John Carter vom Mars
Die Saga um John Carter vom Mars, bzw. der Barsoom- oder Mars-Zyklus ist eine der bekanntesten und auch beliebtesten Science-Fiction-Buchreihen des Tarzan-Autors Edgar Rice Burroughs.
John Carter ist der Held einer fünfzehn Geschichten umfassenden Serie, die heute in insgesamt elf Büchern vollständig vorliegt. Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg begibt sich Hauptmann John Carter mit einem Freund auf Goldsuche. Gegen 1866 führt sie ihr Weg nach Arizona, wo sie in einen Hinterhalt der Apachen geraten. Während sein Freund getötet wird, kann sich John Carter in einer geheimnisvollen Höhle verstecken, wo er in eine Art Starrkrampf verfällt. Als er wieder zu sich kommt, befindet er sich in einer fremdartigen, bizarren Landschaft. Schnell wird ihm klar, dass er nicht mehr auf der Erde sein kann. Eine mystische Kraft hat ihn auf den Mars, den seine Bewohner Barsoom nennen, transportiert. Schon bald trifft er auf grüne Marsianer, riesige vierarmige Monster, denen er sich aber, dank der geringeren Schwerkraft des Planeten, überlegen zeigt. John Carter erkennt, dass der Planet ein sterbender ist. Überall findet er Reste alter Hochkulturen, die nicht von den jetzigen Bewohnern geschaffen wurden. Die Meere sind teilweise ausgetrocknet und der Sauerstoff muss künstlich erzeugt werden. Trotzdem gibt es ein mannigfaltiges Leben. Neben den grünen gibt es auch noch rote, weiße, schwarze und gelbe Marsianer, die in ständiger Feindschaft miteinander leben und sich gegenseitig bekriegen. Bald darauf begegnet John Carter der Prinzessin Dejah Thoris, einer Vertreterin des roten Volkes, welches den Menschen am ähnlichsten ist. Gemeinsam mit ihr und anderen neuen Freunden erkundet er den Mars, wobei er allerlei fantastische und aufregende Abenteuer erlebt.
Die ersten vier Bände des Zyklus liegen auch in deutscher Sprache vom Bildschriftenverlag vor. Eine Neuveröffentlichung der ersten beiden Bände geschah in den 90er Jahren durch den Kranichbornverlag. Trotz ISB-Nummern aller 15 Bände wurden dort nur die ersten beiden Bände veröffentlicht.
In den USA erfreute sich die 28bändige Comicserie „John Carter - Warlord of Mars“ von Marvel Comics großer Beliebtheit. Weiterhin erschienen dort drei Jahrbücher. Das Gesamtwerk ist seit einiger Zeit als S/W-Paperback erhältlich. Seit 2010 erscheinen nun auch bei Dynamite wieder Comics unter dem Titel „Warlord of Mars“. Alle Comics wurden bisher noch nicht auf deutsch übersetzt.
Im fünften Band ist die Schachvariante Jetan beschrieben, die auf dem Mars gespielt wird. Aus der Beschreibung im Buch lässt sich das Spiel rekonstruieren und erweist sich als gut spielbare Schachvariante.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Editionsgeschichte [Bearbeiten]
Magazinveröffentlichungen [Bearbeiten]
- 1912 Under the Moons of Mars – The All-Story-Magazine
- 1913 The Gods of Mars – The All-Story-Magazine
- 1913/14 The Warlord of Mars – The All-Story-Magazine
- 1916 Thuvia, Maid of Mars – All-Story Weekly
- 1922 The Chessmen of Mars – Argosy All-Story Weekly
- 1927 The Mastermind of Mars – Amazing Stories Annual
- 1930 A Fighting Man of Mars – Blue Book Magazine
- 1934/35 Swords of Mars – Blue Book Magazine
- 1939 Synthetic Men of Mars – Argosy Weekly
- 1941 John Carter and the Giants of Mars – Amazing Stories
- 1941 The City of Mummies – Amazing Stories
- 1941 Black Pirates of Barsoom – Amazing Stories
- 1941 Yellow Men of Mars – Amazing Stories
- 1941 Invisible Men of Mars – Amazing Stories
- 1943 Skeleton Men of Jupiter – Amazing Stories
Buchveröffentlichungen [Bearbeiten]
- 1917 A Princess of Mars – Die Prinzessin vom Mars ISBN 3930040417 Kranichborn Verlag Leipzig
- 1918 The Gods of Mars – Die Götter des Mars; auch: Die Göttin des Mars ISBN 3930040425 Kranichborn Verlag
- 1919 The Warlord of Mars – Der Kriegsherr des Mars ISBN 3930040433 Kranichborn Verlag
