Bezirk

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Der Begriff Bezirk (von mittelhochdeutsch zirc aus lateinisch circulus ‚Kreis‘, Abkürzungen: Bez./Bz.) bezeichnet ein abgegrenztes Gebiet, einen Landstrich, eine Region, insbesondere aber eine hierarchische Gliederungstufe der Verwaltungsgliederung. In der Abgrenzung bzw. Gegenüberstellung der Begriffe ‚Kreis‘ und ‚Bezirk‘ gibt es historische und regionale Unterschiede.

Stadtbezirk[Bearbeiten]

Ein Stadtbezirk ist die verwaltungstechnische, politische und/oder statistische Einteilung einer Stadt.

Deutschland

In Deutschland ist die Bildung von verwaltungstechnischen und politischen Stadtbezirken in den Gemeindeordnungen der einzelnen Bundesländer geregelt. Größere Städte sind zur Bildung von Stadtbezirken meist verpflichtet. Die formelle Einrichtung der Stadtbezirke erfolgt dabei durch Beschluss des Stadtrats und wird in der Hauptsatzung verankert.
Die individuellen Bezeichnungen für Stadtbezirke variieren oftmals je nach Stadt. So heißen sie beispielsweise in Hamburg und Berlin schlicht Bezirke; in Hessen und Rheinland-Pfalz dagegen wird einheitlich der Begriff Ortsbezirk gebraucht, da in diesen Ländern sowohl Städte wie auch Gemeinden Bezirke bilden können.

Österreich

In Österreich gibt es in einigen (größeren) Städten nominelle Stadtbezirke (Graz und Klagenfurt), in anderen nicht (Salzburg und Innsbruck; dort offiziell Stadtteil genannt).
In Wien gibt es Gemeindebezirke (als unterste Ebene der Stadtgliederung, aber auch weitere Untergliederung).

Eine weitere Art von Stadtbezirken ist in vielen Kommunen – außer in Zählsprengelgemeinden – der Zählbezirk, der bevölkerungsstatistischer Natur ist. In Städten, die keine Zählbezirke haben, sind diese auch in der Stadtgliederung verankert (etwa Linz); in manchen decken sich Zählbezirke und Stadtteile, in anderen nicht.

Manche Städte gliedern sich – wie auch die meisten Gemeinden – in Ortschaften (etwa Innsbruck; dort sind diese gleichzeitig auch Stadtteile), andere nicht (Wien, Salzburg; diese bilden nur eine einzige Ortschaft).

Schweiz

In der Schweiz ist für einen Stadtbezirk der Begriff Stadtkreis üblich.

Verwaltungseinheit[Bearbeiten]

Stadtbezirke als Verwaltungseinheiten unterhalb der Stadtverwaltung werden in Großstädten eingerichtet, um sie bürgernah verwalten zu können. Beispiele sind die Berliner, Hamburger, Wiener, Pariser oder Londoner Bezirke.

Solche Stadtbezirke (auch: Verwaltungsbezirk, Gemeindebezirk) haben ein direkt gewähltes Parlament und einen eigenen „Bürgermeister“ (die Bezeichnungen und Kompetenzen sind je nach Stadt verschieden).

In Nordrhein-Westfalen gibt es nach der Gemeindeordnung Stadtbezirke mit Bezirksvertretungen in den kreisfreien Städten. In Niedersachsen können Stadtbezirke in kreisfreien Städten oder Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern eingerichtet werden.[1]

Der Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung, oft „Bezirksbeirat“ oder „Bezirksversammlung“ genannt, die nach jeder Kommunalwahl neu gebildet wird. Je nach Land wird das Gremium direkt vom Volk gewählt oder durch den Stadtrat bestellt. Der Stadtbezirk hat einen „Bezirksvorsteher“ oder „Bezirksamtsleiter“ der hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig ist und in Berlin „Bezirksbürgermeister“ heißt. Als Verwaltungsstelle des Stadtbezirks dient ein eigens eingerichtetes „Bezirksamt“. Die Bezeichnungen „Bezirksbeirat“, „Bezirksvorsteher“, „Bezirksbürgermeister“ oder „Bezirksamt“ können aber von Land zu Land abweichen.

Die fehlende oder ungleichgewichtige Vertretung von einzelnen Stadtteilen oder Vierteln innerhalb der Stadtbezirke kann zu einem Demokratiedefizit und zu politischen oder sozialen Konflikten führen.

Statistische Einteilung[Bearbeiten]

Sogenannte Stadtbezirke können jedoch auch kleinräumige statistische Gebiete innerhalb von Städten sein, die nichts mit der vorgenannten Selbstverwaltungseinheit Stadtbezirk zu tun haben, ein Beispiel hierfür sind die Stadtbezirke von Frankfurt am Main. Die innerstädtischen Unterteilungen mit Selbstverwaltung heißt dort stattdessen Ortsbezirk.

Neben Verwaltungsbezirken definieren Städte zum Zwecke der kleinräumigen Darstellung statistischer Daten auch Statistische Bezirke als Ebene der Kleinräumigen Gliederung.

Abgrenzung zum Stadtteil[Bearbeiten]

Der Begriff Stadtteil bezeichnet vorrangig eine geographische Einteilung. In kleineren Städten werden die Begriffe häufig synonym verwendet.

Die Abgrenzung zum Begriff Stadtteil ist nicht einheitlich. Ein Stadtbezirk als Verwaltungseinheit oder statistische Einheit kann

  1. mehrere Stadt-/Ortsteile umfassen (z. B. Berlin: Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg umfasst die sechs Ortsteile Schöneberg, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade). Diese Variante ist in deutschen Großstädten die Regel.
  2. identisch mit einem Stadtteil sein (z. B. München, Stadtteil und Stadtbezirk Laim).
  3. einen Teil eines Stadtteils umfassen (z. B. Frankfurt am Main, der Stadtteil Nordend gliedert sich in Nordend-Ost und Nordend-West).

Staatliche Verwaltungseinheiten[Bearbeiten]

Belgien[Bearbeiten]

In Belgien sind die Provinzen in insgesamt 43 Bezirke eingeteilt. Auf Französisch heißen sie arrondissements, auf Niederländisch arrondissementen, werden aber im belgischen Amtsdeutsch offiziell als Bezirke bezeichnet, während daneben inoffiziell auch im Deutschen der Begriff Arrondissement benutzt wird. Die Gleichsetzung der Bezeichnungen „Bezirk“ und „Arrondissement“ ist zwar in Belgien amtlich, kann aber nicht einfach auf andere Staaten übertragen werden. Diese Bezirke sind reine Verwaltungseinheiten, ohne eigene politische Entscheidungsbefugnisse.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland wird der Begriff für folgende (teilweise in ihrer räumlichen Ausdehnung jedoch vergleichbare) regionale Verwaltungsebenen verwendet:

  • die in der preußischen Verwaltungsreform 1815 geschaffenen und später von anderen Ländern übernommenen Regierungsbezirke, an deren Spitze ein Regierungspräsident steht. In Niedersachsen wurden die nicht aus der preußischen Provinz Hannover, sondern aus den Ländern Oldenburg und Braunschweig hervorgegangenen Bezirke Verwaltungsbezirke genannt. Außerdem gab es bis 1928 in Preußen Gemeinde- bzw. Gutsbezirke.
  • die 14 Bezirke der DDR und die Hauptstadt Berlin (ab 1961 in der offiziellen Funktion eines Bezirks[2]), oberstes Gremium war der Rat des Bezirks.
  • In Bayern gibt es außerdem neben den (staatlichen) Regierungsbezirken als kommunale Körperschaften sogenannte Bezirke, die mit den gleichnamigen Regierungsbezirken deckungsgleich sind. Damit gibt es für das gleiche geografische Gebiet jeweils eine Bezirksregierung, die dem Regierungspräsidenten untersteht, und eine Bezirksverwaltung, die dem direkt gewählten Bezirkstag verantwortlich ist. Ähnliches gilt für den Bezirksverband Pfalz.

Historisch[Bearbeiten]

Die Verwendung der Bezeichnung „Bezirk“ für die höhere Verwaltungseinteilung und „Kreis“ für die niedrigere stammt aus Preußen und wurde erst 1938 auf die übrigen Länder übertragen. Vorher wurde in Bayern, Württemberg und Sachsen die höhere Ebene als Kreis bzw. Kreishauptmannschaft bezeichnet und die niedrigere als Bezirk, Oberamt bzw. Bezirkshauptmannschaft. Im Kurfürstentum Hessen wurden die Provinzen nach der Märzrevolution 1848 aufgelöst und durch 9 Bezirke ersetzt, deren Zuschnitt etwa heutigen Landkreisen entsprach. Diese Neuregelung wurde bereit 1851 rückgängig geacht. Siehe hierzu Bezirk (Kurfürstentum Hessen). Noch in der bayerischen Verfassung von 1946 wurden wieder die althergebrachte Bezeichnungen verwendet, also "Kreis" für den Bezirk und "Bezirk" für den Landkreis.

Bei der Annexion Elsass-Lothringens 1871 durch das Deutsche Reich wurde dort die französische Verwaltungseinteilung allerdings nach preußischem Muster umbenannt, die Départements wurden zu Bezirken und die Arrondissements zu Kreisen. Für die unter den Arrondissements/Kreisen liegende Ebene der Cantons wurde die französische Bezeichnung ins Deutsche übernommen.

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich sind die 95 Politischen Bezirke (15 Statutarstädte (Stadtbezirke), 80 Landbezirke – in Vorarlberg und Niederösterreich Verwaltungsbezirke.) Verwaltungseinheiten zwischen Bundesland und Gemeinde, genießen im Gegensatz zu diesen jedoch keine Selbstverwaltungsrechte. Ihr Spitzenbeamter ist ein – ernannter – Bezirkshauptmann (bzw. in den Statutarstädten der Bürgermeister). Zudem gibt und gab es auch Politische Exposituren, die eine Art Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft sind.
Statistisch werden die österreichischen Bezirke zu 35 NUTS-3-Regionen zusammengefasst.

In Österreich gibt es außerdem (mit den Politischen Bezirken nicht immer deckungsgleiche) Gerichtsbezirke als zuständiger Sprengel eines Bezirksgerichts.

Stadtbezirke als innerstädtische Verwaltungsgliederung gibt es in Wien (dort namentlich Gemeindebezirk), in Graz, in Linz (dort Statistischer Bezirk) und Klagenfurt (namentlich nur Bezirk) – die anderen Statutarstädte gliedern sich in Katastralgemeinden (etwa Innsbruck), oder Stadtteile und Katastralgemeinden (etwa Salzburg, St. Pölten).

Schweiz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bezirk (Schweiz)

In der Schweiz ist ein Bezirk eine Gebietskörperschaft der Kantone, die der administrativen Unterteilung von deren Territorium dient, mit Ausnahme der Schwyzer Bezirke aber – im Gegensatz zu den Gemeinden − ohne innere Autonomie ist. Sie wird in einigen Kantonen auch Distrikt, Kreis, Amtei oder Region, früher auch Amt oder Amtsbezirk genannt.

Im Kanton Appenzell Innerrhoden ist Bezirk die Bezeichnung für (politische) Gemeinde.

Südtirol[Bearbeiten]

Südtirol verwendet einen zu Österreich analogen Begriff Bezirk, kennt darüber hinaus auch Bezirksgemeinschaften auf Ebene der Talschaften als Gliederungselemente.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Ist die Verwendung des Begriffs Bezirk schon im deutschen Sprachraum uneinheitlich, so ist die Übersetzung von Verwaltungsbezeichnungen aus anderen Ländern und Sprachen erst recht problematisch. Zumeist werden dabei Analogien zur Verwaltungseinteilung Preußens oder derjenigen der DDR herangezogen, in Donauländern stattdessen österreichische.

Volksrepublik China[Bearbeiten]

Chinesische Verwaltungseinheiten werden auf Deutsch nach preußischem Vorbild in absteigender Reihenfolge als Provinz, Bezirk, Kreis und Gemeinde bezeichnet. In der Volksrepublik China heißt die höchste Gebietskörperschaft innerhalb einer Provinz chinesisch Pinyin , was wörtlich ‚Land‘ bedeutet, aber gewöhnlich mit „Präfektur“ oder „Bezirk“ übersetzt wird. Je nach Anteil ländlicher und städtischer Siedlungen sowie nichtchinesischer Minderheiten wird unterschieden zwischen 地区dìqūRegierungsbezirk“ (wörtlich ‚Landbereich‘; dasselbe chinesische Wort steht auch für ‚Erdball‘), 地級市dìjíshì, „Bezirksfreie Stadt“ (wörtlich ‚Land-Rang-Stadt‘, also Stadt vom Rang eines Landes), und 自治州zìzhìzhōu ‚selbst regierender/s Teilstaat/Bundesland‘, Autonomem Bezirk. Außer in den dünn besiedelten Randregionen haben inzwischen die meisten Bezirke den Status einer bezirksfreien Stadt. Deren Untergliederungen vom Rang eines Kreises, chinesisch  / xiàn, werden unterschieden nach Stadtbezirken, chinesisch 市辖区shìxiáqū ‚städtisch verwalteter Bereich‘ mit rein städtischem Charakter, englisch city district, dann Kreisfreien Städten, chinesisch 县级市xiànjíshì ‚Stadt vom Rang eines Kreises‘, mit großem städtischem Anteil aber auch ländlichen Bereichen, sowie gewöhnlichen Kreisen (xiàn) und Autonomen Kreisen 自治县zìzhìxiàn ‚selbst regierender Kreis‘, letztere mit nennenswertem Bevölkerungsanteil nationaler Minderheiten.

Finnland[Bearbeiten]

Die seutukunta in Finnland liegt in der Hierarchie zwischen der oberen (obersten) Einteilung des Landes in Landschaften (finnisch maakunta, schwedisch landskap) und der Gemeindeebene. In Schwedisch, der zweiten Landessprache Finnlands, heißt diese Verwaltungseinheit ekonomiska region. Von der Funktion her ist sie eher eine Verwaltungsgemeinschaft. Trotzdem wird seutukunta auch mit „Bezirk“ übersetzt.

Indonesien[Bearbeiten]

In Indonesien gibt es unterhalb der Provinzen und oberhalb der Distrikte die 501 Regierungsbezirke (Kabupaten). Sie werden auch als Verwaltungsbezirke bezeichnet, im Englischen und Niederländischen übersetzt man sie als ‚Regentschaft‘, was dem indischen Herkunftswort entspricht und der vorkolonialen Bedeutung. Auf der gleichen Ebene wie ein Kabupaten steht eine Stadt (Kota).

Island[Bearbeiten]

Island ist in vier landsfjórðungar eingeteilt, was gerne mit „Bezirke“ übersetzt wird.

Tschechien[Bearbeiten]

In Tschechien gab es bis 2002 Verwaltungseinheiten, die Okresy „Bezirke“ hießen.

Ungarn[Bearbeiten]

Ungarn wurde schon bald nach seiner mittelalterlichen Staatsgründung in Megye eingeteilt. Im Deutschen und Französischen wird der Begriff zumeist mit Komitat/Comitat wiedergegeben, abgeleitet von lateinisch comitatus („Grafschaft“). Diese Einteilung wurde nach der Türkenherrschaft wiederhergestellt (63 Megye) und hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Seit dem 2. Weltkrieg gibt es 19 Megye und die Hauptstadt Budapest. Als Ebene darunter wurden im Kaisertum Österreich die Járás eingerichtet, auf Deutsch „Bezirke“ nach österreichischer Definition. 1983/84 durch Város- und Nagyközség (Stadt- bzw. Großgebiete), 1994 durch Kistérség (Kleingebiete) ersetzt, wurden die Járás 2013 wiederhergestellt. Jetzt gibt es 175 Kárás, davon 23 in Budapest.

Ukraine[Bearbeiten]

In der Ukraine bilden die Oblaste wie schon in den Sowjetrepubliken die oberste Gebietseinteilung. Oblast kann auch mit Bezirk übersetzt werden. Dem Bezirk entsprechen aber hier die weiteren Gebietsunterteilungen, die Rajon genannt werden.

Englischsprachige Staaten[Bearbeiten]

In England sind die Counties (Grafschaften) seit 1965 in Districts eingeteilt, was manchmal mit „Bezirke“ übersetzt wird. Zuschnitt und Kompetenzen dieser Verwaltungseinheiten weisen erhebliche Unterschiede auf. In überwiegend ländlich geprägten Grafschaften gibt es Non-Metropolitan Districts, zu denen aber auch der eine oder andere „Stadtkreis“ gerechnet wird. In Ballungsgebieten gibt es Metropolitan Districts, die oft als Boroughs bezeichnet werden, z. B. die London Boroughs. Seit den 1990er Jahren wurden manche Städte in Ballungsgebieten, aber auch die eine oder andere ganze Grafschaft, in Unitary Authorities umgewandelt.

In Schottland gab es von 1889 bis 1975 ebenfalls Grafschaften, seit 1996 gibt es unterhalb der Landesverwaltung nur noch eine einzige Verwaltungsebene, die 32 Council Areas (Großgemeinden). In Wales, das seit dem Mittelalter bis 1975 in Grafschaften und anschließend stattdessen in 37 Distrikte eingeteilt war, gibt es seit 1996 ebenfalls eine einstufige Verwaltung, wobei die Großgemeinden hier Principal Areas heißen.

In den Vereinigten Staaten werden die Wahlkreise als districts bezeichnet. Und weil das Gebiet der amerikanischen Bundeshauptstadt District of Columbia genannt wird, bezeichnen auch mehrere andere Staaten ihr Hauptstadtterritorium in der jeweiligen Landessprache als „Bundesdistrikt“ oder „Nationaldistrikt“.

Die neun Provinzen Südafrikas sind in insgesamt 52 Distrikte eingeteilt. Die acht größten Städte bilden dabei Metropolitan Districts.

Französischsprachige Staaten[Bearbeiten]

In Frankreich und nach französischem Vorbild auch der Senegal sind in Regionen, Départements und Arrondissements eingeteilt, Haiti entsprechend der früheren französischen Situation nur in Départements und Arrondissements. Da Département und Arrondissement gleichermaßen mit „Bezirk“ übersetzt werden können, dient es der Klarheit, auch im Deutschen die Originalbezeichnungen zu verwenden. Der kanadische Teilstaat („Provinz“) Québec ist in 17 régions administratives („Verwaltungsgebiete“, man könnte auch „Verwaltungsbezirke“ sagen) eingeteilt, unterhalb davon gibt es 82 municipalités régionales de comté („Regionale Grafschaftsgemeinden“), die wiederum zusammen mehr als tausend municipalités locaux (Ortsgemeinden) umfassen, und zwei communautés métropolitaines („Großstädtische Gemeinschaften“).

Spanischsprachige Staaten[Bearbeiten]

Bei den Verwaltungsgliederungen spanischsprachiger Staaten gibt es eine große Vielfalt der Strukturen und der Benennungen; Provincia heißen in Argentinien die Bundesstaaten, in Spanien die zweitunterste Ebene. Departamentos bilden in Argentinien die zweitunterste Ebene, in Kolumbien die einzige zwischen dem Gesamtstaat und den Municipios („Gemeinden“). In Kuba bilden die Provincias diese Ebene. In Venezuela werden die Gliederungen der zweitunterste Ebene als Municipios bezeichnet, darunter gibt es noch die Parroqíuas (wörtlich „Pfarrgemeinden“). In Ecuador liegen es zwischen Parroquías und Provincias die Cantones. In Guatemala ist in 8 Regiones, darunter 22 Departamentos und 334 Municipios (Gemeinden). In Mexiko gibt anscheinend zwischen den Bundesstaaten und den Gemeinden keine weitere Verwaltungsebene. Für die meisten Gliederungsbezeichnungen zwischen Gesamtstaat und Gemeinde gibt es also deutsche Formen, die nicht weniger geläufig sind als das Wort Bezirk, oder das spanische Wort ist in seiner französischen Entsprechung bekannt.

Weitere Bedeutungen[Bearbeiten]

Daneben bezeichnen auch viele Unternehmen, Parteien, Gewerkschaften, Sportverbände etc. ihre regionalen Organisationseinheiten als Bezirke.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Bezirk – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Stadtbezirk – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Niedersächsische Gemeindeordnung (zu Stadtbezirken siehe ab Seite 26 der PDF-Datei; 188 kB)
  2. Ordnung über die Aufgaben und die Arbeitsweise der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin und ihrer Organe, Erlass des Staatsrates der DDR vom 7. September 1961 (GBl. SDr. 341, S. 3).