Muslim World League

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Die Muslim World League oder Islamische Weltliga (arabisch ‏رابطة العالم الإسلامي‎, DMG Rābiṭat al-ʿālam al-islāmī) ist eine internationale islamische Nichtregierungsorganisation aus Saudi-Arabien. Sie wurde 1962 von islamischen Gelehrten aus 22 Ländern in Mekka gegründet. Sie sieht sich als kulturelle und religiöse Vertretung der islamischen Völker.

Zur Islamischen Weltliga gehören die „Islamische Hilfsorganisation“, der „Islamische Rechtsrat“ sowie der „Rat für Moscheebauten“. Sie wird vom Königreich Saudi-Arabien finanziert; nach einer Schätzung [1] mit ca. 90 Milliarden Dollar seit Mitte der 1970er Jahre, nach Grundmann [2] flossen in die internationalen Aktivitäten sogar 48 Milliarden Dollar von 1975 bis 1987 und 70 Milliarden Dollar zwischen 1988 und 2002. Der Generalsekretär muss Saudi-Araber sein, zurzeit ist es Abdullah Al-Turki. Deshalb wird auch von einer regierungsgesteuerten Nichtregierungsorganisation (GONGO, Government-operated Non-governmental organization) [3] gesprochen. [4]

Laut der deutschen Zeitung Die Zeit versucht die islamische Weltliga mit Milliardenbeträgen, "andere Muslime mit dem "wahren Islam" zu erleuchten. […] Über Organisationen wie die Islamische Weltliga finanziert die saudische Regierung weltweit Schulen und Moscheen, an denen der wahhabitische Islam gelehrt wird."[5] In Nord-Nigeria gründete mit Unterstützung der Weltliga der Gelehrte Abu Bakar Gumi 1978 seine „Gesellschaft zur Beseitigung der Ketzerei und Aufrichtung der Sunna“ (Ǧamāʿat Izālat al-bidʿa wa-iqāmat as-sunna, Hausa: Yan Izala).[6]

Im April 1974 hat die Islamische Weltliga eine Fatwa herausgebracht, wonach die Ahmadiyya aus der islamischen Gemeinschaft auszuschließen sei. [7] Von 1979 bis 1982 erörterte und schließlich 1983 verdammte sie Muammar al-Gaddafis Islambild als „Unglauben“. Allerdings stimmte die Organisation 1985 im Grundsatz zur al-Azhar-Auffassung von der teilweisen Wiederöffnung des Tors zum Idschtihād zu.[8]

Inhaltsverzeichnis

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Grundmann: Islamische Internationalisten. Strukturen und Aktivitäten der Muslimbruderschaft und der islamischen Weltliga. Reichert Verlag, Wiesbaden, 2005, ISBN 3-89500-447-2 (Rezension von I. Küpeli)
  • Reinhard Schulze: Islamischer Internationalismus. Untersuchungen zur Geschichte der islamischen Weltliga. Leiden 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saudi Government Propaganda in the United States: Avowed Ally or Secret Enemy? CIA Direktor R. James Woolsey beim American Enterprise Institute, February 16, 2005 laut „The World Muslim League: Agent of Wahhabi Propagation in Europe?“ By Evgenii Novikov, Terrorism Monitor der Jamestown Foundation Volume 3, Issue 9 (May 06, 2005)
  2. Grundmann laut Weltweit vernetzter politischer Islam: Muslimbrüder und islamische Weltliga B. Schmalenberger, sicherheit-heute, 22. Juni 2006
  3. What Is a Gongo? By Moisés Naím, Foreign Policy May/June 2007
  4. Saudi Arabia's Dubious Denials of Involvement in International Terrorism Dore Gold, Research Institute for European and American Studies (RIEAS), 4. Oktober 2003
  5. Das Land der reinen Lehre, Die Zeit, 40/2002
  6. Vgl. Roman Loimeier: Islamic Reform and Political Change in Northern Nigeria. Evanston 1997. S. 148.
  7. Fatwas and Statements of Islamic Scholars about Ahmadiyya
  8. Günter Kettermann: Atlas zur Geschichte des Islam, Seite 167. Darmstadt 2001