International Gay and Lesbian Human Rights Commission

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Die International Gay and Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich den Menschenrechten schwuler, lesbischer, bisexuell, transgender, intersexueller Personen sowie von HIV bzw. Aids betroffenen Personen widmet.

Organisation[Bearbeiten]

Die IGLHRC wurde 1990 von russischen und US-amerikanischen Aktivisten gegründet und ist seit 1991 eine in den USA eingetragene Non-Profit-Organisation. Ihr Sitz befindet sich in New York City und weitere Büros existieren in San Francisco, wo das „Asylum Documentation Program“ läuft und in Buenos Aires für Lateinamerika und die Karibik.

Die Hauptarbeit besteht in der weltweiten Beobachtung und Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen gegen LGBT-Personen, durch HIV betroffene Personen und jenen, welche wegen ihrer sexuellen Identität oder ihres Sexualverhaltens mit Personen, die alt genug sind über sich selbst zu bestimmen, unterdrückt werden, sowie in der Mobilisierung von Erwiderungen in solchen Fällen. In vielen Fällen arbeitet die IGLHRC hier eng mit Amnesty International zusammen. Ihre Dokumentationen und ihr Quellenmaterial sind unter anderem nützliche Utensilien, um Personen dieser Gruppen bei Asylanträgen zu unterstützen. Das ist auch die einzige wahrgenommene Aufgabe in den sonst recht gut organisierten Ländern Nordamerikas und Westeuropas.

Die finanziellen Mittel von jährlich ca. 1,6 Mio. US-Dollar (2006) kommen ungefähr zu einem Drittel von Einzelpersonen und zu zwei Drittel von wohltätigen Stiftungen. So manche tatkräftige Unterstützer der IGLHRC arbeiten haupt- oder freiberuflich für Amnesty International, ILGA, Human Rights Campaign und in vielen staatlichen Vertretungen.

Seit Juli 2010 hat die IGLHRC den Beraterstatus im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee zu dieser Organisation entstand, als Julie Dorf, welche auch die erste „Executive Director“ war, wissenschaftliche Untersuchungen in der UdSSR betrieb und Männer interviewte, welche nach dem damaligen § 121 verurteilt wurden. Die ersten Aktionen der neu gegründeten Organisation waren die schließlich erfolgreiche Lobbyarbeit bei Amnesty International, die Grundlage für ihr Eintreten für Gewissengefangene auch auf die sexuelle Orientierung auszuweiten und ein International Gay and Lesbian Symposium and Film Festival in Moskau zu veranstalten. Im Laufe der Jahre wurde die Arbeit auf immer weitere Bereiche der Welt ausgedehnt.

Felipa de Souza Award[Bearbeiten]

Der Felipa de Souza Award, welcher seit 1994 fast jährlich an Einzelpersonen oder Organisationen vergeben wird, würdigt die Courage und den Aktivismus von nationalen Basisorganisationen und Einzelpersonen, welche sich für fundamentale Menschenrechte aller Leute einsetzen. Manchmal hilft diese internationale Auszeichnung auch die Situation der Betroffenen erträglicher zu machen.[2]

Felipa de Souza wurde 1591 in Brasilien von der portugiesischen Inquisition verfolgt und gefoltert, weil sie ein sexuelles Verhältnis mit einer anderen Frau hatte.

Preisträger
Jahr Person oder Organisation Staat
1994 Juan Pablo Ordonez
ABIGALE
Lepa Mladjenovic
Kolumbien
Südafrika
Serbien
1995 The Tasmanian Gay and Lesbian Human Rights Group (TGLRG)
Anjaree
Luiz Mott
Australien
Thailand
Brasilien
1996 Keine Präsentation
1997 Demet Demir
Genc Xhelaj
The Sister Namibia Collective
Wilfredo Valencia Palacios (ehrenvolle Nennung)
Türkei
Albanien
Namibia
El Salvador
1998 Circulo Cultural Gay (CCG)
Dr. Tal Jarus-Hakak
Dede Oetomo
Nancy Cardenas (1934–1994, posthum)
Carlos Jauregui (1958–1996, posthum)
Mexiko
Israel
Indonesien
Mexiko
Argentinien
1999 Aung Myo Min
Prudence Mabele
Kiri Kiri und Chingu Sai
Simon Nkoli (1957–1998, posthum)
Burma
Südafrika
Südkorea
Südafrika
2000 Dejan Nebrigic (1970–1999, posthum)
Ditshwanelo – The Botswana Center for Human Rights
Intersex Society of North America (ISNA)
William Hernandez
Serbien
Botswana
USA
El Salvador
2001 Companions on a Journey and Women’s Support Group
Jamaica Forum for Lesbians, All-Sexuals and Gays
Luis Gauthier (1950–2000, posthum)
Sri Lanka
Jamaika
Chile
2002 Elizabeth Calvet (posthum)
Marta Lucia Alvarez Giraldo,
Marta Lucia Tamayo Rincon und
Alba Nelly Montoya
Cui Zi En
Maher Sabry
Brasilien


Kolumbien
China
Ägypten

2003 Lohana Berkins Argentinien
2004 The Gender/Sexuality Rights Association of Taiwan (G/STRAT) Taiwan
2005 Gay and Lesbians of Zimbabwe (GALZ) Simbabwe
2006 Rauda Morcos, ASWAT, Palästinensischer Aktivist aus Haifa Israel
2007 Blue Diamond Society Nepal

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. AP: US gay rights group gets UN accreditation, 365gay.com, 19. Juli 2010
  2. Koray Yılmaz-Günay: Ich verlor 60 Prozent meiner Freundinnen, bevor sie 30 wurden (Version vom 10. Dezember 2006 im Internet Archive), Erschienen in Gigi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation Nr. 41, Januar/Februar 2006, S. 12–14.
    Demet Demir: „Erst als ich 1997 den Felipa de Souza Award bekam, lockerten sich die Bedingungen etwas.“