Köln-Neuehrenfeld

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Wappen von Köln
Neuehrenfeld
Stadtteil 402 von Köln
Lage des Stadtteils Neuehrenfeld im Stadtbezirk Ehrenfeld
Koordinaten 50° 57′ 24″ N, 6° 56′ 9″ O50.9566666666676.9358333333333Koordinaten: 50° 57′ 24″ N, 6° 56′ 9″ O
Fläche 2,5503 km²
Einwohner 23.679 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 9285 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1888
Postleitzahlen 50823, 50825, 50827
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Ehrenfeld (4)
Verkehrsanbindung
Autobahn A57
Stadtbahnlinien 5 13
Buslinien 140 141 142 143
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2012

Neuehrenfeld ist ein Stadtteil innerhalb des Kölner Stadtbezirks 4 – Ehrenfeld.

Lage[Bearbeiten]

Neuehrenfeld grenzt im Osten und Südosten an die Stadtteile Bilderstöckchen und Neustadt Nord, im Süden an Ehrenfeld und im Nordwesten an Ossendorf

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Haus auf dem Gebiet des heutigen Stadtviertels wurde im Jahre 1871 in der Ottostraße gebaut – damals noch außerhalb der Stadt Köln. Um das Jahr 1908 wurden die heutige Siemensstraße, Eichendorffstraße, Röntgenstraße und Nussbaumerstraße mit Wohnhäusern bebaut. Hierbei wurden hohe Standards an die Wohnungsgröße und -qualität gelegt, und man ließ das Innere der Wohnblocks für Gärten frei. Die bunten Fassaden verzierte man, im Stil der Gründerzeit, reich. Da sich nur wohlhabendere Bürger eine solche Wohnung leisten konnten, nannten die Kölner die Gegend, in Anlehnung an die häufig vertretenen Berufe der Bewohner „Tintenkleckserviertel“, denn hier lebten Kaufleute, Lehrer, Beamte oder höhere Angestellte.

Mit der großen Eingemeindung im Jahre 1888 gehört das im Westen Kölns liegende Viertel zur Stadt. Nach einem Ratsbeschluss aus dem Jahre 1954 erhielt der Stadtteil offiziell den Namen Neuehrenfeld.

Siedlungsstruktur[Bearbeiten]

Panorama Lenauplatz in Köln-Neuehrenfeld

Im Mittelpunkt des Viertels liegt der Lenauplatz mit den ihn umgebenden Bürgerbauten aus der späten Gründerzeit. Auch wenn durch die Bombenabwürfe des Zweiten Weltkrieges große Lücken in diesen Baubestand gerissen wurden, deren Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren heute nicht immer als vorteilhaft empfunden wird, lassen sich in Neuehrenfeld doch noch viele reich dekorierte Stuckfassaden finden.

Mehrgenerationenhaus

So wie im sogenannten Chinesenviertel rund um den Takuplatz sind Teile des Neuehrenfelder Stadtgebietes auch durch wohnungsgenossenschaftliche Mietshäuser, die im Zeitalter des Neuen Bauens entstanden, geprägt. Eine neuere Wohnanlage westlich des „Chinesenviertels“ ist das 2006 entstandene, genossenschaftlich organisierte Projekt Wohnen mit Alt und Jung, in dem generationenübergreifendes Wohnen praktiziert wird.

Neuehrenfeld verfügt, nicht zuletzt durch den Zuzug von Migranten aus vielen Ländern, heute über ein vielfältiges Spektrum kleiner Handwerksbetriebe, Geschäfte, Restaurants, Weinstuben und seit einigen Jahren eine zunehmende Anzahl von Szenekneipen.

Herausragende Bauwerke im Stadtteil[Bearbeiten]

Versöhnungskirche (ev) Köln Neuehrenfeld

Evangelische Versöhnungskirche[Bearbeiten]

Der Bau des Kirchengebäudes in Form eines Hexagons wurde 1963 nach den Plänen der Architekten Dr.-Ing. F. W. Bertram und Dr.-Ing. Lang aus Aachen begonnen. Eingeweiht wurde die Kirche der evangelischen Gemeinde Ehrenfeld am 31. Mai 1964. Das Westfenster stellt die Botschaft des Apostels Paulus, die Universalität des Heilgeschehens dar, es wurde von der Ehrenfelder Künstlerin Elfriede Fulda gestaltet.

