Hohlspiegel

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Strahlengang in einen Hohlspiegel

Ein Hohlspiegel ist ein konkav gewölbter Spiegel (Konkavspiegel). Praktische Verwendung finden vor allem Hohlspiegel in Form eines Kugelausschnitts („sphärische“ Spiegel) und in Form von Rotationsparaboloiden (siehe auch: Parabolspiegel).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

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Der französische Arzt Pierre Borel, Mitglied der Pariser Académie des sciences, erfand im 17. Jahrhundert den Hohlspiegel. Zum Zwecke der medizinischen Untersuchung und besseren Ausleuchtung von Körperöffnungen konstruierte er einen Hohlspiegel zur Reflexion und Fokussierung des Lichtes auf das zu untersuchende Objekt.

Zwei Hauptvarianten[Bearbeiten]

Parabolspiegel[Bearbeiten]

Hauptartikel: Parabolspiegel

Nur beim Parabolspiegel werden alle Lichtstrahlen, die parallel einfallen, exakt im Brennpunkt gebündelt. Die Parabolform ist aber in der Herstellung etwas aufwendiger als die sphärische Form.

Sphärischer Hohlspiegel[Bearbeiten]

sphärische Form als Abschnitt einer Hohlkugel

Einen Parabolspiegel kann man für geringe Krümmungswinkel durch eine Kugelfläche annähern, und zwar mit einer Genauigkeit, die für viele Anwendungen ausreicht. Ein sphärischer Spiegel ist wesentlich einfacher herzustellen als ein Parabolspiegel, sodass er oft den Vorzug erhält.

Die optische Eigenschaft des Hohlspiegels wird bestimmt durch den Radius der Kugel, deren Wandsegment er darstellt. Stellt man in das Zentrum der Kugel eine (gedachte) punktförmige Lichtquelle, so reflektiert der Spiegel das Licht der Quelle wieder auf diese zurück. Kommen die Lichtstrahlen parallel aus dem Unendlichen, so reflektiert der Spiegel sie zum Fokus (Brennpunkt). Dieser liegt in etwa auf halbem Weg zwischen Zentrum und Spiegel. Die Brennweite eines Hohlspiegels beträgt also die Hälfte seines Kreisradius. Allerdings erfolgt die Vereinigung der Lichtstrahlen wegen der sphärischen Aberration dort nur unvollkommen: Die Lichtstrahlen bilden in der Nähe des Fokus eine Katakaustik genannte Figur. (Das wird dagegen beim Parabolspiegel vermieden.)

Optische Abbildung[Bearbeiten]

Die Betrachtungen werden unter der Annahme angestellt, dass sie in einem Winkelbereich stattfinden, wo sphärischer und Parabolspiegel sich etwa gleich verhalten.

Blickt man innerhalb der Brennweite, also zwischen Spiegel und Brennpunkt, in einen Hohlspiegel, sieht man sich selbst vergrößert, wobei das Bild wie in einem Planspiegel, aufrecht und seitenverkehrt ist. Blickt man von außerhalb des Brennpunktes in einen Hohlspiegel, steht das reflektierte Bild auf dem Kopf. Das durch einen Hohlspiegel erzeugte Bild ist über das Reflexionsgesetz berechenbar (siehe auch: optische Abbildung).

Hohlspiegel werden unter anderem als Hauptspiegel in Spiegelteleskopen, in optischen Spektrometern und Monochromatoren sowie als Rasierspiegel verwendet. Auch die Satellitenschüsseln für den Fernsehempfang oder Radarantennen funktionieren nach demselben Prinzip, allerdings für die dem Licht verwandten Radiowellen.

Strahlengang bei Objekt außerhalb der Brennweite
Strahlengang bei Objekt in der doppelten Brennweite

Strahlengang[Bearbeiten]

Die Konstruktion des Strahlengangs bei einer Abbildung durch einen Hohlspiegel erfolgt ganz ähnlich wie bei einer Sammellinse, nur dass das Bild auf derselben Seite entsteht. Die 1:1-Abbildung bei Positionierung des Objekts in der doppelten Brennweite findet ihre technische Anwendung in Strahlengängen, wo mit schrägem Einfall gearbeitet wird, so dass sich ein gewollter Knick in der Lichtführung ergibt, ohne die Bildgröße zu verändern.

Sonstiges; Trivia[Bearbeiten]

In der Zeitschrift „Der Spiegel“ gibt es auf der vorletzten Seite eine Spalte namens „Hohlspiegel“. Dort werden lustige, kuriose bzw. unfreiwillig komische Zeitungsausschnitte, Zeitungsüberschriften, Annoncen, Ausschnitte aus Gebrauchsanleitungen u. ä. zitiert.[1][2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hohlspiegel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe auch das Buch Hohlspiegel - Die besten Fundstücke. Heyne-Verlag, München 2010, ISBN 978-3-453-60164-2.
  2. Best of Hohlspiegel 2008.