Josef Marie Lochmatter

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Josef Marie Lochmatter (* 27. Oktober 1833 in St. Niklaus; † 12. August 1882 an der Dent Blanche) war ein Schweizer Bergführer.

Leben[Bearbeiten]

Josef Marie Lochmatter aus St. Niklaus im Schweizer Kanton Wallis war der Begründer der bekannten St. Niklauser Bergführerdynastie. Keine andere Gemeinde im Alpenraum hat so viele grosse Bergführer hervorgebracht wie St. Niklaus im Nikolaital, das sich zum Zentrum des Bergführerwesens in der Schweiz entwickelte.[1] Im Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs von 1864 wie auch in Iwan Tschudis Reisetaschenbuch über das Wallis und den Tessin von 1871 wird Josef Marie Lochmatter unter den empfehlenswerten Führern an erster Stelle genannt.

Am Samstag, dem 15. Juli 1865 und am Sonntag, dem 16. Juli 1865 brach Josef Marie Lochmatter mit den Rettungsmannschaften auf, um den Verunglückten der Erstbesteigung am Matterhorn erste Hilfe zu leisten. Lochmatter war dann auch der erste Bergführer, der sich nach dem Matterhorn-Drama wieder vom Nikolaital her aufs Matterhorn wagte. Am 24. Juli 1868 vollendeten Josef Marie Lochmatter und Peter Knubel die obere Hütte am Matterhorn auf 3818 m auf einem Felsabsatz unterhalb der Schulter am Hörnligrat. Die Stelle, wo die Hütte stand, wird heute noch Zur alten Hütte genannt.

Am 25. Juli 1868 vollbrachten Josef Marie Lochmatter und Peter Knubel mit ihrem Gast Julius M. Elliott die Zweitbesteigung des Matterhorns über den Hörnligrat. Noch im gleichen Jahr, nachdem Josef Marie Lochmatter und Peter Knubel die Besteigung vom Nikolaital her vollzogen hatten, wurden acht weitere Aufstiege gezählt. Josef Marie Lochmatter und Peter Knubel wiederholten den Gang auf das Matterhorn so oft, so dass es fast aussah als hätten sie ein Monopol für Matterhornbesteigungen: Bis zum Jahr 1880 wurde jede zweite Besteigung aufs Matterhorn von einem Bergführer aus St. Niklaus geleitet.[2] Am 22. August 1874 bestieg Edward Whymper das zweite und letzte Mal in seinem Leben den Hörnligrat mit den Führern Josef Marie Lochmatter, Jean-Antoine Carrel und Jean-Baptiste Bich.

Am Samstag, dem 12. August 1882, verunfallten Josef Marie Lochmatter, dessen ältester Sohn Alexander und W. E. Gabbett an der Dent Blanche tödlich. Josef Marie Lochmatter muss seine Söhne tief geprägt haben. Alle sechs traten in seine Fussstapfen: Alexander Lochmatter (1863–1882), der älteste, war im Begriff ein hervorragender Führer zu werden, die jüngeren fünf:

wurden ausnahmslos ausgezeichnete Bergführer.

Erstbegehungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl Egger: Pioniere der Alpen, 1946, S. 311
  2. Edward Whymper: Scrambles amongst the Alps, 1871, S. 431 ff.