Japanisches Südseemandat

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Das Japanische Südseemandat (jap. 南洋群島, Nan'yō guntō; wörtlich „Südsee-Archipel“) war ein von 1919 bis 1944 bestehendes Territorium, das vom Völkerbund dem Japanischen Kaiserreich anvertraut wurde. Es war ein sogenanntes „C-Mandat“, wodurch die mikronesischen Inselgebiete der Karolinen, der Marshallinseln und der Nördlichen Marianen nach japanischen Recht regiert werden durften. Allerdings war es nicht erlaubt, militärische Anlagen zu errichten.

Nachdem 1944, während des Pazifikkrieges, das Mandatsgebiet von den Alliierten erobert wurde, standen die Inseln unter Kontrolle der United States Navy, bis sie 1947 als Treuhandgebiet Pazifische Inseln treuhänderisch den Vereinigten Staaten zur Verwaltung übergeben wurden.

Amtsgebäude des Nan’yō-chō

Die zivile Regierung (南洋庁, Nan’yō-chō) war in der Stadt Koror auf Palau angesiedelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Mikronesien auf einer deutschen Karte (vor 1914)

Das Japanische Kaiserreich erklärte 1914 auf Seiten der Entente dem Deutschen Reich den Krieg. Nach der Kapitulation Deutsch-Neuguineas am 17. September 1914 gegenüber der Australian Naval and Military Expeditionary Force besetzten Japaner zwischen dem 29. September und dem 21. Oktober 1914, bis auf Nauru, die deutschen Kolonien in Mikronesien.[1]

Am 7. Mai 1919 wurden die Mandatsmächte bekannt gegeben. Die Auflagen bestanden darin, keine militärischen Truppen auszuheben, keine Militärbasen zu errichten und einen jährlichen Bericht an die 1921 gegründete Ständige Mandatskommission[2] des Völkerbundes zu übergeben.[3]

1933 trat das Japanische Reich aus dem Völkerbund aus, wodurch auch alle Verpflichtungen der Mandatsmacht gegenüber dem Völkerbund obsolet wurden. Ab den 1930er Jahren wurde das Mandatsgebiet militarisiert und am 7. Dezember 1941 begann der Pazifikkrieg.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ab 1921 entwickelte sich auf Saipan eine Zuckerindustrie, die in den folgenden Jahren auf weitere Inseln expandierte. Der Abbau von Phosphat auf den Inseln Angaur, Peleliu, Babelthuap und Fais wurde ausgeweitet, nachdem die Rechte 1914 von der Deutschen Südsee-Phosphat-Gesellschaft gekauft wurden.[4] Im Jahr 1937 waren die Hauptexportprodukte: Zucker, Phosphate, Thunfische und Kopra[5].

Quellen[Bearbeiten]

  1. Hermann Joseph Hiery: Der Erste Weltkrieg und das Ende des deutschen Einflusses in der Südsee (Seite II)
  2. biblio-archive.unog.ch: Mandates Section
  3. Hermann Joseph Hiery: Der Erste Weltkrieg und das Ende des deutschen Einflusses in der Südsee (Seite V)
  4. Phosphatabbau auf der Insel Fais
  5. Mark R. Peattie: Nan'yo: The Rise and Fall of the Japanese in Micronesia, 1885-1945

Weblinks[Bearbeiten]