Käsch
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Käsch (englisch Cash, chinesisch ch’ien 錢 – Kurzzeichen 钱; Pinyin: qián) ist die Bezeichnung für chinesische, japanische, koreanische und vietnamesische Münzen aus Kupfer oder seinen Legierungen mit einem (meist quadratischen) Loch in der Mitte.
Münzen dieses Typs wurden während eines Zeitraums von über zwei Jahrtausenden hergestellt; vom dritten Jahrhundert vor Christus bis zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Keine andere Münzsorte war auch nur annähernd so langlebig. Als Nominal war die Münze zu einem Käsch am gebräuchlichsten, doch es existierten auch andere Werte, welche ebenfalls unter dem Sammelbegriff Käsch-Münzen zusammengefasst werden. Der Wert einer Käschmünze konnte von Provinz zu Provinz erheblich differieren, was insbesondere in China tätige Ausländer vor erhebliche Probleme stellte.
Das Wort „Käsch“ leitet sich von dem Sanskrit-Begriff कर्ष karsha (kleine Münze mit bestimmtem Gewicht) und dem Tamil-Wort kasu (kleines Geldstück) her.
Während Münzen aus europäischen Monarchien meist das Porträt und/oder den Namen des Herrschers zeigen, war es in China tabu, das Gesicht oder den Namen des heiligen Kaisers darzustellen. Stattdessen wurde auf den Münzen der Name der jeweiligen Regierungsepoche angegeben.
Üblicherweise zog man Käschmünzen auf Schnüre. Eine Schnur mit fünfhundert Münzen wurde Tiao genannt; drei Tiaos wiederum ergaben ungefähr einen Tael, die größte, selbst aber durch keine Münze verkörperte chinesische Währungseinheit. Wie J. Scheibert in Der Krieg in China 1901–1910 festgestellt hat, hätte man für den Transport von Scheidemünzen im Wert von nur 20 Goldmark bereits eines eigenen Trägers bedurft. Sehr bald behalfen sich die Europäer daher mit der Verwendung von Schecks, was überdies die Gefahr von Raubüberfällen minimierte.
Später band man die Münzen auch in kunstvoller Weise zu sogenannten Käsch-Schwertern zusammen, die als Glückssymbol und Talisman zur Abwehr feindlich gesinnter Geister dienen sollten. Entscheidend war unter anderem auch die Zahl der Münzen; beliebt war insofern etwa die 108. Häufig wurden die Käsch-Schwerter jungen Hochzeitspaaren geschenkt, die das Schwert dann übers Bett hängten.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- J. Scheibert: Der Krieg in China 1900–1901. Berlin 1909