St. Peter[Bearbeiten]

Auf dem Simarplatz an der Subbelrather Straße gelegen ist St. Peter die zuständige katholische Pfarrkirche für einen großen Teil Neuehrenfelds. Die Kirche wurde ab 1899 im damals beliebten neugotischen Stil errichtet, ihr Architekt war Theodor Roß. Eingeweiht wurde die dreischiffige neugotische Backstein-Hauptkirche am 29. Juni 1901. Die Kirche wird auch Ehrenfelder Dom genannt. 1944 wurde der Bau teilweise zerstört und nach Wiederaufbau 1948 wieder geweiht. Glasarbeiten aus dem Jahr 1978 von Professor Hermann Josef Baum stellen die vier Elemente dar. Der 62 Meter hohe Turm gehört zu den Blickfängen des Stadtteils. Da der Krieg die Kirche nur in geringem Maße beschädigte, ist die Ausstattung aus der Erbauungszeit noch zu einem großen Teil erhalten.

St. Barbara[Bearbeiten]

Durch den Bau der Siedlungshäuser im Chinesenviertel wurde die bisherige Pfarrkirche St. Peter zu klein für die zunehmende Zahl von Gläubigen. Daher wurde von 1927 bis 1929 nach Entwurf des Architekten Karl Colombo die Kirche St. Barbara errichtet. Die Beseitigung von Kriegsschäden und die geänderten liturgischen Erfordernisse nach dem 2. Vatikanischen Konzil führten zu umfangreichen Umbaumaßnahmen zwischen 1965 und 1976. Seitdem macht die Kirche den Eindruck eines Kirchenbaus der 1960er Jahre.

St. Anna[Bearbeiten]

Turm der Pfarrkirche St. Anna

Die katholische Kirche St. Anna wurde in den Jahren 1907 und 1908 nach den Entwürfen von Adolf Nöcker als dreischiffige Basilika erbaut. Nachdem die Kirche im Zweiten Weltkrieg bis auf den Turm schwere Schäden erlitten hatte, planten die Architekten Gottfried Böhm und Dominikus Böhm den 1956 vollendeten Wiederaufbau der Kirche.

Der 56 m hohe, farbenfrohe Westturm erinnert an den Turm des Paderborner Doms. Beim Wiederaufbau wurde das Eingangsportal an die Ostseite zum Christine-Teusch-Platz verlegt und mit großen Glasflächen und einem geschwungenen Dach, das von zwei konischen Stützen getragen wird, völlig neu konstruiert. Das Hauptportal wird dabei von Mauerwerk aus den Trümmersteinen der alten Kirche eingerahmt. Am 16. März 2012 wurde zur Komplettierung des Geläutes eine neue Glocke mit dem Schlagton c gegossen.[1]

Jüdisches Wohlfahrtszentrum[Bearbeiten]

Im Jahre 2004 wurde in dem ehemaligen jüdischen Asyl an der Ottostraße in Köln-Neuehrenfeld das neue Jüdische Wohlfahrtszentrum eröffnet, in dem eine Synagoge, ein Kindergarten, eine Grundschule, ein Elternheim und die Verwaltung der mehr als 5000 Mitglieder zählenden Synagogen-Gemeinde untergebracht sind.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.domradio.de/aktuell/80577/der-stolz-im-westen.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Maubach: Quer durch Ehrenfeld, Ehrenfelder Geschichtspfad (Teil 2). Eigenverlag, Köln 2002.
  • Christian Schuh: Kölns 85 Stadtteile. Emons, Köln 2003, ISBN 3-89705-278-4
  • Gerhard Wilczek: Ehrenfeld einst und jetzt. Höfer in Komm, Köln 1967

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Köln-Neuehrenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien