Hokitika

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Hokitika
Hokitika (Neuseeland)
Hokitika
Koordinaten 42° 43′ S, 170° 58′ O-42.716666666667170.96666666667Koordinaten: 42° 43′ S, 170° 58′ O
Einwohner 3.078 (2006)
Region West Coast
Distrikt Westland

Hokitika ist eine Gemeinde an der Westküste der neuseeländischen Südinsel. Während der Volkszählung im Jahr 2006 hatte der Ort 3078 Einwohner (hinzu kamen etwa 1400 Einwohner im Umfeld).[1] Hokitika befindet sich in der Region West Coast und ist Verwaltungssitz des Westland-Distrikts. Das Städtchen liegt etwa 40 Kilometer südlich von Greymouth nahe der Mündung des Hokitika Rivers.

Geographie[Bearbeiten]

Das Städtchen Hokitika befindet sich im äußersten Norden des Westland-Distrikts auf der Südinsel des Pazifikstaates. Wie beinahe die gesamte Westküste dieser Insel ist auch die Gegend um Hokitika extrem abgeschottet von den restlichen Landesteilen. Diese besondere Situation ergibt sich dadurch, dass das Gebiet im Westen von der Tasmansee und unmittelbaren Osten von den Neuseeländischen Alpen begrenzt wird. In südlicher Richtung ist die Region eher dünn besiedelt, allein in nördlicher Richtung befinden sich weitere größere Ortschaften, von denen die Hauptstadt der Westküsten-Region, Greymouth, die bedeutendste ist. Hokitika selbst grenzt direkt an die Tasmansee. Etwa acht Kilometer weiter nördlich mündet der Arahura River in das angrenzende Meer. Südlich von Hokitika schließen sich zwei kleine Seen an: Während sich der von schneebedeckten Gipfeln umgebene Lake Kaniere vornehmlich zum Baden aber auch zum Wasserskifahren eignet, wird auf dem angrenzenden Lake Mahinapua auch Segelsport betrieben.

Aufgrund der eingeengten Lage westlich der Neuseeländischen Alpen zeichnet sich das Klima von Hokitika durch einen − sogar für neuseeländische Verhältnisse − hohen Jahresniederschlag von durchschnittlich 2764 Millimetern aus. Neben der charakteristischen Lage ist diese Tatsache auf die Roaring Forties (deutsch: Brüllenden Vierziger), einer starken Westwindzone auf Höhe des 40° südlicher Breite, zurückzuführen. Während der Oktober mit durchschnittlich 277 mm an etwa 17 Regentagen der niederschlagsreichste Monat ist, fallen im Juni durchschnittlich nur 203 mm an Niederschlägen, insgesamt verteilt sich der Regen jedoch relativ gleichmäßig auf alle Monate. Die höchsten Temperaturen werden meist im Februar erreicht; die Durchschnittstemperatur beträgt in diesem Monat 15,1 °C, während sie im Juli nur bei 6,9 °C liegt.

Hokitika
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
250
 
20
12
 
 
172
 
20
12
 
 
217
 
19
11
 
 
249
 
17
8
 
 
245
 
14
6
 
 
233
 
12
4
 
 
232
 
12
3
 
 
224
 
13
4
 
 
250
 
14
6
 
 
286
 
15
8
 
 
240
 
17
9
 
 
278
 
18
11
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: MetService
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Hokitika
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 19,6 20,1 18,9 16,7 14,2 12,4 12,1 12,6 14,0 15,1 16,6 18,2 Ø 15,9
Min. Temperatur (°C) 11,7 11,9 10,5 8,3 5,9 3,8 3,0 3,9 5,7 7,5 8,7 10,6 Ø 7,6
Niederschlag (mm) 249,8 172,0 217,4 248,7 244,6 232,5 232,4 223,8 250,1 285,6 240,0 277,8 Σ 2.874,7
Regentage (d) 10,6 11,5 12,3 13,4 14,9 15,0 12,5 14,7 17,9 17,3 14,9 16,8 Σ 171,8
T
e
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r
a
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19,6
11,7
20,1
11,9
18,9
10,5
16,7
8,3
14,2
5,9
12,4
3,8
12,1
3,0
12,6
3,9
14,0
5,7
15,1
7,5
16,6
8,7
18,2
10,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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249,8
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217,4
248,7
244,6
232,5
232,4
223,8
250,1
285,6
240,0
277,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: MetService

Geschichte[Bearbeiten]

Hokitika um das Jahr 1870

Die Geschichte der Gemeinde Hokitika ist noch relativ jung: Die Ortschaft wurde im Jahr 1864 als Goldgräbersiedlung gegründet und stellte eines der Zentren des Goldrausches in Westland dar. Ärger gab es mit der großen Nachbarstadt östlich der Neuseeländischen Alpen, da das meiste abgebaute Gold direkt vom Hafen von Hokitika nach Melbourne verschifft wurde und meist kein Umweg über das Gebirge nach Christchurch gemacht wurde. Zwei Jahre nach seiner Gründung im Jahr 1866 zählte Hokitika mit über 6000 Einwohnern zu den größten Siedlungen im damaligen Neuseeland und fungierte seit 1873 sogar als Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Westland, bis diese Form der Verwaltungsgliederung im Jahr 1876 abgeschafft wurde. Damit erfuhr das Städtchen einen herben Bedeutungsverlust und damit einhergehend einen stetigen Bevölkerungsschwund.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Hauptstraße von Hokitika

Die wichtigsten Wirtschaftszweige waren über Jahrzehnte hinweg die Verarbeitung von Pounamu (englisch: Greenstone), einer besonderen Art Jade sowie Forstwirtschaft und der Bergbau, wobei vornehmlich Kohle und Gold abgebaut wurden. Das ganze letzte Jahrhundert über verloren diese Wirtschaftszweige aber weitgehend an Bedeutung, was die negative Bevölkerungsbilanz der letzten Jahre erklärt. In den letzten Jahren jedoch gewinnt die Ortschaft wieder an Bedeutung, weil sie sich zu einem wichtigen Stopp für Touristen in der Westküsten-Region entwickelt hat. Dabei ist die Ortschaft vor allem bei Ökotouristen beliebt. Außerdem bildet die Milchwirtschaft einen wichtigen Wirtschaftszweig der Gemeinde. Dabei hat die Westland Milk Products eine Monopolstellung inne. Der Einzugsbereich dieser Molkerei, die den Großteil ihrer Produktion exportiert, erstreckt sich über beinahe die gesamte nördliche Westküste.

Infrastruktur[Bearbeiten]

An der infrastrukturell relativ schlecht erschlossenen Westküste der neuseeländischen Südinsel gelegen ist Hokitika vergleichsweise gut an das nationale Straßen- sowie Bahnnetz angebunden. So führt der State Highway 6 in Nord-Süd-Richtung direkt durch die Ortschaft, der in die Gegend um den Haast Pass und dem Te Wahipounamu-Weltnaturerbe der UNESCO im südlichen Westland führt. In den 1890er Jahren wurde der Hokitika Branch, eine Eisenbahn-Nebenstrecke der Midland Line von Greymouth aus nach Hokitika, eingeweiht. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Strecke ausgebaut und verlängert. Im Jahr 1967 wurde der Personenverkehr eingestellt. Seitdem wird die Bahnstrecke nur noch für den Güterverkehr genutzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics New Zealand, Hokitika

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hokitika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien