Homogenität

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Dieser Artikel behandelt Homogenität im naturwissenschaftlichen Zusammenhang; zu mathematischen und anderen Bedeutungen siehe Homogenität (Begriffsklärung).
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Homogenität (griech.: homo- von (ὁμοῖος/ὅμοιος) homoios gleich; -gen beschaffen, von (γίγνομαι) gígnomai entstehen; homogenos: von gleich entstandener, also gleicher Beschaffenheit) bezeichnet die Gleichheit einer physikalischen Eigenschaft über die gesamte Ausdehnung eines Systems oder auch die Gleichartigkeit von Elementen eines Systems. Der Begriff besitzt einen weiten Anwendungsbereich und kann im Einzelnen unterschiedliche Bedeutungen enthalten.

Gegensätze zur Homogenität[Bearbeiten]

Homogen, heterogen, inhomogen

Was nicht homogen ist, wird inhomogen oder aber heterogen genannt.

Zwischen diesen beiden Begriffen ist meist zu unterscheiden, der Wortgebrauch ist etwas schwankend.

  • Ein Körper aus einheitlichem Material, aber mit von Ort zu Ort schwankender Dichte wird beispielsweise als inhomogen bezeichnet.
  • Heterogen ist dagegen ein Körper aus makroskopisch verschiedenartigen Bestandteilen, etwa eine Betonplatte mit Stahlbewehrung.

In der Abbildung sind von links nach rechts die Unterschiede von Homogenität, Heterogenität und Inhomogenität bildlich dargestellt.

Physik[Bearbeiten]

In der Physik ist Materie, atomar betrachtet, grundsätzlich nicht homogen, da die Bausteine der Materie keine gleichmäßige Raumfüllung aufweisen. Schon im Atom selbst ist die Masse- und Ladungsverteilung nicht homogen, da sie sich ungleich auf den Atomkern und die Atomhülle verteilt. Wenn die Atome oder Moleküle jedoch annähernd gleichmäßig (nicht notwendigerweise mit der Regelmäßigkeit eines Kristallgitters, aber ohne makroskopische Schwankungen von Ort zu Ort) verteilt sind, ist die Materie aus praktischer Sicht homogen. Auch Felder sind entweder homogen oder inhomogen.

Ein physikalisches Feld, z. B. ein Magnetfeld, heißt homogen, wenn die Feldstärke an jedem Ort gleich ist, sonst inhomogen.

Abhängigkeit vom Größenmaßstab[Bearbeiten]

Ein Beispiel für Materie, die auf mikroskopischer Ebene heterogen ist, makroskopisch betrachtet dagegen homogen erscheint, ist Milch. Mikroskopisch sind in der Milch Bereiche zu unterscheiden, die Fett enthalten, sowie solche, die Wasser enthalten. Und obwohl beide sich nicht vermischen können, sind beide Bereiche so klein, dass sie makroskopisch betrachtet homogen verteilt erscheinen. Gleichwohl kann es in solchen Gemischen passieren, dass sich ihre Anteile mit der Zeit trennen und im Fall der Milch diese auch makroskopisch nicht mehr homogen erscheint, da ihre wässrigen Bereiche sich klar von ihren fettreichen Bereichen (Sahne) unterscheiden. Um diese Entmischung bzw. Separation zu verhindern, kann man z.B. mit Hilfe des Homogenisierens für eine auch nach längerer Zeit noch gleichmäßige Verteilung von Fett und Wasser sorgen.

In der Chemie sind homogene Stoffe entweder Reinstoffe oder homogene Gemische, die man auch Lösungen nennt.

Bedeutung homogener Stoffe[Bearbeiten]

Die Gewinnung hinreichend homogener Ausgangsmaterialien und/oder Zwischenprodukte für die Industrie, z.B bei der Herstellung der diversen Halbleiterkomponenten der modernen Elektronik- und Computerindustrie, gehört zu den Schlüsselproblemen der wissenschaftlich-technischen Entwicklung. Sie erfordert (vor allem bei der Gewinnung von Reinststoffen und/oder der Verringerung ihrer Fehlertoleranzen) oft hohen Aufwand.

Folgen der chemischen Homogenität[Bearbeiten]

Homogene Materie hat überall die gleiche Dichte und Zusammensetzung. Wenn in einem großen Behälter mit einem homogenen Stoff, z. B. mit einem Gas, an einer Stelle eine Teilmenge V1 eingeschlossen wird, so enthält diese dieselbe Stoffmenge wie eine Teilmenge mit demselben Volumen V1 an anderer Stelle. Teilt man die gesamte Stoffmenge auf zwei gleich große Volumina auf, so enthalten sie die jeweils gleich große Stoffmenge (in diesem Fall jeweils die Hälfte der ursprünglichen). Daraus folgt:

Die Stoffmenge ist für homogene Substanzen bei gleich bleibendem Druck und gleich bleibender Temperatur proportional zum Volumen, oder umgekehrt:

Das Volumen homogener Substanzen ist bei gleich bleibendem Druck p und gleich bleibender Temperatur T proportional zur Stoffmenge.

Für T = const und p = const gilt also:

V \sim n \qquad \qquad {V \over n} = \mbox{const} \qquad \qquad {V_1 \over n_1}= {V_2 \over n_2}.

Diese Gesetze gelten für alle homogenen Stoffe, solange Temperatur und Druck unverändert bleiben, einschließlich für ideale Gase, für die die Ideale Gasgleichung gilt. Der Quotient \tfrac{V}{n} = V_m heißt Molvolumen, der Quotient \tfrac{n}{V} = c ist die Konzentration. Die genannten Beziehungen sind auch die Grundlage der Volumetrie.

Für homogene Substanzen gelten auch die Beziehungen

V \sim m \qquad \qquad {m \over V} = \rho,

siehe Dichte.

Literatur[Bearbeiten]

Brockhaus Enzyklopädie, 19. Auflage, Mannheim 1988

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: homogen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen