Jawne (Stadt)

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Jawne
Wappen von Jawne
Basisdaten
hebräisch: יבנה
arabisch: يبنة
Staat: Israel Israel
Bezirk: Zentral
Koordinaten: 31° 53′ N, 34° 44′ O31.87638888888934.73805555555630Koordinaten: 31° 52′ 35″ N, 34° 44′ 17″ O
Höhe: 30 m
Fläche: 10,7 km²
 
Einwohner: 33.200 (2010)
Bevölkerungsdichte: 3.103 Einwohner je km²
 
Gemeindeart: Stadtverwaltung
Website:
Jawne (Israel)
Jawne
Jawne

Jawne (hebräisch ‏יבנה‎, arabisch ‏يبنة‎, DMG Yibna), lateinisch: Jamnia, ist eine Stadt in Israel, knapp 30 Kilometer südlich von Tel Aviv.

Geschichte[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Das historische Jawne hat seine Wurzeln in kanaanäischer Zeit (ca. 3000 v. Chr.). Bei Ausgrabungen auf einem Hügel ungefähr 300 m nördlich der antiken Stadt wurden etwa 2000 Kultgefäße aus dem 9. und 8. Jh. v. Chr. gefunden, die von einem Tempel in der unmittelbaren Umgebung herrühren dürften. Noch nie hat man aus der Eisenzeit auch nur annähernd eine solch große Menge an Kultgeräten entdeckt. Bisher veröffentlicht sind allerdings erst Teile der insgesamt etwa 125 Hausmodelle, die in der Grube gefunden wurden.

Nach dem alttestamentlichen Bericht (2Chr 26,6) war Jawne eine Philisterstadt, die um die Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. von Usija erobert und in das Reich Juda eingegliedert wurde. In hellenistischer Zeit lautete die gräzisierte Namensform des Ortes Jamnia.

Nachdem Jerusalem und der Tempel im Jahre 70 n. Chr. zerstört worden waren, trat der Sanhedrin (der „Hohe Rat“) um das Jahr 72 n. Chr. in Jawne zusammen (so genannter Sanhedrin von Jamnia). Dies gibt Jawne eine außergewöhnliche Stellung in der Geschichte Israels. Zeitgleich entstand eine jüdische Gelehrtenschule unter der Führung von Jochanan ben Sakkai. Nach dem Aufstand des Bar Kochba im Jahr 135 n. Chr. wurde die Schule aufgelöst, der Sanhedrin zog zunächst von Jawne nach Usha nahe der Bucht von Haifa, später nach Tiberias. Aufgrund der zentralen Bedeutung Jawnes für das sich bildende rabbinische Judentum spricht man für diese Zeit (etwa 70 n. bis 130 n.) auch von „der Jawne-Periode“.

Jawne Jam (31° 55′ 50″ N, 34° 41′ 56″ O31.93061111111134.698833333333), etwa sechs Kilometer nordwestlich am Mittelmeer beim Kibbuz Palmachim gelegen, war der Hafen der antiken Siedlung. Es ist heute eine Ausgrabungsstätte: siehe Universität Tel Aviv The Yavneh-Yam Project (engl.).

Mittelalter[Bearbeiten]

Die Kreuzfahrer nannten den Ort Ibelin. Sie errichteten eine Burg in Ibelin und 1134 wurde der Ort das Zentrum einer eigenständigen Herrschaft im Königreich Jerusalem. Die hier ansässige Adelsfamilie Ibelin stellte zahlreiche einflussreiche Barone des Königreichs. Saladin eroberte die Burg 1187 und ließ sie spätestens 1191 schleifen; der Ort verlor danach an Bedeutung. Aus der Kreuzfahrerzeit blieb eine Kirche erhalten.

Neuzeit[Bearbeiten]

Die heutige Stadt wurde 1949, im Jahr nach der israelischen Staatsgründung, auf den Ruinen des verlassenen arabischen Ortes Yibna für jüdische Einwanderer gebaut. Sie hatte den Status einer Entwicklungsstadt. Von 1974 bis 1987 amtierte der spätere israelische Innenminister Meir Shitrit als Bürgermeister von Jawne. Am 1. März 1998 wurde eine Städtepartnerschaftsurkunde mit Speyer unterzeichnet. Dies ist die einhunderste Partnerschaft zwischen einer deutschen und einer israelischen Stadt. [1] Im Jahre 2001 bekam Jawne den Status einer Stadtverwaltung. Heute hat Jawne 33.200 Einwohner und ist Sitz des israelischen Instituts für Kernforschung und des Elektrounternehmens Orbotech.

Einwohner[Bearbeiten]

Das israelische Zentralbüro für Statistik gibt bei den Volkszählungen vom 22. Mai 1961, 19. Mai 1972, 4. Juni 1983, 4. November 1995 und vom 28. Dezember 2008 für Jawne folgende Einwohnerzahlen an: [2]

Jahr der Volkszählung 1961 1972 1983 1995 2008
Anzahl der Einwohner 5.374 10.100 13.913 27.445 32.416

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.speyer.de/de/kultur/partner/yavne
  2. Zentralbüro für Statistik

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yavne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien