Kabinett Osttimors

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Regierungspalast 2011

Das Kabinett Osttimors bildet die Regierung Osttimors (Timor-Leste).

Diese Listen führen die Mitglieder der Regierungen auf.

Kabinett 1975[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kabinett Osttimors (1975)

Am 28. November 1975 rief die FRETILIN einseitig die Unabhängigkeit Portugiesisch-Timors von Portugal aus und rief die Demokratische Republik Timor-Leste aus. Am 30. November stellte das Zentralkomitee der FRETILIN eine Regierung auf. Schon am 7. Dezember starteten die Streitkräfte Indonesiens einen Großangriff, und die Regierung musste fliehen. 1975 bis 1999 war das Land dann als Provinz Timor Timur annektiert, und die Regierung amtierte im Untergrund.

Übergangsregierung unter den Vereinten Nationen 1999[Bearbeiten]

Sérgio Vieira de Mello, 2002

Im September 1999 landeten internationale Truppen der INTERFET unter australischer Führung im bis dahin von Indonesien besetzten Osttimor und übernahmen die Kontrolle. Mit der Resolution des Weltsicherheitsrates 1272 wurde die UN-Übergangsverwaltung UNTAET[1][2] am 25. Oktober bemächtigt, ab den 14. Februar 2000 den Wiederaufbau des Landes zu organisieren und die Militärmission INTERFET abzulösen.[3] Am 17. November übernahm Sergio Vieira de Mello als neuer UN-Sondergesandter in Dili seine Aufgabe als Übergangsverwalter Osttimors.

Im Dezember wurde der 15-köpfige National Consultative Council (NCC) geschaffen, der die Bevölkerung Osttimors in der Verwaltung vertreten sollte. Am 23. Februar 2000 ging das militärische Kommando von INTERFET auf UNTAET über. Am 21. Juni 2000 vereinbarten UNTAET und der CNRT die Neuordnung des NCC. Im nun 33-köpfigen Rat saßen je ein Vertreter der 13 Distrikte, sieben Vertreter des CNRT und drei Repräsentanten anderer politischer Gruppen. Die restlichen zehn Repräsentanten vertraten die Jugend, Frauengruppen, die Gemeinden der Katholiken, Protestanten und Muslime, Arbeiter-, Berufs- und Bauernverbände und die Geschäftswelt. Am 12. Juli stellte der NCC ein Übergangskabinett auf.[4] Am 23. Oktober wurde CNRT-Präsident Xanana Gusmão zum Sprecher des NCC gewählt. Die Nationaluniversität Osttimors wurde am 15. November wieder eröffnet.[5]

Übergangsregierung 30. September 2001 - 19. Mai 2002
Name Posten
Sérgio Vieira de Mello Administrator
Mari Alkatiri (FRETILIN) Chefminister und Minister für Wirtschaft und Entwicklung
António da Conceição (PD) Berater zur Entwicklung der Planungskommission
Maria Micató Domingas Fernandes Alves (parteilos) Beraterin für die Gleichstellung der Geschlechter
Isabel da Costa Ferreira (parteilos, ehemals UDT) Beraterin für Menschenrechte
Emília Pires (parteilos) Sekretärin der Kommission zur Planung der Übergangsregierung
Mariano José Lopes da Cruz (parteilos) Generalinspekteur der Übergangsregierung
Minister
Estanislau da Silva (FRETILIN) Minister für Landwirtschaft und Fischerei
Armindo Maia (parteilos) Minister für Bildung, Kultur und Jugend
Ovídio de Jesus Amaral (FRETILIN) Minister für Verkehr und Kommunikation
César Vital Moreira (FRETILIN) Minister für Wasser und staatliche Bauvorhaben
Rui Maria de Araújo (parteilos) Minister für Gesundheit
Antoninho Bianco (FRETILIN) Minister für Innere Verwaltung
Fernanda Mesquita Borges (parteilos) Ministerin für Finanzen
Maria Madalena Brites Boavida Ministerin für Finanzen nach Rücktritt von Fernanda Borges
Ana Pessoa Pinto (FRETILIN) Ministerin für Justiz
José Ramos-Horta (parteilos) Minister für Äußeres und Kooperation
Vizeminister
Roque Félix de Jesus Rodrigues (parteilos) Vizeminister für Bildung, Kultur, Jugend und Sport. Ab 30. April 2002 zusätzlich Staatssekretär für Verteidigung
João Soares Martins (PD) Vizeminister für Gesundheit
Ilda Maria da Conceição (parteilos) Vizeminister für Innere Verwaltung
Arlindo Rangel da Cruz (FRETILIN) Vizeminister für Finanzen
Domingos Maria Sarmento (FRETILIN) Vizeminister für Justiz
Jorge da Conceição Teme (FRETILIN) Vize-Minister für Äußeres und Kooperation
Fernando de Araújo (PD) Vize-Minister für Äußeres und Kooperation
Staatssekretäre
Egídio de Jesus (FRETILIN) Staatssekretär für Natürliche Ressourcen und Mineralien
Gregório José da Conceição Ferreira de Sousa (FRETILIN) Staatssekretär für den Ministerrat
Arsénio Paixão Bano (parteilos) Staatssekretär für Arbeit und Solidarität

