Jukagiren

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Jukagirinnen
Ende 19. Jahrhundert
Schamane, 1902

Die Jukagiren sind ein kleines paläosibirisches Volk, das in Nordost-Asien vor allem in der zu Russland gehörenden Republik Sacha (im Volksmund als Jakutien bekannt) lebt.

Geographie[Bearbeiten]

Die Siedlungsschwerpunkte der Jukagiren sind die Landschaften an den nordostrussischen Strömen Alaseja, Kolyma und Indigirka, die im Gebiet des weitläufigen Ostsibirischen Tieflands und des Jukagirenplateaus verlaufen.

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Im Jahr 1979 gab es 835 Jukagiren, 2005 bekannten sich 1559 Menschen zur jukagirischen Identität. Nur ein kleinerer Teil der jukagirischen Bevölkerung spricht die Jukagirische Sprache, die somit vom Aussterben bedroht ist. Jukagir (Yukagir) ist eine wahrscheinlich tungusische Fremdbezeichnung. Die Eigenbezeichnungen der verschieden Gruppen sind: Odul, Vadul, Dutke, Dutkil.

Verbreitungsgebiet der Jukagiren im 17. Jahrhundert (gestrichelt) und im späten 20. Jahrhundert. Hellrot Siedlungsgebiete von Jukagiren, die heute andere Sprachen angenommen haben, dunkelrot heutiges jukagirisches Sprachgebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Als tungusischsprachige Gruppen im 13. Jahrhundert nach Nord- und Ost-Sibirien vordrangen, lebten dort mehrere sprachlich und kulturell mit den Vorfahren der heutigen Jukagiren verwandte Ethnien auf einem sehr großen Gebiet. Zu diesem Zeitpunkt war die Metallverarbeitung noch nicht verbreitet, so dass von spätsteinzeitlichen Jäger und Sammler-Kulturen gesprochen werden muss. Nach der russischen Kolonisation, die schon im 17. Jahrhundert einsetzte und der weiteren Verbreitung jakutischer und ewenischer Sprache und Kultur blieben im 19. und 20. Jahrhundert nur kleinere Gruppen übrig, die sich als Jukagiren identifizierten. Einige jukagirische Gruppen nahmen als russische Hilfstruppen an der kolonialen Eroberung Nordost-Asiens teil. Kriegsverluste, sprachliche und kulturelle Assimilation und Epidemien führten dazu, dass bereits 1861 die Zahl der Jukagiren unter 1000 gesunken war. Schon im 18. Jahrhundert galten die Jukagiren als christianisiert.

Verwandte Ethnien[Bearbeiten]

Die ethnischen Gruppen der Anaul und Hodyn haben sich in der russischen Kolonialzeit aufgelöst. Mit den Tschuwanen (Tschuwanzen) entstand eine Mischbevölkerung mit eigener Identität, die heute in vielen Teilen Nordost-Asiens lebt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jukagiren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien