Struwwelpeter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das literarische Werk von Heinrich Hoffmann. Zum deutschen Kinderfilm aus dem Jahr 1955 siehe Der Struwwelpeter.
Der Struwwelpeter (Version ab 1858)

Struwwelpeter ist der Titel eines Werkes des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1845 und zugleich die Titelfigur des Buches. Das Bilderbuch enthält mehrere Geschichten, in denen Kinder nach (angeblichem) Fehlverhalten drastische Folgen erleiden, die von einem Sturz ins Wasser bis zum Tod reichen.

Der Struwwelpeter gehört zu den erfolgreichsten deutschen Kinderbüchern und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die vielen Adaptionen werden Struwwelpet(e)riaden genannt.[1]

Aus den Geschichten des Struwwelpeters spricht ein autoritärer Erziehungsstil, gegen den sich in jüngerer Zeit auch Kritik richtet.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Struwwelpeter (Zeichnung von Heinrich Hoffmann)
Buchdeckel der Erstausgabe

1844 suchte der Arzt Heinrich Hoffmann nach einem Bilderbuch als Weihnachtsgeschenk für seinen damals dreijährigen Sohn Carl, fand aber nichts, was ihm für ein Kind dieses Alters passend erschien. Über die Ursprünge des Struwwelpeters schrieb Dr. Hoffmann 1871 in der Zeitschrift Die Gartenlaube:

„Gegen Weihnachten des Jahres 1844, als mein ältester Sohn drei Jahre alt war, ging ich in die Stadt, um demselben zum Festgeschenke ein Bilderbuch zu kaufen, wie es der Fassungskraft des kleinen menschlichen Wesens in solchem Alter entsprechend schien. Aber was fand ich? Lange Erzählungen oder alberne Bildersammlungen, moralische Geschichten, die mit ermahnenden Vorschriften begannen und schlossen, wie: ‚Das brave Kind muss wahrhaft sein‘; oder: ‚Brave Kinder müssen sich reinlich halten‘ usw.“

Hoffmann kam schließlich mit einem leeren Schreibheft zurück und beschloss, selbst für seinen Sohn ein Bilderbuch zu schreiben bzw. zu zeichnen. Das Geschenk hatte die erhoffte Wirkung und erzielte schließlich in Hoffmanns Bekanntenkreis großes Aufsehen:

„Das Heft wurde eingebunden und auf den Weihnachtstisch gelegt. Die Wirkung auf den beschenkten Knaben war die erwartete; aber unerwartet war die auf einige erwachsene Freunde, die das Büchlein zu Gesicht bekamen. Von allen Seiten wurde ich aufgefordert, es drucken zu lassen und es zu veröffentlichen. Ich lehnte es anfangs ab; ich hatte nicht im entferntesten daran gedacht, als Kinderschriftsteller und Bilderbüchler aufzutreten.“

Es war schließlich der befreundete Verleger Zacharias Löwenthal (später Carl-Friedrich Loening), der Hoffmann zur Veröffentlichung bewegen konnte. 1845 erschien das Buch zum ersten Mal im Druck unter dem Titel Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3–6 Jahren, aber seit der 4. Auflage (1847) schließlich unter dem Titel Struwwelpeter. Seit 1858 erschien das Buch mit veränderten Darstellungen. Bei der Erstveröffentlichung hatte Hoffmann noch das Pseudonym Reimerich Kinderlieb benutzt.

Inhalt[Bearbeiten]

In dem Buch erzählt Hoffmann Geschichten von Kindern, die nicht brav sind, nicht auf ihre Eltern hören und denen deshalb allerlei grausames Unheil widerfährt: So wird der „bitterböse Friederich“, der Tiere quält, entsprechend bestraft („Da biss der Hund ihn in das Bein, recht tief bis in das Blut hinein“); Paulinchen verbrennt, weil sie mit Streichhölzern spielt; die Kinder, die den Mohren verspotten, werden in ein riesiges Tintenfass gestopft und noch viel schwärzer eingefärbt; der Fliegende Robert wird mit seinem Regenschirm vom Wind auf Nimmerwiedersehen fortgetragen, weil er bei Sturm trotz Verbots aus dem Haus geht; dem Konrad werden vom Schneider die Daumen abgeschnitten, weil er heimlich daran nuckelt. Daneben steht aber auch die Geschichte vom Hasen, der den Jäger mit dessen eigener Flinte aufs Korn nimmt und in seiner Parteinahme für Tiere nahezu modern wirkt.

Namen wie Zappelphilipp, Suppenkaspar oder Hans Guck-in-die-Luft sind in die deutsche Umgangssprache aufgenommen worden. Textpassagen wie „‚Konrad‘ sprach die Frau Mama, ‚ich geh aus und du bleibst da‘“ sind heute ebenfalls Gemeingut.

Struwwelpeter[Bearbeiten]

Die Titelgeschichte ist die kürzeste, Peter mag Schere und Kamm nicht an sich heranlassen: „An den Händen beiden | ließ er sich nicht schneiden | seine Nägel fast ein Jahr. | Kämmen ließ er nicht sein Haar. | … Ein jeder ruft ‚Pfui‘ und ‚garst’ger Struwwelpeter‘“ – und das Bild ist eindrücklich genug, um ins ganze Buch hinein zu locken.

Die Geschichte vom bösen Friederich[Bearbeiten]

„Der Friederich, der Friederich der war ein arger Wüterich!“ Der bitterböse Friederich quält Tiere zum Scherz, bis er an einen großen Hund gerät: „Da biss der Hund ihn in das Bein, | Recht tief, bis in das Blut hinein.“

Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug[Bearbeiten]

Die Eltern der jungen Pauline gehen aus und lassen sie mit den beiden Katzen Minz und Maunz daheim. Als Paulinchen Zündhölzer entdeckt, die ihre Eltern auf dem Tisch liegen gelassen haben, entzündet sie diese. Dabei fängt ihr Haar Feuer, und Paulinchen verbrennt bis auf die Schuhe. Minz und Maunz, die Katzen, fungieren als „Moralapostel“ der Geschichte: „Minz und Maunz, die Katzen | erheben ihre Tatzen | sie drohen mit den Pfoten | ‚Die Mutter hat's verboten!“ Als Paulinchen trotz der Warnungen verbrannt ist, vergießen die Tiere bittere Tränen. Die Zündhölzer aus der Geschichte werden im Titel "Feuerzeug" genannt, da zu jener Zeit der Begriff noch allgemein für Utensilien zum Feuer machen benutzt wurde, also auch für Streichhölzer.

Die Geschichte von den schwarzen Buben[Bearbeiten]

Die Geschichte von den schwarzen Buben

Ein Mohr wird von drei Knaben verspottet, die daraufhin vom „Nikolas“ (eigentlich Nikolaus) zur Strafe in schwarze Tinte getaucht werden: „Nun seht einmal, wie schwarz sie sind, viel schwärzer als das Mohrenkind.“ (Nikolas’ Bild mit Bart veräppelt nebenher den Zaren Nikolaus I. und die damals bekannten Textschwärzungen der russischen Zensur in importierten Büchern.) In der 1859 erschienenen Neuausgabe ersetzte Hoffmann die Arabesken in dieser Geschichte durch Davidsterne, was einen möglichen Hinweis auf eine Forderung nach Toleranz gegenüber Juden darstellen kann.

Die Geschichte vom wilden Jäger[Bearbeiten]

Die Geschichte vom Jäger, der vom Hasen überrumpelt wird und in den Brunnen fällt, spielt nicht im kindlichen Milieu. Es ist keine Geschichte über ein unartiges Kind, sondern über eine „verkehrte Welt“, ein sehr beliebtes Motiv im Volksgut. Hier wird die Autorität, der Jäger, anscheinend straflos verhöhnt und sogar besiegt, der Schwächere, der Hase triumphiert.

Die Geschichte vom Daumenlutscher[Bearbeiten]

Der Daumenlutscher, ein Junge namens Konrad, lutscht stets an seinem Daumen, obwohl es ihm seine Mutter („Frau Mama“) verboten hat. Sie warnt ihn vor dem Schneider, der ihm seine Daumen abschneiden werde, wenn er nicht mit dem Lutschen aufhöre. Doch Konrad hört nicht auf die Warnung. Schließlich kommt der Schneider und schneidet mit einer übertrieben groß gezeichneten Schere (fast so groß wie der Schneider selbst) beide Daumen ab.

Die Geschichte vom Suppen-Kaspar[Bearbeiten]

Der Suppenkaspar

Der Suppenkaspar ist eines der pointiertesten Kapitel des Struwwelpeters. Es erzählt in wenigen Versen die Geschichte eines Jungen, der sich weigert, seine Suppe zu essen und daher innerhalb weniger Tage verhungert.

Auf geschickte Weise verbindet Hoffmann zwei hochaktuelle Themen des frühen 19. Jahrhunderts:

Zum einen nimmt er bahnbrechend die Thematik der bürgerlichen Erziehung auf. Erstmals kommt diese Thematik überhaupt in die Wahrnehmung breiter Bevölkerungsschichten. „Erziehung“ als Charakterbildung des Menschen mit ihrer immanenten Problematik des Formens war bis in das 19. Jahrhundert hinein eine Thematik adeliger Schichten. Aber selbst dort war Erziehung in erster Linie Ausbildung, durch professionelle Erzieher zu besorgen, wenn auch auf eine breite Charakterbildung ausgelegt.

In bürgerlichen Schichten dagegen war bis in das Biedermeier hinein „Erziehung“ in erster Linie Berufsausbildung. Der erste, der in der deutschen Literatur ein eigenständiges bürgerliches Bildungsideal propagierte, war Goethe mit Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795/1796); beeinflusst war er dabei von Rousseaus Émile (1762) und den Idealen einer naturgemäßen Kindererziehung, während Rousseau jedoch selber seine Kinder im Waisenhaus, also einer Institution außerhalb der Familie, aufwachsen ließ.

Mit seinem Suppenkaspar bringt Hoffmann die Erziehungsproblematik des selbsterziehenden Bürgerhauses auf eine unterhaltsame literarische Ebene.

Das zweite Thema, das pointiert verarbeitet wird, ist die plötzliche Möglichkeit einer Verhaltensweise, die mit dem medizinischen Fachbegriff als Anorexia nervosa bezeichnet wird. Erst bedingt durch die landwirtschaftlichen Revolutionen des 19. Jahrhunderts kann das Thema der freiwilligen Essensverweigerung überhaupt Bedeutung gewinnen.

Bis zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert traten Hunger und Hungersnöte regelmäßig auf. Die Verweigerung der Nahrungsaufnahme konnte in diesem Umfeld vielleicht eine absurde Idee sein, niemals jedoch eine reale psychische Verirrung. Der Suppenkaspar ist wahrscheinlich der Literatur erster Anorektiker – und der Freudsche Hintergrund als Erziehungsproblematik wird sogleich mitdiskutiert. Hoffmann, der selbst als leitender Arzt der Frankfurter Anstalt für Irre und Epileptische im Feld der Jugendpsychiatrie arbeitete, hat hier möglicherweise Krankheitsfälle aus der eigenen Praxis verarbeitet.

Es gilt heute als wahrscheinlich, dass die Geschichte vom Suppenkaspar einen realen Hintergrund besitzt: Am Jakobifriedhof in Leoben befand sich bis zur teilweisen Einebnung des Friedhofs beim Ausbau der B 116 im Jahr 1984 das Grab eines im Jahre 1834 verstorbenen neunjährigen Jungen. Das Grab war mit Suppenkaspar beschrieben. Als Todesursache findet sich in den Kirchenbüchern der Eintrag: „Verweigert Nahrungsaufnahme“. Ob Hoffmann jemals selbst auf seinen Reisen das Grab gesehen hat, ist nicht überliefert.

Die Geschichte vom Zappel-Philipp[Bearbeiten]

Der Zappelphilipp. Zeichnung von Heinrich Hoffmann 1844

In der Geschichte geht es um den Jungen Philipp, der am Tisch nicht still sitzen kann und mit dem Stuhl schaukelt und daraufhin mitsamt der Tischdecke und der Mahlzeit auf die Erde fällt – „und die Mutter blicket stumm auf dem ganzen Tisch herum“. In neuerer Zeit wurde die Geschichte teilweise als Beschreibung eines Kindes mit Hyperaktivität empfunden (siehe unten).

Die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft [Bearbeiten]

In der Geschichte ist Hanns Guck-in-die-Luft ein Junge auf dem Weg zur Schule, der mit seinen Gedanken woanders ist (dargestellt dadurch, dass er den Blick zum Himmel gerichtet hat) und deshalb erst einen Hund über den Haufen rennt, anschließend zur Erheiterung der Fische samt Schulmappe ins Wasser fällt. In neuerer Zeit zogen manche Psychologen Parallelen zur Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Die Geschichte vom fliegenden Robert[Bearbeiten]

Der Fliegende Robert hält es bei wildem Wetter nicht in der Stube aus, und der Sturm trägt ihn davon.

Im gewissen Sinne bündelt diese letzte Geschichte poetisch und sachlich die Eigenart des ganzen Buches: (1) Der kindnahe Blick des Autors, der gerne wie sie das besondere Schicksal der Sachen zeichnerisch und textlich im Auge behält (so auch die Mappe des Hanns Guck-in-die-Luft), nimmt den pädagogischen Lehren das Aufdringliche und reizt die Phantasie. Hier ist es das Sonderschicksal des Hutes und der Luftball-Effekt des Schirmes. (2) Seine Erziehungsprobleme müssen nicht die heutigen sein, ihre Lösungen auch nicht – sie sind aber immer realistisch: Vor der Industrialisierung war ‚die Natur‘ für Kinder sehr viel feindseliger; und dass Kinder aus Leichtsinn Gefährliches begehen, weil sie es nicht überschauen, hat sich nicht geändert.

Überlieferung[Bearbeiten]

Das Urmanuskript des Buches „lustige Geschichten und drollige Bilder“, welches den Struwwelpeter enthält, ist im Germanischen Nationalmuseum ausgestellt. Die Universitätsbibliothek Frankfurt besitzt eine große Sammlung zum Struwwelpeter und von Struwwelpeteriaden, u. a. die deutschen Ausgaben des Struwwelpeter-Buches von der 1. Ausgabe 1845 bis heute.[2]

Bezug zu psychiatrischen Krankheitsbildern[Bearbeiten]

In neuerer Zeit wurde der Struwwelpeter von der klinischen Psychologie und der Jugendpsychiatrie entdeckt. Die Beschreibungen des Zappelphillipps und zum Teil auch des Hanns Guck-in-die-Luft werden als volkstümliche Beschreibungen bzw. Symbole für Spielarten der Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS) herangezogen.[3] Dabei zeige der Zappelphillipp eine Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität („Zappeln“), weshalb diese psychische Störung im deutschsprachigen Raum zum Teil als Zappelphilipp-Syndrom bekannt geworden ist. Hanns-Guck-in-die-Luft hingegen wird zum Teil als verträumter Gegentyp gelesen, manchmal auch als Träumerle beschrieben, und vertrete demnach eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität, aber mit deutlich reduzierter Aufmerksamkeit.

Kritik[Bearbeiten]

Die kritische Auseinandersetzung erfolgte unter anderem in literarischen Bearbeitungen, zum Beispiel im 1914 erschienenen Der Struwwelpeter von heute. Ein Bilderbuch für die Großen von Fried Stern.

Laut Karl Ernst Maier kann der Struwwelpeter heute nicht mehr „mit der gleichen Selbstverständlichkeit als Haus- und Erziehungsbuch“ akzeptiert werden, wie das in früheren Generationen geschehen sei. Kritische Einwände richteten sich nicht gegen den Erziehungsanspruch als solchen, sondern gegen die negativen Verhaltensmodelle, die vorgeführt werden, die „repressive Strafpädagogik“ sowie die „autoritär-dogmatische Unbedingtheit“ mit der die ethische Erziehung verfolgt werde.[4]

Der Kinderbuchautor Gerald Jatzek vertritt die These, dass Hoffmann bei dem „Versuch, sich selbst zu heilen, andere verwundete“. [5]

Übersetzungen und Umdichtungen[Bearbeiten]

Produktion der Fernsehsendung Der Struwwelpeter beim WDR in Köln, 1953

Schon bald nach seinem Erscheinen wurde Struwwelpeter in viele Sprachen übersetzt, auch Parodien und ausschmückende oder politisierende Umdichtungen erschienen früh und zahlreich. Die Thematik polarisierte von Anfang an das Lesepublikum und reizte geradezu zu einer kritischen Auseinandersetzung: 1848 kürten die Fliegenden Blätter den unangepassten Langhaarigen zum Revolutionär.

Bis heute sind von dem Buch mehr als 540 Auflagen erschienen, es wurde verfilmt (DDR DEFA 1954), vertont, in sehr viele Sprachen übersetzt und erschien auch in Blindenschrift.

Der Text Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug wurde von der deutschen Rock-Band Rammstein im Song Hilf Mir auf dem Album Rosenrot zu großen Teilen übernommen mit Sänger Till Lindemann als Ich-Erzähler.

Des Weiteren wurde Die Geschichte vom Daumenlutscher von der Berliner Rock-Band Knorkator sowohl in Text als auch in zeichnerischer Form im Song Konrad auf dem Album We Want Mohr und im dazugehörigen Video adaptiert.

Die klassische englische Übersetzung stammt von Mark Twain unter dem Titel Slovenly Peter.

Adaptionen und Parodien (Struwwelpetriaden)[Bearbeiten]

Der politische Struwwelpeter[Bearbeiten]

Unter dem Eindruck der Deutschen Revolution 1848/49 veröffentlichte der Düsseldorfer Maler Henry Ritter 1849 das Werk Der politische Struwwelpeter. Ein Versuch zu Deutschlands Einigung; dem deutschen Michel gewidmet. Nach dem Schema des Original-Struwwelpeters hatte er Bilder und Verse zu politischen Kunstfiguren geschaffen, die aus seiner Sicht der Einigung Deutschlands entgegenstanden.[6]

Die Struwwelsuse[Bearbeiten]

Nach dem Vorbild des Struwwelpeters veröffentlichten 1850 der Erfurter Lehrer Mühlfeld mit Zeichnungen von Heinrich KruspeDie Struwwelsuse, oder Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3-7 Jahren“ (Verlag Friedrich Bartholomäus, Erfurt 1850, 20 Seiten).[7] Es beginnt mit den Versen: "Kommt ihr Leute alle her, sehet diesen Zottelbär, kommt ihr Spatzen, säumet nicht, hackt den Schmutz aus dem Gesicht, Johann, hol den Pferdekamm, streich die Haare glatt und stramm, Liese, bring den Scheuerwisch, scheuere Händ und Füße frisch, kämmt und scheuert, hackt und reibt, bis kein Fleck an Susen bleibt..." Die 10 Geschichten sind überschrieben:

  1. Die Struwwelsuse
  2. Guck-Kaspar
  3. Hänschen und Lieschen greifen Alles an
  4. Fränzchen und Fritzchen
  5. Das lüsterne Karlchen
  6. Leckmäulchen
  7. Der wilde Ferdinand
  8. Der Werfhans
  9. Schiel-Gottfried
  10. Die bösen Buben

Militär-Struwwelpeter[Bearbeiten]

Bereits 1877 war das Buch vom Struwwelpeter so bekannt (1876 hatte es seine 100. Auflage), dass ein anonymer Autor mit dem Kürzel AH eine Adaption auf das Militär vorlegte. Mit dem Untertitel Lustige Geschichten und drollige Bilder von und für Militärs von 10 bis 100 Jahren wurde es in Berlin verlegt. Der Aufbau lehnt sich weitgehend an das Original an:

  1. Einleitungsgedicht: „Wenn Recruten artig sind kommt zu ihnen das Christkind …“
  2. Schniegel-Peter: Ein geschniegelter Leutnant. „Ei ruft da ein Jeder: ‚Was für’n anjenehmer Schwerenöther‘!“
  3. Die Geschichte von den „schwarzen Jungens“: Drei Rekruten lästern über einen katholischen Priester und werden dafür vom Spieß in Arrest geschickt, worauf sie sich bekehren. „Und was das Wunderbarste war, sie wurden schwarz so ganz und gar“
  4. Die Geschichte vom bösen Secondelieutenant Friederich: Ein junger Leutnant schikaniert einen Rekruten und wird dafür von dessen Braut mit Wasser übergossen, wodurch er einen Appell verpasst.
  5. Die Geschichte vom wilden Jäger: Ein stark sehbehinderter Leutnant geht erfolglos auf Jagd nach Hasen.
  6. Die Geschichte vom Cigarrenlutscher: Ein kleiner Kadett raucht trotz Verbots seiner Mutter und muss sich übergeben. „Bautz! Da wird ihm plötzlich weh, Ruft den Ulrich; Achherrjeh!“
  7. Die Geschichte vom Zappel-Fähnrich: Ein Fähnrich schaukelt während des Beisammenseins der Offiziere auf seinem Stuhl herum.
  8. Lieutenant Hans Guck in die Luft: Der Leutnant guckt nach den Fenstern, ob dort Mädchen herausschauen und stolpert dabei.
  9. Die Geschichte von Gustav dem Faulpelz: Lebenslauf eines wenig strebsamen Jungen, der an allen Prüfungen scheitert und Schrankenwärter wird
  10. Lieutenant Robert der Schuldenmacher: Überschuldeter Leutnant muss den Abschied nehmen und nach Amerika auswandern.
  11. Fähnrich Willy: Ebenfalls überschuldet, muss er Handelsvertreter werden.
  12. Hauptmann von Streber: Dienstübereifriger Hauptmann verliert während einer Übung bei Sturmwind sein Toupet. „Wenn der Regen niedersaust, Wenn der Sturm das Feld durchbraust, Bleib’ Soldat, wie Offizier, Hübsch daheim in dem Quartier.“
  13. Lieutenant Schlapphans: Unordentlicher und ungepflegter Offizier wird deshalb entlassen und Angestellter in einem Stahlwerk.
  14. Wilhelm der Beinahe-Einjährig-Freiwillige: Fauler Schüler fällt durch die Annahmeprüfung für Reserveoffizieranwärter.

Die Geschichten 9 bis 14 gehen über den Rahmen der Originalvorlage hinaus und stellen damals typische Probleme im militärischen Alltag dar. Sie bieten dadurch dem Heereskundler interessante Einblicke in das damalige Leben und die damaligen Wertvorstellungen. Die Art des Sprachwitzes und die Verstümmelung von Wortendungen, um Reime zu bekommen, erinnern dabei stark an Wilhelm Busch.

