Technische Universität Braunschweig
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| Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig | |
|---|---|
| Gründung | 1745 |
| Ort | Braunschweig |
| Bundesland | Niedersachsen |
| Staat | Deutschland |
| Leitung | Jürgen Hesselbach |
| Studenten | 12.500 (SS 2008) [1] |
| Mitarbeiter | 2.900 (2008) [1] |
| davon Professoren | 215 (2008) [1] |
| Jahresetat | 200 Mio. € (2008) [1] |
| Website | www.tu-braunschweig.de |
Die Technische Universität Braunschweig besitzt mit ihrer bis auf das Jahr 1745 zurückreichenden Vorgeschichte die längste Tradition unter den technisch-naturwissenschaftlichen Universitäten in Deutschland. Die TU Braunschweig ist Mitglied der TU 9 – German Institutes of Technology e. V.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die heutige Technische Universität Braunschweig geht zurück auf eine 1745 auf Anregung des Hofpredigers J. F. W. Jerusalem durch Carl I. unter dem Namen Collegium Carolinum in Braunschweig gegründete Bildungsinstitution, die zwischen Gymnasium und Universität eingeordnet werden kann. Die Aufgabe des am Bohlweg angesiedelten Collegium Carolinum war zunächst v.a. die Ausbildung von Beamten. Mit der Berufung von Literaturhistorikern wie Johann Joachim Eschenburg und dem Kreis der Bremer Beiträger an das Collegium Carolinum sowie Gotthold Ephraim Lessing an die Bibliotheca Augusta wurde das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für kurze Zeit zu einem intellektuellen Zentrum der Aufklärung in Deutschland.[2] Nach seiner Auflösung im Jahre 1808 und der Umwandlung in eine Militärakademie wurde das Collegium 1814 wieder eröffnet. Nach einer immer stärkeren Zunahme der naturwissenschaftlich-technischen Fächer wurde das Collegium 1878 in Herzogliche Technische Hochschule Carolo-Wilhelmina umbenannt, und erhielt schließlich 1968 den aktuellen Namen Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig.
Im Jahre 1894 erhielt die Herzogliche Technische Hochschule Carolo-Wilhelmina eine Rektoratsverfassung. 1900 folgte die Verleihung des Promotionsrechts. 1909 erfolgte die Generelle Genehmigung des Studiums für Frauen, die auch die Zahl der Studenten in Braunschweig stark vergrößerte. Durch die Übernahme der Lehrerausbildung in der Abteilung für Kulturwissenschaften der Technischen Hochschule Braunschweig ab dem Jahre 1927 nahm die geisteswissenschaftliche Prägung der Hochschule wieder stark zu. Aufgrund der Raumnot befanden sich Teile der Hochschule, insbesondere die Geisteswissenschaften, im Braunschweiger Schloss. Bereits im Jahre 1937 ging diese Abteilung der Hochschule durch die Gründung der Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung wieder verloren. Ihr wurden die meisten Dozenten und Fächer der kulturwissenschaftlichen Abteilung angegliedert. Die Hochschule selbst geriet durch den Abzug dieser studentenstärksten Abteilung in eine Existenzkrise. Kurzzeitig wurde eine Fusion mit der Technischen Universität Clausthal in Erwägung gezogen.
Zur Zeit des Dritten Reiches 1933 verlor die Technische Hochschule durch Entlassungen und Verfolgung fast 20% ihres Lehrkörpers, insbesondere jüdische und sozialdemokratisch ausgerichtete Lehrer und Lehrbeauftragte. Grund war die von den Nationalsozialisten beabsichtigte Gleichschaltung der Hochschulen. 1937 wurde die Technische Hochschule durch Zusammenfassung der Abteilungen in drei Fakultäten (Allgemeine Wissenschaften, Bauwesen, Maschinenwesen) neu strukturiert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 nahm die TH Braunschweig trotz siebzigprozentiger Zerstörung als erste deutsche Hochschule den Vorlesungsbetrieb wieder auf.
1972 etablierte die Technische Universität Braunschweig als erste niedersächsische Hochschule den Studiengang Informatik. 1978 folgte die Eingliederung der Pädagogischen Hochschule in die TU. Ebenso wurde die Präsidialverfassung eingeführt. 1987 wurde das neue Biozentrum eingeweiht. Die TU Braunschweig richtete als erste wissenschaftliche Hochschule gemeinsam mit der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) die Studiengänge Biotechnologie und Bioverfahrenstechnik ein. Ein Jahr später wurde (als dritte Hochschule in Deutschland) die Geoökologie eingeführt. 1989 schuf die TU Braunschweig als einzige niedersächsische Hochschule vier Simultanstudiengänge des Wirtschaftsingenieurwesens.
Im Jahre 1990 wählte die TU mit Prof. Dr. Erika Hickel [3] als erste Technische Universität eine Frau zur Vizepräsidentin.
1995 wurde unter dem Motto „Projekt Zukunft“ das 250-jährige Jubiläum gefeiert. Zahlreiche Gäste, u. a. Bundespräsident Roman Herzog, der amerikanische Außenminister a. D. Henry A. Kissinger und Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, gaben der TU Braunschweig die Ehre.
Am 29. September 1996 wurde der ICE 597 „Carolo-Wilhelmina“ als erster ICE nach einer Universität benannt.
Am 1. November 2004 besuchte Bundespräsident Horst Köhler gemeinsam mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff die TU.
Am 18. Oktober 2007 wurde eine Intensivierung der Kooperation zwischen der TU Braunschweig und der Volkswagen AG bekannt gegeben. Demnach soll ein umfangreiches, aus zehn Instituten bestehendes Fahrzeugtechnisches Zentrum eingerichtet und zum großen Teil am Flughafen Braunschweig angesiedelt werden.
[Bearbeiten] Struktur
[Bearbeiten] Fakultäten
An der TU-Braunschweig gibt es 134[4] Institute und Einrichtungen, die sich auf die folgenden 6 Fakultäten verteilen:
- Carl-Friedrich-Gauß-Fakultät (Mathematik und Informatik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
- Lebenswissenschaften (Biologie, Biotechnologie, Chemie, Lebensmittelchemie, Pharmazie, Psychologie)
- Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften
- Maschinenbau
- Elektrotechnik, Informationstechnik, Physik
- Geistes- und Erziehungswissenschaften
[Bearbeiten] Präsident
Präsident der TU Braunschweig ist Jürgen Hesselbach. Seine Amtszeit begann am 1. Januar 2005 und endet am 31. Dezember 2010.
[Bearbeiten] Studentisches Leben
An der TU Braunschweig gibt es über 70 studentische Vereinigungen. Außerdem kann man seine Freizeit in zahlreichen Kneipen im Univiertel Braunschweigs verbringen oder am Angebot des Unisports (über 70 Sportarten) teilnehmen. Cineasten besuchen studentische Kinos im Audimax sowie dem Studentenwohnheim an der Schunter. Studierende können im Sprachenzentrum der TU Fremdsprachen erlernen.
Seit dem Jahr 2005 wird jährlich der "Ideenwettbewerb MacGyver" ausgerichtet. Dabei lösen Schüler und Studierende eine knifflige Aufgabe im Stil eines MacGyvers.
Studierende und Ehemalige / Alumni der TU Braunschweig haben zudem Zugang zur TU Braunschweig Alumni Gruppe.
[Bearbeiten] Bekannte Persönlichkeiten
Zahlreiche bekannte Personen studierten oder lehrten an der TU Braunschweig. Dazu gehören die Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen, Georg Wittig, der Physik-Nobelpreisträger Klaus von Klitzing, die Mathematiker Richard Dedekind und Carl Friedrich Gauß, die Schriftsteller und Literaturhistoriker Justus Friedrich Wilhelm Zachariae und Johann Joachim Eschenburg, der Botaniker Carl Georg Oscar Drude und SAP-Chef Henning Kagermann. Weitere Personen befinden sich auf der Liste der Angehörigen der TU Braunschweig.
[Bearbeiten] Ehrendoktoren (Auswahl)
Folgenden Personen wurde die Ehrendoktorwürde verliehen:
- August Horch, 1922, Ingenieur und Unternehmer
- Agnes Pockels, 1932, Physikerin und Chemikerin
- Hans-Christoph Seebohm, ?, Ingenieur und ehem. Bundesverkehrsminister [5]
- Ludwig Mies van der Rohe, 1950, Architekt
- Albert Schweitzer, 1964, Theologe, Philosoph und Arzt
- Gerd Biegel, 2002, Museumsdirektor [6]
- Klaus Volkert, 2002, Ex-Betriebsratsvorsitzender Volkswagen AG (Aberkennung?)
- Lennart Nilsson, 2002, Schwedischer Fotograf und Wissenschaftsfilmer
[Bearbeiten] Ehrensenatoren (Auswahl)
Folgende Personen wurden zu Ehrensenatoren ernannt:
- Hans-Christoph Seebohm, ?, Ingenieur und ehem. Bundesverkehrsminister [7]
- Thomas E. Gouttierre (2004)
- Robert L. Carothers (1999)
- Dr. Christian Hodler(1996)
- Dipl.-Ing. Michael Munte(1996)
- Gerhard Glogowski (1994)
- Carl Hahn junior (1987)
- Hermann Dießelhorst (1945)
- Arthur Delfosse (1923)
[Bearbeiten] Literatur
- Walter Kertz; in Zusammenarbeit mit Peter Albrecht et al. (Hrsg.): Technische Universität Braunschweig : vom Collegium Carolinum zur Technischen Universität ; 1745 - 1995. Olms, Hildesheim/Zürich/New York 1995, ISBN 348709985-3.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Universitätsbibliothek Braunschweig
- Liste der deutschen Universitäten und gleichgestellten Hochschulen
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Technische Universität Braunschweig – Bilder, Videos und Audiodateien
- Offizielle Seite
- AStA der TU Braunschweig
- Studentenwerk Braunschweig
- Ideenwettbewerb MacGyver an der TU Braunschweig
[Bearbeiten] Quellenangaben
- ↑ a b c d Technische Universität Braunschweig: TU in Zahlen (Deutsch). Technische Universität Braunschweig. Gefunden am 25. Juni 2008.
- ↑ Vgl. u.a. Isa Schikorsky: Gelehrsamkeit und Geselligkeit. Abt Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem (1709-1789) in seiner Zeit. Ausstellungskatalog. Braunschweig 1989; Fritz Meyen: Bremer Beiträger am Collegium Carolinum in Braunschweig. K. Chr. Gärtner, J. A. Ebert, F. W. Zachariä, K. A. Schmid. Waisenhaus-Buchdr. und Verl., Braunschweig 1962 (Braunschweiger Werkstücke 26)
- ↑ Vorlesungsverzeichnis der TU Braunschweig WS 1990/1991
- ↑ [1], 30.05.2008
- ↑ Berichte aus Forschung und Hochschulleben 1957-1960 der Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Herausgeber Herbert Wilhelm, 1960)
- ↑ http://www.tu-braunschweig.de/suchoptionen/personen/hc
- ↑ Berichte aus Forschung und Hochschulleben 1957-1960 der Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Herausgeber Herbert Wilhelm, 1960)
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