Jürg Schubiger

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Jürg Schubiger erhält den Preis für Literatur der Hintermeister-Stiftung in Zollikon

Jürg Schubiger (* 14. Oktober 1936 in Zürich) ist ein Schweizer Schriftsteller und Psychotherapeut. Besonders bekannt ist er für seine Kinderbücher.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Jürg Schubiger ist als Sohn eines Zürcher Verlegers in Winterthur aufgewachsen. Nach verschiedensten beruflichen Anläufen und Abbrüchen und längeren Aufenthalten in Südeuropa absolvierte er in Zürich ein Studium der Germanistik, Psychologie und Philosophie, das er 1969 mit der Promotion abschloss. Es folgten zehn Jahre Tätigkeit im pädagogischen Verlag seines Vaters. Ab 1979 arbeitete er vorwiegend als Psychologe in eigener Praxis – teilweise zusammen mit seiner zweiten Frau Renate Bänninger Schubiger. Das Schreiben ist später zu seinem Hauptberuf geworden. Jürg Schubiger wohnt in Zürich. Er ist Vater von zwei Söhnen, Grossvater von sieben Enkelkindern und Urgrossvater einer Urenkelin.

[Bearbeiten] Literarisches Schaffen

Schubigers Geschichten für Kinder sind in ihrer Erzählform klassischen Märchen vergleichbar, viele sind Fabeln mit Tieren oder auch Gegenständen. Sie zeichnen sich jedoch durch einen sehr freien Umgang mit Wirklichkeit und Wahrnehmung aus und haben oft magische oder mythische Anteile. Feststehende Tatsachen werden phantasievoll hinterfragt, Verhältnisse auf den Kopf gestellt. Sonderbare Ideen werden zu überraschenden Ergebnissen weitergesponnen. Schubiger selbst sagt: „Ich erzähle aus der Kindlichkeit des Erwachsenen.“ Erzählt wird etwa von einem ewig wachsenden Baum mit riesigen Äpfeln, Vögeln die zählen können, einer wandernden Stadt, dem dicksten Kleid der Welt, das einen ganzen Haushalt beherbergt oder von einem Mädchen, das den Tod durch das Stellen kniffliger Rechenaufgaben von Tag zu Tag davon abhält, sie mit sich zu nehmen. Dazu kommt eine Reihe von „Anfangsgeschichten“, in denen, frei von jeder religiösen Überlieferung, neue Schöpfungsmythen erfunden werden.

Stets unterstützte Schubiger eigene Schreibversuche Jugendlicher, so beispielsweise beim Schweizer Schreibwettbewerb Made in Switzerland (1998). Auch seine für Kinder geschriebenen Geschichten selbst waren häufig „nicht einfach Geschichten, (sondern) gleichzeitig Vorschläge zu Geschichten, Anstöße zum eigenen Erzählen“ (Kurt Baumann, 1979).

Für die Geschichtensammlung Die vorgezeigten Dinge (1972) erhielt Schubiger den Förderpreis des Kantons Zürich, nachdem er bereits in den 1950er Jahren erste Erzählungen veröffentlicht hatte: zunächst Barbara (1956) in der Heftreihe des St. Gallener Tschudy-Verlags Der Bogen, 1958 dann Guten Morgen. 1969 erschien Schubigers Dissertation zu Kafkas Erzählung Die Verwandlung innerhalb der Zürcher Beiträge zur deutschen Literatur- und Geistesgeschichte im Atlantis Verlag.

Auf Die vorgezeigten Dinge folgten die „Tag- und Nachtgeschichten“ Dieser Hund heißt Himmel (1978), die der Autor auch für die Deutsche Grammophon las. Zuvor hatte er bereits De Chlaus und de Saalvador für eine Kinderplatte erzählt. Weitere Kinder- und Jugendbücher (etwa Wo ist das Meer?, 2000), sowie Schallplatten und Tonkassetten folgten. So erzählte er die Geschichten Don Quijotes und Wilhelm Tells für Kinder neu.

1980 schrieb der Autor mit Haus der Nonna über „eine Kindheit im Tessin“ die Lebenserinnerungen seiner ersten Frau nieder. Bei Luchterhand erschien Unerwartet Grün (1983). Mit dem Schriftsteller, Kabarettisten und Liedermacher Franz Hohler schrieb der Erzähler unter anderem die Hin- und Hergeschichten (1986) und gab eine Tonkassette mit „fantastischen Geschichten“ (1985) heraus. 1999 entstand zusammen mit dem bildenden Künstler Erich Sahli der Band Lange Seelen. Mit dem Roman Haller und Helen thematisierte Schubiger 2002 Schwierigkeiten des Alters anhand einer Liebesgeschichte im Alten- und Pflegeheim.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Prosa

  • Barbara. Erzählung. Tschudy, St. Gallen 1956
  • Guten Morgen. Eine Erzählung. Tschudy, St. Gallen 1958
  • Die vorgezeigten Dinge. Geschichten. Zytglogge, Gümligen 1972, ISBN 3-7296-0010-9
  • Haus der Nonna. Eine Kindheit in Tessin (mit Joli Schubiger-Cedraschi). Huber, Frauenfeld 1980; überarbeitete Neuausgabe: Limmat, Zürich 1996, ISBN 3-85791-270-7
  • Unerwartet grün. Luchterhand, Darmstadt 1983, ISBN 3-472-86564-4
  • Hin- und Hergeschichten (mit Franz Hohler). Nagel & Kimche, Zürich 1986, ISBN 3-312-00118-8; Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-596-29258-1
  • Hinterlassene Schuhe. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 1989, ISBN 3-312-00142-0
  • Haller und Helen. Roman. Haymon, Innsbruck 2002, ISBN 3-85218-396-0
  • Das Ausland. Hammer, Wuppertal 2003, ISBN 3-87294-929-2
  • Du stehst in meinen Leben herum. Journal zu zweit (mit Renate Schubiger). Zytglogge, Oberhofen 2004, ISBN 3-7296-0681-6
  • Die kleine Liebe. Roman. Haymon, Innsbruck 2008, ISBN 978-3-85218-558-3

[Bearbeiten] Kinder- und Jugendbücher

[Bearbeiten] Weblinks

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