Jürgen Ligi

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Jürgen Ligi (2011)

Jürgen Ligi (* 16. Juli 1959 in Tartu, Estnische SSR) ist ein estnischer Politiker. Er war von 2005 bis 2007 Verteidigungsminister und von April 2011 bis November 2014 Finanzminister der Republik Estland. Ligi gehört der liberalen Estnischen Reformpartei an.

Leben und Politik[Bearbeiten]

Nach seinem Schulabschluss in Tartu 1977 studierte Ligi Geographie an der Staatlichen Universität Tartu. 1982 schloss er sein Studium ab. Von 1982 bis 1989 war er als Ökonom an einem planwirtschaftlichen Institut beschäftigt. Von 1989 bis 1993 studierte er außerdem Außenwirtschaft an der Universität Tartu. Von 1989 bis 1995 hatte Ligi verschiedene Posten bei der Industrie- und Handelskammer, der Gemeindeverwaltung von Kaarma (Insel Saaremaa) und im Bankwesen inne, bevor er in die aktive Politik wechselte. 1994 trat er der Estnischen Reformpartei (Eesti Reformierakond) bei.

Von 1995 bis 2005 war Ligi für die estnische Reformpartei Abgeordneter im estnischen Parlament (Riigikogu). Von Oktober 2005 bis April 2007 war Ligi im Kabinett von Ministerpräsident Andrus Ansip estnischer Verteidigungsminister. Er trat für die Idee der Abschaffung der Wehrpflicht ein, ohne sich allerdings durchsetzen zu können. Nach Ausscheiden aus dem Kabinett wechselte Ligi wieder als Abgeordneter in das estnische Parlament, wo er unter anderem Vorsitzender des Finanzausschusses war.

Nachdem Ende Mai 2009 die Sozialdemokraten die Regierung von Ministerpräsident Andrus Ansip verlassen hatten, wurde Ligi am 3. Juni von Staatspräsident (Ilves) als Nachfolger von Ivari Padar (SDE) zum neuen Finanzminister ernannt. Er trat das Amt am folgenden Tag an.

Ab März 2014 hatte Ligi dasselbe Amt in der sozialliberalen Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Taavi Rõivas inne. Am 26. Oktober 2014 reichte Ligi nach scharfer Kritik von Präsident, Regierung und Opposition seinen Rücktritt als Finanzminister ein. Er hatte in einem Facebook-Kommentar den 1986 in Estland geborenen russischsprachigen Bildungs- und Forschungsminister Jevgeni Ossinovski vom sozialdemokratischen Koalitionspartner abschätzig als „Sohn eines Einwanderers von der rosa Partei“ mit „fehlenden Wurzeln“ bezeichnet. Ligi, der sich für seinen Fehltritt entschuldigte, kehrt zunächst als fraktionsloser Abgeordneter ins Parlament zurück.[1]

Privatleben[Bearbeiten]

Jürgen Ligi ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.delfi.ee/news/paevauudised/eesti/jurgen-ligi-vaba-saadikuna-kes-ei-ole-leidnud-endale-sobivat-fraktsiooni-voin-kusida-mida-iganes?id=70085361

Weblinks[Bearbeiten]