Infrabel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Infrabel
Logo
Rechtsform öffentlich-rechtliche Aktiengesellschaft[1]
ISIN BE6265084481
Gründung 2005
Sitz Brüssel
Mitarbeiter 12.750[2]
Umsatz 1,405 Mrd. Euro (2013)[3]
Branche Eisenbahninfrastruktur
Website http://www.infrabel.be/
Stand: 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014
Transporter mit altem Infrabel-Logo
Von Infrabel betreutes belgisches Schienennetz

Infrabel ist das 2005 aus der Privatisierung der in Eisenbahn in Belgien hervorgegangene Infrastrukturunternehmen. Es ist ein Teil der NMBS/SNCB-Gruppe und hat etwa 12.750 Mitarbeiter. Seine Aufgaben beinhalten die Instandhaltung sowie den Ausbau des belgischen Schienennetzes, die Vergabe und Abrechnung von Fahrplantrassen sowie die Koordination des belgischen Zugverkehrs.[4]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Infrabel ist in verschiedene Direktionen unterteilt, die sich mit unterschiedlichen Aufgaben befassen. Die Direktion Infrastruktur mit 7600 Mitarbeitern ist für die Wartung und Modernisierung der Infrastruktur zuständig. Dabei umfasst ihr Tätigkeitsbereich gleichzeitig die Planung von neuen Infrastrukturprojekten dem Bau von Brücken und die Instandhaltung des Bestandnetzes beispielsweise mit Bahndienstfahrzeugen. Die Direktion Netzwerk regelt den Zugverkehr über Stellwerke; während die Direktion Zugang zum Netz die Fahrplantrassen vergibt und verwaltet, für die Sicherheit auf den Bahnstrecken zuständig ist und große Infrastrukturprojekte wie das Diabolo-Projekt plant.[4]

Infrabel generiert Umsatz überwiegend durch Trassenpreise und öffentliche Zuschüsse. Für das Geschäftsjahr 2013 ist ein EBITDA von 29,36 Mio. Euro und ein Gewinn vor Steuern von 7,19 Mio. Euro ausgewiesen.[3]

Tätigkeit[Bearbeiten]

Große Infrastrukturprojekte von Infrabel sind das Hochgeschwindigkeitsnetz, bestehend aus den Schnellfahrstrecken HSL 1, HSL 2, HSL 3 und HSL 4, die Anbindung des Flughafens Brüssel mit dem Diabolo-Projekt, der Aufbau eines RER-Netzes in Brüssel und Eisenbahnprojekte in den belgischen Häfen, unter anderem im Hafen von Antwerpen und im Hafen von Zeebrugge.[5]

Infrabel zertifiziert nach der Liberalisierung des Schienengüterverkehrs Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) für das belgische Eisenbahnnetz und vergibt die Netzkapazitäten. Bisher haben 13 EVU Sicherheitszertifikate, teilweise jedoch nur für bestimmte Strecken, erhalten, darunter Crossrail Benelux, DB Schenker Rail Nederland, Euro Cargo Rail, SNCF Fret und PKP Cargo.[6]

Infrabel ist für die Sicherheit des Zugverkehrs in Belgien verantwortlich. Dazu gehört die Signalisierung von Bahnstrecken und die Ausstattung von Zügen und Strecken mit Leit- und Sicherungstechnik wie TBL und ETCS. Infrabel steuert den belgischen Zugverkehr aus 229 Stellwerken über fast 11.000 Signale.[1] Weiter Aufgaben sind die Sicherung von Bahnübergängen und die Sensibilisierung der Bevölkerung.[2] Zu diesem Zweck hat Infrabel zahlreiche Videoclips veröffentlicht, die mit abschreckenden Bildern von der unbefugten Querung von Gleisen an Bahnhöfen und Bahnübergängen abhalten sollen.

Im belgischen Netz vorkommende Verspätungen werden von Infrabel gemessen, registriert und archiviert. Hierzu wird die tatsächliche Ankunftszeit an der Endstation mit der fahrplanmäßigen Ankunftszeit verglichen. Um auch Verspätungen an Unterwegshalten registrieren zu können, wurden 2008 95 strategische Messstellen errichtet. Ein Zug gilt als unpünktlich, wenn er eine Verspätung von sechs Minuten oder mehr hat. Infrabel veröffentlicht monatliche Verspätungsstatistiken, aus denen sich die allgemeine Verspätungsrate, aber auch spezifische Daten wie die Art des Zuges, Strecke, Ursache oder verpasste Anschlusszüge ablesen lassen. Zudem wird für jede Verspätung ein Verantwortlicher bestimmt: Dieser kann Infrabel selbst, das zuständige EVU oder ein Dritter sein.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wer wir sind auf infrabel.be, abgerufen am 10. Juni 2014.
  2. a b Sicherheit auf infrabel.be, abgerufen am 10. Juni 2014.
  3. a b Annual Financial Statements 2013 auf annualreport-infrabel.be (englisch), abgerufen am 10. Juni 2014.
  4. a b Organisation auf infrabel.be, abgerufen am 10. Juni 2014.
  5. Mobilitätsprojekte auf infrabel.be, abgerufen am 10. Juni 2014.
  6. Unsere Kunden auf infrabel.de, abgerufen am 10. Juni 2014.
  7. Pünktlichkeitsmessungen auf infrabel.be, abgerufen am 10. Juni 2014.