“ vorlegen konnte, zu Fall gebracht.[2] 1937 kehrte er in die Vereinigen Staaten zurück, wo er bald Produzent bei Victor Records wurde. 1941 leitete er ein Musette-Orchester, mit dem er zahlreiche Alben einspielte. Nach Ableistung des Wehrdienstes war er ab 1946 wieder für Victor tätig; er begleitete Solisten mit Studiobands und nahm zahlreiche Tonträger mit Jazz-, Easy Listening-, Musical- und Popmusik auf. Unter anderem arbeitete er mit Harry Belafonte (Calypso), Perry Como, Maurice Chevalier, Ella Fitzgerald (Hello Dolly), Eartha Kitt, Connie Francis, Al Hirt oder Dinah Shore. Dann war Henri René an der amerikanischen Westküste der Artists and Repertoire-Manager von Victor. 1959 ließ er sich in San Francisco nieder. Unter anderem komponierte er eine California Suite. Er erhielt einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten]

  • Compulsion to Swing (RCA)
  • Riot in Rhythm (RCA)
  • White Heat (Imperial)
  • The Swinging '59 (Imperial)

Lexikalische Einträge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael H. Kater Gewagtes Spiel. Jazz im Nationalsozialismus. Kiepenheuer und Witsch, Köln 1995, S. 72
  2. Michael H. Kater Gewagtes Spiel. S. 86f.