I. Regierung: 20. Mai 2002 - 26. Juni 2006[Bearbeiten]

2002 bis 2003[Bearbeiten]

Marí Bin Amude Alkatiri, Premierminister

Bei den Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung 2001 hatte die FRETILIN die absolute Mehrheit gewonnen. Sie stellte mit Marí Alkatiri den ersten Premierminister nach der indonesischen Besatzung.

Am 20. Mai wurden die Kabinettsmitglieder mit der offiziellen Entlassung Osttimors in die Unabhängigkeit neu vereidigt.[6]

Regierung Alkatiri 20. Mai 2002 - 4. März 2003
Name Posten
Marí Bin Amude Alkatiri (FRETILIN) Premierminister, Minister für Entwicklung und Umwelt
Minister
José Ramos-Horta (parteilos) Minister für Äußeres
Ana Pessoa Pinto (FRETILIN) Ministerin für Justiz
Maria Madalena Brites Boavida Minister für Planung und Finanzen
Ovídio de Jesus Amaral (FRETILIN) Minister für Verkehr, Kommunikation und staatliche Bauvorhaben
Rogerio Tiago Lobato (FRETILIN) Minister für Innere Verwaltung
Estanislau da Silva (FRETILIN) Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei
Armindo Maia (parteilos) Minister für Bildung, Kultur, Jugend und Sport
Rui Maria de Araújo (parteilos) Minister für Gesundheit
Vizeminister
José Luís Guterres Vizeminister für Äußeres und Kooperation
Jorge da Conceição Teme (FRETILIN) Vizeminister für Äußeres und Kooperation
César Vital Moreira (FRETILIN) Vizeminister für Verkehr, Kommunikation und staatliche Bauvorhaben
Manuel Abrantes Vizeminister für Justiz
Domingos Maria Sarmento (FRETILIN) Vizeminister für Justiz
Aicha Bassarewan Vizeminister für Planungen und Finanzen
Ilda Maria da Conceição (parteilos) Vizeminister für Innere Verwaltung
Alcino Araújo Baris Vizeminister für Innere Verwaltung
Luís Maria Lobato Vizeminister für Gesundheit
Rosária Corte-Real Vizeministerin für Bildung an den Grund- und Sekundärschulen (ab September 2002)[7]
Staatssekretäre
Roque Félix de Jesus Rodrigues (parteilos) Staatssekretär für Verteidigung
Arsénio Paixão Bano Staatssekretär für Arbeit und Solidarität
Arlindo Rangel da Cruz (FRETILIN) Staatssekretär für Handel und Industrie
Gregório José da Conceição Ferreira de Sousa (FRETILIN) Staatssekretär für den Ministerrat
Antoninho Bianco (FRETILIN) Staatssekretär für parlamentarische Angelegenheiten für den Premierminister
Egídio de Jesus (FRETILIN) Staatssekretär für Elektrizität und Wasser
beim Ministerium für Verkehr, Kommunikation und staatliche Bauvorhaben
José Teixeira Staatssekretär für Tourismus, Umwelt und Investitionen
beim Ministerium für Entwicklung und Umwelt
Virgílio Simith Staatssekretär für Bildung, Kultur, Jugend und Sport

Kabinettsumbildung am 6. März 2003[Bearbeiten]