Kurzer gynaekologischer Struwelpeter[Bearbeiten]

Eine frivol-makabre Struwwelpeter-Parodie von Carl Heinrich Stratz, erstmals zum Leipziger Klinischen Vogelschießen am 29. Juli 1882 veröffentlicht; gedruckt beim Verlag Bangel & Schmitt, Heidelberg, 1885. Darin stellt der Verfasser auf medizinisch-derbe Art mögliche Gründe für Missbildungen, Totgeburten oder Tod kurz nach der Geburt in Wort und Bild dar. - Der „Struwelpeter für artige Embryonen und solche die es werden wollen“, vom Verfasser des „verhängnisvollen Embryo“, beginnt mit der Strophe: „Wenn die Foeten artig sind, | Werden sie ein reifes Kind; | Nur in erster Schädellage | Treten sie alsdann zu Tage.“

Struwelliese[Bearbeiten]

Struwelliese (so die Schreibweise auf der Titelseite)[8] erschien etwa 1890 von Dr. Julius Lütje mit Zeichnungen von Franz Maddalena auf dem Markt. Es ist eine der ersten Nachahmungen des Struwwelpeter und sollte ein Pendant zum Struwwelpeter für Mädchen sein; deshalb geht es hier auch um angeblich „typisch weibliche“ Charakterfehler wie Neugier oder Naschen.

„Struwwelliese“ (so im Buch geschrieben) ist ein wildes Mädchen, das aber durch zu wildes Herumtollen „gerettet“ wird; daraus kann man sehen, dass hier der Wunsch eher Vater des Gedankens des Autors war und nicht, wie bei Hoffmann, die Beobachtung von Kindern.

Während der Ur-Struwwelpeter in Zeiten aufkommender bürgerlicher Emanzipation entstand, ist die Struwweliese ein Produkt der Wilhelminischen Ära.

Wie im Struwwelpeter warnt auch Lütje vor alltäglichen Gefahren der Zeit, wie Zündeln und Ärgern von Hunden. Auch hier gibt es mehrere unabhängige Protagonisten wie „Zündel-Gretchen“, die neugierige „Klara“, „Naschlotte“ und „Lottchen“, die den Hund „Hektor“ ärgert.

Die Struwwelliese[Bearbeiten]

Die Struwwelliese (Erstauflage 1950) ist eine Art Imitation der Bildergeschichten des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte ist ebenso in Verse gefasst, aber Schrift und Bilder sind in modernem Stil gehalten; bei der Schrift handelt es sich um eine serifenlose Schrift, und die Zeichnungen entsprechen zeitgenössischen Comic-Zeichnungen.

Das gesamte Buch erzählt im Gegensatz zum Struwwelpeter nur eine einzige Kurzgeschichte von der Struwwelliese, die ebenso nach etlichen Streichen durch einen Unfall krank liegt und dadurch zu einem braven, ordentlichen Mädchen bekehrt wird.

Das Buch wurde bebildert von Charly Greifoner und die Texte wurden verfasst von Cilly Schmitt-Teichmann, es erschien im Kölner Schwager&Steinlein Verlag.

Die 1950 im Pestalozzi Verlag erschienene Erstausgabe wurde in weiteren Auflagen um mehrere Abschnitte gekürzt oder überarbeitet. Bei den seit 1955 unverändert gebliebenen Auflagen fehlen gegenüber der Erstausgabe von 1950 vier komplette Seiten und zwei Seiten sind abgeändert.[9]

Der Ägyptische Struwwelpeter[Bearbeiten]

Eine weitere Parodie ist Der Ägyptische Struwwelpeter, der 1895 anonym erschien. Dieses im alten Ägypten angesiedelte Werk wurde von drei Wiener Geschwistern verfasst: Fritz, Richard und Magdalene Netolitzky, der Mutter von Elfriede Kuzmany (Illustrationen). Die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach war von der Vorlage so begeistert, dass sie das Buch ohne Erlaubnis des Frankfurter Struwwelpeter-Verlages zum Druck gab. Nach Einsprüchen wegen Plagiats wurde die gesamte Auflage mit Ausnahme der Freiexemplare eingezogen. Inzwischen wird Der Ägyptische Struwwelpeter offiziell vom Frankfurter Struwwelpeter-Museum herausgegeben.

Seht einmal da steht er
Thot, der Struwwelpeter!
Schmutz und Tintenflecken
Leib und Kleid bedecken;
Haare kämmen? – Gott behüt’!
Wenn er nur das Wasser sieht,
Schreit er Mord und Zeter.
Pfui, du Struwwelpeter!

Der Struwwelpeter von heute[Bearbeiten]

1914 erschien Der Struwwelpeter von heute. Ein Bilderbuch für die Großen von Fried Stern, der sich humorvoll kritisch mit dem originalen Struwwelpeter auseinandersetzte. „An den Struwwelpeter und seinen Verfasser. | […] Nur dacht’ ich, was vor siebzig Jahren | Du an den Kindern hast erfahren, | dürft’ für’s Gedeihen uns’rer Kleinen | Nicht mehr in allem gut erscheinen.“
Ein Beispiel:

Struwwelpeter
Das Haar gelockt wie Löwenmähnen,
Zuweilen mehr in langen Strähnen,
Trägt Malersmann und Komponist,
Auch der, der keins von beiden ist. –
Und wenn die Alten ’s Haar so tragen,
Warum dem Peter es versagen?

„Struwwelhitler“[Bearbeiten]

Die englische Parodie Struwwelhitler – A Nazi Story Book by Doktor Schrecklichkeit von Robert und Philip Spence aus dem Jahr 1941 wurde aus Anlass des 60. Jahrestages des Zusammenbruchs des Hitler-Regimes 2005 neu veröffentlicht. Das Buch enthält die ursprünglichen englischen Texte und die deutschen Übersetzungen.

Struwwelhitler erschien während des Zweiten Weltkrieges im Verlag der illustrierten englischen Zeitung Daily Sketch und war ein Beitrag zum Daily Sketch War Relief Fund, der die britischen Truppen und die Opfer des deutschen Luftkriegs unterstützte. Die beiden Autoren – zu ihrer Zeit namhafte Illustratoren und bei der Entstehung der Parodie bereits 68 und 70 Jahre alt – dichteten die allseits bekannten Struwwelpeter-Geschichten auf Nazideutschland gemünzt um: So wird aus Paulinchen mit dem Feuerzeug The dreadful Story of Gretchen and the Gun, Mussolini tritt an die Stelle von Hans-Guck-in-die-Luft (Little Musso Head-in-the-Air); Hitler selber übernimmt den Part des Zappelphilipp (Fidgety Adolf) und bekommt zu hören: “Uncle Sam said: Boy! Behave! Aunt Britannia looked grave.” An die Stelle des Nikolas tritt Josef Stalin, der die Nazi-Buben rot (statt wie im Original schwarz) einfärbt.

Bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges war 1914 eine antideutsche Struwwelpeter-Parodie erschienen: Kaiser Wilhelm II. trat darin an die Stelle des „bösen Friederich“ und tötet als „Swollen-Headed-William“ unschuldige Friedenstauben.

Strubbelpeter & Schnatterliese[Bearbeiten]

Ab 1966 erschien im Kauka Verlag die Kinderzeitschrift Bussi Bär. Einer der Fixpunkte in diesem Heft waren die regelmäßigen in Reimen gefassten Geschichten der beiden „schlimmen“ rothaarigen Kinder Strubbelpeter und Schnatterliese. Die Geschichten beginnen immer mit den Worten: „Strubbelpeter, Schnatterliese, die Geschichte, die ist diese: …“

Der Struwwelpeter neu frisiert[Bearbeiten]

Der Satiriker Eckart Hachfeld und sein Sohn, der Karikaturist Rainer Hachfeld, veröffentlichten 1969 eine politische Struwwelpeter-Parodie unter dem Titel Der Struwwelpeter neu frisiert. Aus Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3-6 Jahren des Originals wurde Lästige Geschichten und dolle Bilder für Bürger bis 100 Jahre. Die Geschichte vom bösen Friederich liest sich in dieser Fassung wie folgt:

Der Ulbericht, der Ulbericht,
das war ein arger Bösewicht!
Er schlug in seiner blinden Wut
den deutschen Einheitsthron kaputt,
den Bundesadler rupfte er
und störte den Berlinverkehr.
Und höret nur, was noch geschah:
Er peitschte selbst Freund Svoboda!

Der Anti-Struwwelpeter[Bearbeiten]

1970 erschien das antiautoritäre Gegenstück des Struwwelpeter im Frankfurter Verlag Joseph Melzer, der Antistruwwelpeter von F.K. Waechter, der gesellschaftliche Tabus und repressive Erziehungsmaßnahmen anprangert.

Peter Struwwel[Bearbeiten]

Frei nach Heinrich Hoffmann. Mit dem Text von Petrina Stein und den Bildern von Claude Lapointe wird den Kindern diesmal der Mut zum Protest gestärkt. Verlag Sauerländer, Aarau und Frankfurt am Main, 1972.

„So ein Struwwelpeter“[Bearbeiten]

Auch in der DDR gab es einen Struwwelpeter (erschienen 1970 im Kinderbuchverlag Berlin), welcher auch modernere Themen beinhaltete, so etwa Fernsehkonsum („Die Geschichte vom Fernsehverrückten Frank“). Im Vergleich zum Original bewegen sich die Geschichten dabei in einem etwas gemäßigteren Rahmen. So werden die Daumen wegen übermäßigen Daumenlutschens nicht abgeschnitten, sondern rennen einfach weg – und die (nun ehemalige) Daumenlutscherin Sybille hat das Nachsehen.

Die Geschichten des Buches wurden auf einer LP teils vorgelesen, teils als Lieder gesungen.

Dieses Buch stammt von Hansgeorg Stengel (Texte) und Karl Schrader (Zeichnungen).

Shockheaded Peter[Bearbeiten]

Eine grotesk-makabre Umsetzung des Struwwelpeter auf die Bühne mit viel schwarzem Humor leisteten die Engländer Phelim McDermott und Julian Crouch mit ihrer „Junkopera“ Shockheaded Peter. Die Musik stammt von Martyn Jacques von der Londoner Kultband The Tiger Lillies. Das Stück wurde 1998 uraufgeführt. In der ins Deutsche rückübersetzten Fassung von Andreas Marber wird es seitdem auf zahlreichen Bühnen in Deutschland und Österreich gespielt.

Der Neue Struwwelpeter[Bearbeiten]

Im September 2005 erschien im Rahmen des Comicfestes München ein Ausstellungskatalog zum 160-jährigen Jubiläum des Struwwelpeter. Neben allen Varianten des Buches wurden in der Ausstellung die Originale der neuen Illustrationen präsentiert. Zehn Illustratoren und Künstler aus ganz Deutschland schufen zum Originaltext neue grafische Interpretationen. Die Ausgabe des „Neuen“ Struwwelpeter ist in einer limitierten Auflage als Ausstellungskatalog gedruckt worden und nur bei der Festival-Leitung zu bekommen.

Der Mundart-Struwwelpeter in 25 deutschen Mundarten[Bearbeiten]

Hoffmann, Heinrich: Der Mundart-Struwwelpeter: lustige Geschichten und drollige Bilder, Originalfassung und Übertragungen in 25 deutsche Mundarten, hrsg. von Walter Sauer, Heidelberg 1996.

Der mittelhochdeutsche „Strûbel-Pêter“[Bearbeiten]

Der Germanist Helmut Birkhan veröffentlichte 2008 seine Übersetzung des Buches in die mittelhochdeutsche Sprache.[10]

Vertonung von Martin Bärenz[Bearbeiten]

2007 vertonte Martin Bärenz den Struwwelpeter als Kinderstück mit Sprecher und Orchester, der in Ludwigshafen im BASF-Feierabendhaus uraufgeführt wurde. Die Texte waren durch Michael Quast teilweise leicht im Sinne des Anti-Struwwelpeters umadaptiert und modernisiert, teilweise originalgetreu beibehalten.

Moderne Comic-Adaptionen[Bearbeiten]

2009 veröffentlichte der Verlag Tokyopop anlässlich des 200. Geburtstags Heinrich Hoffmanns eine Comic-Adaption des Struwwelpeters. Der Comicautor David Füleki lässt Struwwelpeter von einer Weltreise zurückkehren und feststellen, dass es keine ungezogenen Kinder mehr gibt, da die Regierung Unfug verbietet und jede Art von Aufsässigkeit im Keim erstickt. Gemeinsam mit seinen Störenfried-Kollegen beschließt Struwwelpeter, gegen die Regierung vorzugehen.

Daneben veröffentlichte David Füleki 2009 Struwwelpeter: Das große Buch der Störenfriede (ebenfalls bei Tokyopop) – eine in modernem Comicstil bebilderte Version des Urwerks von Hoffmann. Das Buch wird in Struwwelpeter: Die Rückkehr aufgegriffen.

Die ebenfalls 2009 im Kein & Aber-Verlag erschienene Adaption[11] von ATAK (Bilder) und Fil (Verse) legt dagegen Wert darauf, „keine Parodie, kein antiautoritärer Hippie-Struwwelschnack“ zu sein, sondern „eine in Wort und Bild vom Geist des Originals durchdrungene Coverversion“.

Die gereimten Texte von Wilfried von Bredow und die Illustrationen von Anke Kuhl in dem Bilderbuch Lola rast und andere schreckliche Geschichten lehnen sich formal an die Hoffmannsche Vorlage an, thematisieren aber „zeitgemäße Unsitten“ von Kindern (Unachtsamkeit im Straßenverkehr, übermäßiger Fernsehkonsum, Chaos im Kinderzimmer). Wie bei Hoffmann enden die sieben Bildergeschichten „schrecklich“, drastisch und skurril.

Family Guy[Bearbeiten]

In der achten Staffel der US-amerikanischen Zeichentrickserie Family Guy (Folge: Business Guy) wurde die Geschichte vom Daumenlutscher in Form einer für die Serie typischen Zwischensequenz parodiert.[12][13]

Struwwelpeter-Park Tabarz[Bearbeiten]

Von 1884 bis 1894 verlebte Dr. Heinrich Hoffmann seine Sommerfrische in Tabarz im Thüringer Wald. Aus diesem Anlass wurde in Tabarz 1994 ein Struwwelpeter-Park mit den geschnitzten Hoffmannschen Figuren errichtet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Der Struwwelpeter oder lustige Geschichten und drollige Bilder. Diogenes, Zürich 2. A. 2009, ISBN 978-3-257-01115-9.
  • Der Struwwelpeter auf lateinisch (Petrus Hirsutus vel fabulae iocosae lepidis imagunculis auctae), Lateinische Nachdichtung von Peter Wiesmann, Philipp Reclam jun. (UB 9355), Stuttgart 1995, ISBN 3-15-009355-4.
  • Petrulus Hirrutus (Sive fabulae lepidae et picturae iocosae quas invenit ac depinxit Henricus Hoffmann Doctor Medicinae). Lateinische Nachdichtung von Eduard Bornemann, neu gezeichnet von Fritz Kredel. Verlag Rütten & Loening, Frankfurt 1956.

Literatur[Bearbeiten]

Adaptionen[Bearbeiten]