- 1920 Thuvia, Maid of Mars – Thuvia, das Mädchen vom Mars ISBN 3930040476 Kranichborn Verlag
- 1922 The Chessmen of Mars – Die Schachfiguren des Mars ISBN 393004045X Kranichborn Verlag
- 1928 The Master Mind of Mars – Der Großmeister vom Mars ISBN 3930040468 Kranichborn Verlag
- 1931 A Fighting Man of Mars – Ein Kämpfer vom Mars ISBN 3930040476 Kranichborn Verlag
- 1936 Swords of Mars – Die Schwerter des Mars ISBN 3930040484 Kranichborn Verlag
- 1940 Synthetic Men of Mars – Die Kunstmenschen des Mars ISBN 3930040492 Kranichborn Verlag
- 1948 Llana of Gathol – Liana von Gathol ISBN 3930040506 Kranichborn Verlag
- The Ancient Dead (The City of Mummies) – Der alte Tod (Die Stadt der Mumien)
- Black Pirates of Barsoom – Die schwarzen Piraten von Barsoom
- Yellow Men of Mars – Die gelben Menschen des Mars
- Invisible Men of Mars – Die unsichtbaren Menschen des Mars
- 1964 John Carter of Mars – John Carter vom Mars ISBN 3930040514 Kranichborn Verlag
- John Carter and the Giants of Mars – John Carter und die Giganten des Mars
- Skeleton Men of Jupiter – Die Skelettmenschen des Jupiter
Verfilmungen [Bearbeiten]
2009 erschien eine Verfilmung namens Princess of Mars von The Asylum, einem Studio, das für billige Kopien bekannter Blockbuster („Mockbuster“) bekannt ist. In diesem Fall wurden Elemente von James Camerons Avatar verwendet, um die leicht an die Buchvorlage angelehnte Geschichte John Carters umzusetzen.
Im März 2012 brachte Disney eine Verfilmung mit dem Originaltitel John Carter in die Kinos.
Trivia [Bearbeiten]
- Elemente aus John Carter vom Mars wurden bereits in anderen Science-Fiction-Geschichten erzählt. In Folge wird eine Auswahl aufgelistet:
- Dem Film Avatar – Aufbruch nach Pandora dienten viele Elemente aus dem John-Carter-Universum als Inspiration, wie etwa die Tierwelt, aber auch einige grobe Züge der Handlung. So erhält beispielsweise auch Jake Sully als Avatar einen zweiten Körper. James Cameron äußerte sich 2009 wie folgt: „Mit Avatar wollte ich einen klassischen Abenteuerfilm machen, so wie Edgar Rice Burroughs‘ ‚John Carter of Mars‘“[2]
- In Tad Williams’ Otherland-Zyklus durchreist die Hauptfigur Paul Jonas innerhalb eines gigantischen VR-Netzwerkes verschiedene „Welten“, darunter im zweiten Band auch eine klar an Burroughs angelehnte Version des Mars.[3]
- Die von George Lucas erschaffene Star-Wars-Saga, die sich von Flash Gordon inspirieren ließ, enthält viele Elemente aus John Carter. So sind die Titel wie Jed (= König), Jeddak (= Kaiser) und Jeddara (= Kaiserin) oder auch das Visuelle aus Burroughs Büchern. Auch angekettet gegen monströse Wesen kämpfen zu müssen, was in Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger erzählt wird, verdankt der Film John Carter.[4]
Nachahmungen [Bearbeiten]
Eine literarische Würdigung der John-Carter-Geschichten schuf Michael Moorcock, der mit seiner Michael-Kane-Trilogie eine ganz ähnliche Serie schrieb, die er selbst als eine Würdigung für Burroughs betrachtet.
John Carter und der Mars, wie Burroughs ihn schildert, spielen auch zu Beginn des zweiten Bandes von The League of Extraordinary Gentlemen von Alan Moore und Kevin O'Neill eine Rolle.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Jetan - Martian Chess von Jean-Louis Cazaux (englisch)
- ↑ filmstarts.de: „John Carter“ Vs. „Star Wars“ Vs. „Avatar“: Wer klaut hier eigentlich von wem?, abgerufen am 7. März 2012
- ↑ http://www.roterdorn.de/inhalt.php?xz=rezi&id=4327 (Ende 2. Absatz im Abschnitt „Wertung“)
- ↑ „John Carter“ Vs. „Star Wars“ Vs. „Avatar“: Wer klaut hier eigentlich von wem?, abgerufen am 11. März 2009
Weblinks [Bearbeiten]
- John Carter of Mars in der Internet Movie Database (englisch)
- http://www.johncarterofmars.org (Englisch)
- http://www.fantasticfiction.co.uk/authors/Edgar_Rice_Burroughs.html (Englisch)
- Princess of Mars (2009) in der Internet Movie Database (englisch)