Am 4. März 2003 wurden folgende Kabinettsmitglieder zur Umgestaltung der Ministerien zunächst aus ihren Ämtern entlassen: Ana Pessoa, Rogério Lobato, Domingos Sarmento, Alcino Baris und Ilda da Conceição. Sie wurden in ihren neuen Ämtern zusammen mit neuen Kabinettsmitgliedern am 6. März vereidigt.[6] Am 8. Mai 2003 wurde der stellvertretende Außenminister José Luís Guterres Botschafter Osttimors in den Vereinigten Staaten. Jorge da Conceição Teme wurde im Mai 2003 der erste Botschafter Osttimors in Australien.[8]

Neue Posten ab dem 6. März 2003
Name Posten
Minister
Ana Pessoa Pinto (FRETILIN) Ministerin für den Ministerrat
Rogerio Tiago Lobato (FRETILIN) Minister für Inneres
Domingos Maria Sarmento (FRETILIN) Minister für Justiz
Vizeminister
Alcino Araújo Baris Vizeminister für Inneres
Ilda Maria da Conceição (parteilos) Vizeministerin für Staatsadministration
Abel Ximenes Vizeminister für Entwicklung und Umwelt
Staatssekretäre
João Baptista Alves Staatssekretär für staatliche Bauvorhaben

Kabinettsumbildung am 26. Juli 2005[Bearbeiten]

Am 26. Juli 2005 wurde die Regierung umgebildet.[6]

Infolge der Geschehnisse bei den Unruhen in Osttimor 2006 mussten zunächst Innenminister Rogerio Lobato und Verteidigungsminister Roque Rodrigues zurück. Ramos-Horta übernahm zusätzlich das Verteidigungsministerium, während das Alcino Baris neuer Innenminister wurde. Am 25. Juni traten Ramos-Horta, Ovídio Amaral und Luís Maria Lobato aus Protest gegen Premierminister Alkatiri zurück.

Regierung Alkatiri 26. Juli 2005 - 26. Juni 2006
Name Posten
Marí Bin Amude Alkatiri (FRETILIN) Premierminister, Minister für Natürliche Ressourcen, Mineralien und Energiepolitik
Minister
José Ramos-Horta (parteilos) Minister für Äußeres
Maria Madalena Brites Boavida Minister für Planung und Finanzen
Ana Pessoa Pinto (FRETILIN) Ministerin für Staatsadministration
Ovídio D. J. Amaral (FRETILIN) Minister für Verkehr und Kommunikation
Rogerio Tiago Lobato (FRETILIN) Minister für Inneres
Roque Félix de Jesus Rodrigues (parteilos) Minister für Verteidigung
Antoninho Bianco (FRETILIN) Minister für den Ministerrat
Estanislau da Silva (FRETILIN) Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei
Armindo Maia (parteilos) Minister für Bildung und Kultur
Rui Maria de Araújo (parteilos) Minister für Gesundheit
Domingos Maria Sarmento (FRETILIN) Minister für Justiz
Abel Ximenes Minister für Entwicklung
Odete Vitor da Costa Minister für staatliche Bauvorhaben
Arsénio Paixão Bano Minister für Arbeit
Vizeminister
Olímpico Branco Vizeminister für Äußeres und Kooperation
Aicha Bassarewan Vizeminister für Planungen und Finanzen
Valentim Ximenes Vizeminister für Staatsadministration
José Teixeira Vizeminister für natürliche Ressourcen, Mineralien und Energiepolitik
Alcino Araújo Baris Vizeminister für Inneres
Francisco Tilman de Sá Benevides Vizeminister für Kaffee und Forstwirtschaft
Rosária Corte-Real Vizeministerin für Bildung an den Grund- und Sekundärschulen
Luís Maria Lobato Vizeminister für Gesundheit
Manuel Abrantes Vizeminister für Justiz
Arcanjo da Silva Vizeminister für Entwicklung
Raúl da Cunha Mousaco Vizeminister für staatliche Bauvorhaben
Staatssekretäre
Gregório José da Conceição Ferreira de Sousa (FRETILIN) Staatssekretär für den Ministerrat
José Manuel Fernandes Staatssekretär für Jugend und Sport
João Baptista Alves Staatssekretär für Umweltschutzkoordination, territoriale Ordnung und technische Entwicklung
José Maria dos Reis Staatssekretär für die Region I
Virgílio Simith Staatssekretär für die Region II
Egídio de Jesus (FRETILIN) Staatssekretär für die Region III
César da Cruz Staatssekretär für die Region IV
Albano Salem Staatssekretär für die Bewohner von Oecussi-Ambeno
David Ximenes Staatssekretär für Veteranen und ehemalige Kämpfer

II. Regierung: 14. Juli 2006 - 19. Mai 2007[Bearbeiten]

José Ramos-Horta, Premierminister und Außenminister

Am 26. Juni 2006 musste Alkatiri zurücktreten. Am 10. Juli wurde der parteilose José Ramos-Horta als sein Nachfolger vereidigt. Am 14. Juli wurden sein Kabinett vorgestellt.[9]

Regierung Ramos-Horta 14. Juli 2006 - 19. Mai 2007
Name Posten
José Ramos-Horta (parteilos) Premierminister, Minister für Verteidigung
Estanislau da Silva stellvertretender Premierminister, Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei
Rui Maria de Araújo (parteilos) stellvertretender Premierminister, Minister für Gesundheit
Minister
Domingos Maria Sarmento (FRETILIN) Minister für Justiz
Rosária Corte-Real Minister für Bildung und Kultur
Alcino Araújo Baris Minister für Inneres
Inácio Moreira Minister für Verkehr und Kommunikation
Maria Madalena Brites Boavida Minister für Planung und Finanzen
Ana Pessoa Pinto (FRETILIN) Minister für Staatsadministration
José Luís Guterres Minister für Äußeres
Arcanjo da Silva Minister für Entwicklung
Arsénio Paixão Bano Minister für Arbeit und Solidarität
Odete Vitor da Costa Minister für staatliche Bauvorhaben
José Teixeira Minister für Natürliche Ressourcen, Mineralien und Energie
Antoninho Bianco (FRETILIN) Minister für den Ministerrat
Vizeminister
Valentim Ximenes Vizeminister für Staatsadministration
Filomeno Aleixo Vizeminister für Staatsadministration
Ilda Maria da Conceição (parteilos) Vizeministerin für Grund- und Mittelschule
Víctor da Conceição Soares Vizeminister für Technische und höhere Bildung
José Agostinho Sequeira Vizeminister für Inneres
Aicha Bassarewan Vizeministerin für Planung und Finanzen
Francisco Tilman de Sá Benevides Vizeminister für Landwirtschaft, Forst und Fischerei
Luís Maria Lobato Vizeminister für Gesundheit
Isabel da Costa Ferreira (parteilos) Vizeminister für Justiz
Adaljiza Magno Vizeministerin für Außenangelegenheiten und Kooperation
Raúl da Cunha Mousaco Vizeminister für staatliche Bauvorhaben
António Cepeda Vizeminister für Entwicklung
Staatssekretäre
João Baptista Alves Staatssekretär für Umweltplanung, Territorialordnung und Entwicklung
Gregório José da Conceição Ferreira de Sousa (FRETILIN) Staatssekretär für den Ministerrat
José Maria dos Reis Staatssekretär für die Region I
Adriano Corte-Real Staatssekretär für die Region II
Carlos da Conceição de Deus Staatssekretär für die Region III
Lino de Jesus Torrezão Staatssekretär für die Region IV
Albano Salem Staatssekretär für die Bewohner von Oecussi-Ambeno
José Manuel Fernandes Staatssekretär für Jugend und Sport
David Ximenes Staatssekretär für Veteranen und ehemalige Kämpfer

III. Regierung: 19. Mai 2007 - 8. August 2007[Bearbeiten]

Staatssekretäriat für Jugend und Sport
Logo des Finanzministeriums Osttimors
Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei, Büro für Forstwirtschaft in Caicoli

Am 18. Mai 2007 trat José Ramos-Horta als Premier- und Verteidigungsminister zurück, um am nächsten Tag zum Staatspräsidenten vereidigt zu werden. Estanislau da Silva von der FRETILIN wurde für die Zeit bis zu den Neuwahlen im selben Jahr neuer Premierminister.[10]

Regierung da Silva 18. Mai 2007 - 8. August 2007
Name Posten
Estanislau da Silva Premierminister, Minister für Verteidigung
Rui Maria de Araújo (parteilos) stellvertretender Premierminister, Minister für Gesundheit
Minister
Domingos Maria Sarmento (FRETILIN) Minister für Justiz
Rosária Corte-Real Minister für Bildung und Kultur
Alcino Araújo Baris Minister für Inneres
Inácio Moreira Minister für Verkehr und Kommunikation
Maria Madalena Brites Boavida Minister für Planung und Finanzen
Ana Pessoa Pinto (FRETILIN) Minister für Staatsadministration
Arcanjo da Silva Minister für Entwicklung
Arsénio Paixão Bano Minister für Arbeit und Solidarität
Odete Vitor da Costa Minister für staatliche Bauvorhaben
José Teixeira Minister für Natürliche Ressourcen, Mineralien und Energie
Antoninho Bianco (FRETILIN) Minister für den Ministerrat
Francisco Tilman de Sá Benevides Minister für Landwirtschaft, Forst und Fischerei
Vizeminister
Valentim Ximenes Vizeminister für Staatsadministration
Filomeno Aleixo Vizeminister für Staatsadministration
Ilda Maria da Conceição (parteilos) Vizeministerin für Grund- und Mittelschule
Víctor da Conceição Soares Vizeminister für Technische und höhere Bildung
José Agostinho Sequeira Vizeminister für Inneres
Aicha Bassarewan Vizeministerin für Planung und Finanzen
Luís Maria Lobato Vizeminister für Gesundheit
Adaljiza Magno Vizeministerin für Außenangelegenheiten und Kooperation
Raúl da Cunha Mousaco Vizeminister für staatliche Bauvorhaben
António Cepeda Vizeminister für Entwicklung
Staatssekretäre
João Baptista Alves Staatssekretär für Umweltplanung, Territorialordnung und Entwicklung
Gregório José da Conceição Ferreira de Sousa (FRETILIN) Staatssekretär für den Ministerrat
José Maria dos Reis Staatssekretär für die Region I
Adriano Corte-Real Staatssekretär für die Region II
Carlos da Conceição de Deus Staatssekretär für die Region III
Lino de Jesus Torrezão Staatssekretär für die Region IV
José Manuel Fernandes Staatssekretär für Jugend und Sport
David Ximenes Staatssekretär für Veteranen und ehemalige Kämpfer

IV. Regierung: 8. August 2007 – 8. August 2012[Bearbeiten]

Schulkinder besuchen Premierminister Gusmão im Kabinettssaal
Außenministerium
Staatssekretäriat für Kultur Osttimors
Ministerium für Tourismus, Handel und Industrie

Aus den Parlamentswahlen 2007 ging zwar erneut die FRETILIN als stärkste Partei hervor, sie verlor aber ihre absolute Mehrheit im Parlament. Die Regierungskoalition „Aliança da Maioria Parlamentar AMP“ (Allianz der Parlamentarischen Mehrheit) wird gebildet aus den Parteien Congresso Nacional da Reconstrução Timorense CNRT, Coligação Associação Social-Democrata de Timor ASDT/Partido Social Democrata PSD und Partido Democrático PD. Ungewöhnlich ist die Berufung von Avelino Coelho da Silva, dem Generalsekretär der Partido Socialista de Timor PST, als Staatssekretär für Energiepolitik, obwohl seine Partei bei den Wahlen an der Drei-Prozenthürde gescheitert war. Der neue stellvertretende Premierminister José Luis Guterres hatte bis zur Wahl noch versucht innerhalb der FRETILIN eine Reformbewegung gegen Partei-Generalsekretär Marí Alkatiri zu führen, musste aber nach der Wahl die Partei verlassen. Seine Ernennung wird als Angebot an die Reformer der FRETILIN Mudança gesehen, sich an der Regierung zu beteiligen. Nach der Regierungsbildung wurde mehrere FRETILIN-Angehörige weitere Posten angeboten, doch die Parteiführung lehnte eine Beteiligung in der aus ihrer Sicht illegalen Regierung ab, solange sie nicht den Premierminister stellt.

Xanana Gusmão behielt die für Osttimor wichtigen Ministerämter für Verteidigung und Natürliche Ressourcen in seinen Händen. Staatssekretär für Verteidigung wurde Júlio Tomás Pinto, Staatssekretär für Natürliche Ressourcen war Alfredo Pires.

Die ersten Regierungsmitglieder wurden am 8. August 2007 vereidigt, die letzten am 30. August.

Obwohl die Partido Unidade Nacional (PUN) nicht Teil der Regierungskoalition war, wurde ihr Parlamentsabgeordneter José dos Reis Francisco Abel 2007 Staatssekretär für ländliche Entwicklung und Kooperativen und verließ daher das Parlament. Später wurde Abel Leiter des Major Projects Secretariat im Finanzministerium.[11] Papito Monteiro (PSD), sein Nachfolger als Staatssekretär für ländliche Entwicklung, trat aus gesundheitlichen Gründen Anfang September 2008 zurück. Ihm sollte ein anderes Mitglied der PSD folgen, der Posten wurde aber nicht mehr besetzt.[12]

Bei einem Parteitag Anfang 2008 entschied sich die ASDT ihre Vertreter in der Regierung, Tourismusminister Gil da Costa Alves und Staatssekretär für Umwelt Abílo de Deus de Jesus Lima, zu entlassen. Sie beschuldigte beide Politiker der Korruption, zu großer Nähe zum indonesischen Militär und Wirtschaft und dass sie nicht die Ideologie der ASDT repräsentieren würden. Premierminister Gusmão weigerte sich die beiden zu entlassen, worauf Anfang Mai die ASDT eine Vereinbarung mit der FRETILIN über eine zukünftige Zusammenarbeit unterzeichnete. Allerdings kam es dazu nicht.

Vom 22. Januar 2009 bis zum 6. September 2010 war Mário Viegas Carrascalão (PSD) zweiter stellvertretender Premierminister.[13] Am 18. März 2009 wechselte Rui Manuel Hanjam seinen Bereich als Vizeminister von Wirtschaft und Entwicklung zu Finanzen. Neuer Vizeminister für Wirtschaft und Entwicklung wurde Cristiano da Costa. Außerdem wurde José Manuel Carrascalão (ASDT) 2009 Vizeminister für Infrastruktur.[14]

Am 8. Februar 2010 verstarb der Staatssekretär für Fischerei Eduardo de Carvalho (PD). Im September 2010 wurden der stellvertretende Premierminister Guterres und Außenminister Costa wegen Amtsmißbrauch und Korruption von der Staatsanwaltschaft angeklagt und daraufhin von Premierminister Gusmão und dem Parlament von ihren Ämtern vorläufig suspendiert.[15] Als stellvertretender Außenminister wurde am 27. Oktober 2010 Alberto Costa vereidigt.[16]

Am 25. November wies das Distriktsgericht von Dili alle Vorwürfe gegen Zacarias da Costa zurück.[17] 2011 ernannte Premierminister Gusmão Emília Pires zu seiner Vertreterin, während er vom 1. bis zum 11. März auf Dienstreise im Ausland war. Am 9. Mai 2011 wurde Guterres von den Anschuldigungen durch das Gericht freigesprochen.[18] Dafür kamen wenige Monate später neue Vorwürfe gegen die Ministerinnen Emília Pires (Finanzen), Lúcia Lobato (Justiz, PSD) und Arcângelo Leite (Staatsadministration) auf. Justizministerin Lobato wurde im März 2012 für die Dauer der Gerichtsverhandlung suspendiert. Als amtierender Justizminister wurde Ivo Jorge Valente eingesetzt. Am 8. Juni wurde Lobato wegen Fondmissmanagement zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.[19]

Regierung Gusmão 8. August 2007 – 8. August 2012[20]
Name Posten
Xanana Gusmão (CNRT) Premierminister, Minister für Verteidigung und Sicherheit, Minister für Natürliche Ressourcen, Mineralien und Energie
José Luís Guterres (Frenti-Mudança) stellvertretender Premierminister
Minister
Ivo Jorge Valente (CNRT)
amtierend
Minister für Justiz
Nélson Martins (parteilos) Minister für Gesundheit
João Câncio Freitas (parteilos) Minister für Bildung und Kultur
Mariano Assanami Sabino Lopes (PD) Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei
Pedro Lay (parteilos) Minister für Infrastruktur
Emília Pires (parteilos) Ministerin für Planung und Finanzen
Arcângelo Leite (PD) Minister für Staatsadministration
Zacarias Albano da Costa (PSD) Minister für Äußeres
João Joy Mendes Gonçalves (PSD) Minister für Wirtschaft und Entwicklung
Maria Micató Domingas Fernandes Alves (parteilos) Ministerin für Soziale Solidarität
Gil da Costa Alves (ASDT) Minister für Tourismus, Handel und Industrie
Vizeminister
Maria Madalena Fernandes Hanjam Costa Soares Vizeministerin für Gesundheit
Paulo Assis Belo (PD) Vizeminister für Bildung
Cristiano da Costa Vizeminister für Wirtschaft und Entwicklung (seit 18. März 2009)
Rui Manuel Hanjam (PD) Vizeminister für Finanzen
José Manuel Castela Viegas Carrascalão (ASDT) Vizeminister für Infrastruktur (seit 2009)
Alberto Costa (?) Vizeminister für Äußeres (seit 27. Oktober 2010)
Staatssekretäre
Hermenegildo Ágio Pereira (CNRT) Staatssekretär für den Ministerrat und Regierungssprecher
Júlio Tomás Pinto (CNRT) Staatssekretär für Verteidigung
Alfredo Pires (CNRT) Staatssekretär für Natürliche Ressourcen
Miguel Marques Gonçalves Manetelu Staatssekretär für Jugend und Sport
Idelta Maria Rodrigues (CNRT) Staatssekretärin für Gleichstellung
Abílo de Deus de Jesus Lima (ASDT) Staatssekretär für Umwelt
Jacinto Rigoberto Gomes de Deus (CNRT) Staatssekretär für Sozialhilfe und Naturkatastrophen
Eduardo de Carvalho (PD, † 8. Februar 2010) Staatssekretär für Fischerei
Valentino Varela (CNRT) Staatssekretär für Viehzucht
José dos Reis Francisco Abel (PUN, 2007) Staatssekretär für ländliche Entwicklung
Papito Monteiro (PSD, bis 2008) Staatssekretär für ländliche Entwicklung
Mário Nicolau dos Reis (PD) Staatssekretär für Angelegenheiten der Veteranen der nationalen Befreiung
Domingos dos Santos Caeiro (PD) Staatssekretär für Arbeiten der Öffentlichen Hand
Virgílio Simith (CNRT) Staatssekretär für Kultur
Francisco da Costa Guterres (parteilos) Staatssekretär für Sicherheit
Vítor da Costa (CNRT) Staatssekretär für soziale Sicherheit
Florindo Pereira (PD) Staatssekretär für Verwaltungsreform
Bendito dos Santos Freitas (CNRT) Staatssekretär für berufliche Entwicklung
Jorge da Conceição Teme (Frenti-Mudança) Staatssekretär für die autonome Region Oécussi
Januário da Costa Pereira (CNRT) Staatssekretär für Elektrizität, Wasser und Urbanisation
Marcos da Cruz (PD) Staatssekretär für Land- und Forstwirtschaft
Avelino Maria Coelho da Silva Staatssekretär für Energiepolitik

V. Regierung: 8. August 2012 – 16. Februar 2015[Bearbeiten]

Xanana Gusmão
Bildungsministerium
Ministerium für Handel, Industrie und Umwelt
Emblem des Ministeriums für Staatsadministration
Staatssekretäriat Jugend und Sport
Ministerium für Soziale Solidarität
Gesundheitsministerium Osttimors

Am 8. August 2012 trat die V. Regierung Osttimors erstmals zusammen. Premierminister wurde wieder Xanana Gusmão, der eine Koalition aus CNRT, PD und Frenti-Mudança führt. Die FRETILIN war bei den Parlamentswahlen 2012 zweitstärkste Partei geworden und bildet die einzige Oppositionspartei.

PD-Vizegeneralsekretär Samuel Mendonça erklärte noch am 10. Juli 2012, dass die PD in die Opposition gehen würde, falls Parteilose in das Kabinett aufgenommen werden sollten. Das würde nicht den Kriterien der PD entsprechen.[21] Trotzdem finden sich in der Regierung mehrere parteilose Mitglieder wieder.

Die Regierung wuchs auf 56 Mitglieder an. Sie hat soviele Mitglieder, wie nie zuvor und damit mehr, als die Regierung von Indonesien. Außerdem sind drei Geschwisterpaare unter den Ministern, was der Regierung den Vorwurf der Oligarchie einbrachte.[22] Professor Damien Kingsbury von der Deakin University widersprach dieser Kritik. Man könne Vizeminister und Staatssekretäre nicht mit Ministerposten bei der Zählung gleichsetzen, so dass die Anzahl der Regierungsmitglieder nicht ungewöhnlich sei.[23]

Für das Verteidigungsministerium war zunächst Maria Domingas Alves vorgesehen, doch hat Präsident Taur Matan Ruak, der früher militärischer Oberkommandierender der Armee war, sich nach Presseberichten gegen die bisherige Ministerin für soziale Solidarität ausgesprochen, weswegen stattdessen Cirilo José Cristóvão zum Verteidigungsminister vereidigt werden sollte. Eine Rückkehr auf ihren alten Ministerposten lehnte Domingas angeblich aufgrund der „Beleidigung“ ab.[24] Am 23. Oktober 2012 wurde schließlich Premierminister Xanana Gusmão selbst zum Verteidigungsminister vereidigt.

