Honorar

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Das Honorar ist die direkte Vergütung von Leistungen. Honorare können fest vereinbart oder erfolgsbezogen sein. Sie können auch einen Ersatz von Provisionen für besondere Leistungen darstellen. Die Zahlung erfolgt über die Honorarnote.

Grundlagen[Bearbeiten]

Honorar zahlt man besonders bei Leistungen Freier Berufe, beispielsweise von Künstlern, Autoren (auch Journalisten), Anwälten,[1] Ärzten, Zahnärzten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Zivilingenieure und Architekten,[2] und einigen Dozenten. Aber auch von Parlamentariern, Finanzberatern, Rednern, oder anderen Beratern, die nicht freiberuflich sind. Auch in Bildungseinrichtungen sind zu einem großen Teil Honorarkräfte im Einsatz. Bei Schauspielern, Musikern und Fotomodellen heißt das Honorar auch Gage.

Das Wort kommt ursprünglich aus dem Lateinischen von honorarium (Ehrengeschenk) und leitet sich von „honor, honoris“ (Ehre) ab. Rechtsberater erhielten im alten Rom keinen Lohn; denn Rechtsrat wurde von angesehenen und wohlhabenden Männern zumeist senatorischen Rangs erteilt, die jede Lohnarbeit als standeswidrig ansahen. Der Rechtsberater erhoffte sich von seiner Tätigkeit vielmehr eine Steigerung seiner sozialen Geltung und damit eine erfolgreiche politische Laufbahn. Mit der Unentgeltlichkeit der Rechtsberatung war es aber vereinbar, ein „honorarium“, d. h. eine Ehrengabe, als Geschenk anzunehmen. Das Honorar wurde später derart üblich, dass es als geschuldete Gegenleistung sogar eingeklagt werden konnte.

Abgrenzung:

  • Gehalt ist die Vergütung eines Angestellten, Lohn die eines Arbeiters, rechtlich spricht man nur noch von (arbeits-)Entgelt.
  • Leistungsorientierte Vergütung ist der variable Anteil des Entgeltes eines Beschäftigten.
  • Im Studiosystem von Hollywood erhielten Filmkünstler in der Regel keine Gagen, sondern bezogen ihre Vergütung aus langfristigen Studioverträgen.

Arten und Festlegung des Honorars[Bearbeiten]

Die Höhe eines Honorars kann bestimmten, z. B. staatlichen Regelungen (z. B. bezüglich der abrechenbaren Leistungen, Vergütungshöhe o. ä.) unterliegen In anderen Branchen kann das Honorar aber auch prekäre Beschäftigungsverhältnisse begründen.[3]

Als Ausfallhonorar bezeichnet man die Vergütung eines Freiberuflers, der seine Leistung erbracht hat – ohne dass diese auch verwendet wird (z. B. bei Gebrauchsgrafikern, Sprechern). Gängig sind Ausfallhonorare in Höhe von 50 % des ursprünglich vereinbarten Honorars. Augenscheinlich entbehrt diese Praxis jeglicher rechtlicher Grundlage, denn das volle Honorar wird fällig, wenn das bestellte Werk bzw. die Dienstleistung ordnungsgemäß geliefert wurde – jedoch ist hierbei vor allem auf den individuell geschlossenen Vertrag oder auch gewohnheitsrechtliche Grundsätze abzustellen. Das Veröffentlichungs- bzw. Verwendungsrisiko liegt hingegen einzig und allein beim Verwerter. Bei Künstlerberufen spricht man auch von Gagengeheimnis.

Gegen das Risiko eines Honorarausfalls (z. B. wegen Krankheit) schützt eine Honorarausfallversicherung. Dabei handelt es sich um eine Versicherung für Selbstständige, von deren Schlüsselfunktion der Betriebsablauf in hohem Maße abhängt und die ihr Einkommen direkt aus ihrer unternehmerischen Tätigkeit erzielen. Sie sichert entgangene Gewinne und fortlaufende Betriebskosten ab, falls es infolge von Krankheit oder Unfall zur Betriebsunterbrechung kommt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Honorar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In Deutschland gilt für diese ebenso eine Gebührenordnung
  2. In Deutschland gilt die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), die jeweils gesetzlich vom Bundestag durch Beschluss festgelegt wird. Diese Regelung für den Berufsstand der Architekten und Ingenieure gibt es nur in Deutschland. In allen anderen Ländern unterliegt die Vereinbarung des Honorars dem Privatrecht.
  3. Bundesministeriums für Bildung und Forschung: Berufliche und Soziale Lage Von Lehrenden In Weiterbildungseinrichtungen. ebook
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