John H. Herz

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John H. Herz (deutscher Name bis 1940 Hans Hermann Herz, Pseudonym: Eduard Bristler; * 23. September 1908 in Düsseldorf; † 26. Dezember 2005 in Scarsdale, New York) war ein deutsch-amerikanischer Politikwissenschaftler und bedeutender Vordenker des Neo-Realismus in den Internationalen Beziehungen. Bekannt ist Herz vor allem durch seine Theorie des Sicherheitsdilemmas. Zu diesem Zwecke werden zwar auch Machtressourcen angehäuft, allerdings nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zum Zweck (Zentrales Abgrenzungskriterium des Neo-Realismus zum klassischen Realismus).

Leben[Bearbeiten]

Herz studierte Rechtswissenschaften in Köln, promovierte 1931 bei Hans Kelsen zum Dr. iur., wurde 1933 als Jude aus dem Referendardienst entlassen und emigrierte 1935 in die Schweiz. Dort studierte er am Institut des Hautes Etudes Internationales in Genf und wanderte 1938 in die Vereinigten Staaten aus, wo er Professor der politischen Wissenschaften in Washington, dann in New York wurde (Emeritierung 1977).

Er war auch Mitherausgeber der Zeitschrift Comparative Politics.

1951 erhielt er den Woodrow Wilson Foundation Award.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Eduard Bristler: Die Völkerrechtslehre des Nationalsozialismus, Emil Oprecht Verlag, Zürich 1938
  • John H. Herz: Politischer Realismus und politischer Idealismus, 1959
  • John H. Herz: Weltpolitik im Atomzeitalter, 1961
  • John H. Herz: Regierungsformen des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1962 (gemeinsam mit G. M. Carter)
  • John H. Herz: Vom Überleben. Wie ein Weltbild entstand. Autobiographie. Droste, Düsseldorf 1984. ISBN 3-7700-0660-7

Literatur[Bearbeiten]

  • Desider Stern, Werke von Autoren jüdischer Herkunft in deutscher Sprache, Wien 1969
  • Walter Tetzlaff, 2000 Kurzbiographien bedeutender deutscher Juden des 20. Jahrhunderts, Lindhorst 1982. ISBN 3-921730-10-4

Weblinks[Bearbeiten]