  • Struwwelpeter’s Reu’ und Bekehrung. Allen Kindern zur Lust und Belehrung in Bild und Reim gebracht. Thienemann, Stuttgart 1851, Digitalisat.
  • F. Hoffmann: Der Mummelsack. Ein Sittenspiegel der Jugend. Zu Nutz und Frommen der Kinderwelt. Kießling, Berlin um 1875, Digitalisat (ähnliches Werk).
  • Moritz von Reymond: Neuer Zeit- und Streit-Struwwelpeter. Ein Bilderbuch für junge Retter der Gesellschaft. Den Freunden des besonnenen Rückschrittes. Trüb, Zürich & Leipzig 1881 Digitalisat.
  • Der Ägyptische Struwwelpeter. Sinemis (Reprint von Wien 1895), Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-921345-01-4.
  • Ferdinand Goebel: Der kleine Struwwelpeter. Düms, Wesel 1898, Digitalisat.
  • Fried Stern: Der Struwwelpeter von heute. Ein Bilderbuch für die Großen. Prestel, Frankfurt am Main 1914.
  • Helmut Seitz: Struwwelpetra. Esslingen, Schreiber, ca. 1970 (Junior international).
  • Robert Spence, Philip Spence: Struwwelhitler. A Nazi Story Book by Dr. Schrecklichkeit. Deutsch-englischer Text. Mit einem Vorwort von Joachim Fest. Autorenhaus Verlag, Berlin 2005 (1941), ISBN 978-3-86671-014-6.
  • Robert Collin-Pyper: Schicklgrüber. Illustriert von Margaret Stavridi. Kalkutta 1943. In der Reihe „Neudrucke von Struwwelpetriaden, herausgegeben von Dr. Walter Sauer“ neu veröffentlicht bei Digital Printing Service Andernach 2000, ISBN 3-934547-54-0.
  • Hansgeorg Stengel, Karl Schrader: So ein Struwwelpeter. Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3 bis 6 Jahren. Illustriert von Karl Schrader. KinderBuchVerlag, Berlin 1992, ISBN 3-358-01340-5.
  • Heinrich Hoffmann: Dä Struwlbeda. In dä Nämbercha Mundoard – frei übertragen von Alfred Raab. Hrsg. von G. H. Herzog und Alfred Raab, 2., verb. Aufl. Sinemis, Frankfurt a. M. 1995, ISBN 3-921345-06-5.
  • Heinrich Hoffmann, Rainer Schepper: De Struwwelpeter im Münsterländer Platt. Landwirtschaftsverlag, Münster 2002, ISBN 3-921345-07-3.
  • Julius Lütje, Franz Maddalena: Die Struwwelliese. Esslinger Verlag J. F. Schreiber, Esslingen 2011, ISBN 978-3-480-22769-3, Reprint der Ausgabe von 1890.
  • Heinz Grundel, Der Struwwelköter, Lustige Geschichten und drollige Bilder für Hunde von 1 bis 12 Jahren, Kynos Verlag, Nerdlen/Daun 2008, ISBN 978-3-938071-58-8.
  • David Füleki: Struwwelpeter: Das große Buch der Störenfriede. Tokyopop, 2009, ISBN 978-3-86719-653-6.
  • David Füleki: Struwwelpeter: Die Rückkehr. Tokyopop, 2009, ISBN 978-3-86719-652-9.
  • Fil und ATAK: Der Struwwelpeter: Lustige Geschichten und drollige Bilder frei nach Heinrich Hoffmann, Kein & Aber, Zürich 2009, ISBN 978-3-0369-5260-4.
  • Wilfried von Bredow (Text), Anke Kuhl (Illustrationen): Lola rast und andere schreckliche Geschichten. Leipzig : Klett Kinderbuch 2009, ISBN 978-3-941411-01-2.
  • Jürgen Lehrich: Der Punker Peter Wagner-Verlag, Gelnhausen, 2011, ISBN 978-3-86279-167-5.
  • Miguel Angel Silva-Höllger: Der Burgerpaul. grafikdesign-silva, Berlin, Erstauflage 2007, 4. Auflage 2013, ISBN 978-3-00-043343-6.
  • Klaus Günterberg: Der Cyber-Peter und andere Geschichten aus der modernen Welt, nicht nur für Kinder. Kern, Bayreuth 2013, ISBN 978-3-944224-75-6.
  • Lämmchen Kralle (Zusammenstellung), Alex Fichtner (ergänzende Illustrationen): Der Jahrhundert-Struwwelpeter oder schrecklich wahre Geschichten und historische Bilder aus satirischen Struwwelpeter-Ausgaben des 20. Jahrhunderts. Autorenhaus-Verlag Plinke, Berlin 1999, ISBN 3-932909-98-4.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Kohlweyer: Dr. Heinrich Hoffmann und sein Struwwelpeter. Erinnerungen an den Arzt und Kinderbuchautor Dr. Heinrich Hoffmann und zum 150. Geburtstag seines Struwwelpeters. Selbstverlag, Landshut 1994.
  • Reiner Rühle: „Böse Kinder“. Kommentierte Bibliographie von Struwwelpetriaden und Max-und-Moritziaden mit biographischen Daten zu Verfassern und Illustratoren. Wenner, Osnabrück 1999, ISBN 3-87898-357-3.
  • Ursula Peters: Drollige Geschichten und lustige Bilder. Heinrich Hoffmanns Urmanuskript des „Struwwelpeter“. In: monats anzeiger. Museen und Ausstellungen in Nürnberg, August 2003, S. 2f (PDF).
  • Walter Sauer: Der Struwwelpeter und sein Schöpfer Dr. Heinrich Hoffmann. Bibliographie der Sekundärliteratur. Edition Tintenfaß, Neckarsteinach 2003, ISBN 3-9808205-5-6 (Rezension, PDF).
  • Detlev Gohrbandt: Das Pädagogische und das Politische. Wandlungen der Suppenkaspar-Geschichte in englischen Struwwelpeter-Satiren. In: Dietrich Grünewald (Hg.): Struktur und Geschichte der Comics. Beiträge zur Comicforschung. Christian A. Bachmann Verlag, Bochum 2010, ISBN 978-3-941030-04-6, S. 179-198.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Struwwelpeter – Quellen und Volltexte
 Commons: Struwwelpeter – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Struwwelhitler“, „Truffle Eater“ und der Irrenarzt. Die „Hoffmannia“ der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Presseerklärung der Goethe-Universität Frankfurt am Main vom 28. April 2009, abgerufen im Portal muk.uni-frankfurt.de am 22. August 2013
  2. Struwwelpeter-Sammlung, Universitätsbibliothek Frankfurt am Main auf ub.uni-frankfurt.de
  3. Seidler, Eduard : „Zappelphilipp“ und ADHS: Von der Unart zur Krankheit. Dtsch Arztebl 2004; 101(5): A-239 / B-207 / C-199
  4. Karl Ernst Maier: Jugendliteratur. Formen, Inhalte, pädagogische Bedeutung. 10. überarbeitete Auflage. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 1993, ISBN 3-7815-0750-5, S. 45.
  5. Gerald Jatzek: Konrad, sprach die Frau Mama. In: Wiener Zeitung. Samstag, 13. Juni 2009. Website der Wiener Zeitung. Abgerufen am 18. Januar 2012.
  6. Darstellung des ersten Blatts von Der politische Struwwelpeter im Portal dhm.de des Deutschen Historischen Museums, abgerufen am 22. August 2013
  7. http://books.google.de/books?id=MwJdAAAAcAAJ&hl=de&source=gbs_navlinks_s
  8. Digitalisat Braunschweig
  9. [1], zugegriffen am 4. September 2014
  10. Helmut Birkhan: Der Strûbel-Pêter. Edition Tintenfass, Neckarsteinach 2008, ISBN 978-3-937467-53-5.
  11. FAZ vom 9. August 2009
  12. Parodie auf uk.tv.com
  13. Business Guy#Cultural references