Kritik gab es auch an Jaime Xavier Lopes, dem neuen Staatssekretär für Grundstücke und Eigentum. Er war früher Chef der Kampfsportorganisation Perguruan Setia Hati Terate (PSHT) und saß im Zusammenhang mit Gewalttaten der Organisation im Gefängnis.[25][26]

Im November 2013 kündigte Gusmão an, er wolle sich noch vor Ablauf der Legislaturperiode von der aktiven Politik zurückziehen.[27] Spätestens im September 2014 würde er als Premierminister zurücktreten.[28] Später verschob er den Termin auf April 2015, da er noch die neuen Verhandlungen zum Grenzstreit mit Australien zu Ende bringen wolle.[29] Anfang 2015 kündigte Premierminister Xanana Gusmão erneut an, die Regierung umzubilden und auch selbst vorzeitig zurücktreten zu wollen. Am 5. Februar informierte er seine Koalitionspartner, er wolle den ehemaligen Gesundheitsminister Rui Araújo als seinen Nachfolger vorschlagen und trat mit einem Schreiben an Staatspräsident Taur Matan Ruak zurück. Araújo ist Mitglied des Zentralkomitees der Oppositionspartei FRETILIN, weswegen es in den drei Koalitionsparteien Verärgerung über Gusmãos Schritt gibt. Unterstützung erhielt Araújo von der Führung der FRETILIN und vom ehemaligen Premierminister und Präsidenten José Ramos-Horta.[30] Präsident Taur Matan Ruak nahm den Rücktritt Gusmãos offiziell am 9. Februar an[31] und beauftragte am 10. Februar Araújo mit der Bildung einer neuen Regierung, nachdem ihn auch der CNRT offiziell vorgeschlagen hatte.[32] Bis zur Vereidigung des neuen Premierministers am 16. Februar führte Xanana Gusmão das Amt als Premierminister weiter.

Regierung Gusmão 8. August 2012 - 16. Februar 2015
Name Posten
Xanana Gusmão (CNRT) Premierminister, Minister für Verteidigung und Sicherheit
Fernando La Sama de Araújo (PD) stellvertretender Premierminister, Koordinator für soziale Angelegenheiten
Minister
Hermenegildo Ágio Pereira (CNRT) Minister für den Ministerrat
Emília Pires (parteilos) Ministerin für Planung und Finanzen
José Luís Guterres (FM) Minister für Äußeres
Jorge da Conceição Teme (FM) Minister für Staatsadministration
Mariano Assanami Sabino Lopes (PD) Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei
Dionísio da Costa Babo Soares (CNRT) Minister für Justiz
Sérgio Gama da Costa Lobo (CNRT) Minister für Gesundheit
Bendito dos Santos Freitas (CNRT) Minister für Bildung und Kultur
António da Conceição (PD) Minister für Handel, Industrie und Umwelt
Isabel Amaral Guterres (parteilos) Ministerin für Soziale Solidarität
Gastão Francisco de Sousa (PD) Minister für öffentliche Bauvorhaben
Pedro Lay (parteilos) Minister für Transport und Kommunikation
Alfredo Pires (CNRT) Minister für Erdöl und Natürliche Ressourcen
Francisco Kalbuadi Lay (CNRT) Minister für Tourismus
Vizeminister
Santina José Rodrigues Ferreira Viegas Cardoso (parteilos) Vizeministerin für Finanzen
Constâncio da Conceição Pinto (PD) Vizeminister für Außenbeziehungen
Marcos da Cruz (PD) Vizeminister für Landwirtschaft und Fischerei
Ivo Jorge Valente (CNRT) Vizeminister für Justiz
Natália de Araújo (CNRT) Vizeministerin der Gesundheit für Ethik und Dienstleistungen
Maria do Céu Sarmento (CNRT) Vizeministerin der Gesundheit für Management, Unterstützung und Ressourcen
Dulce de Jesus Soares (CNRT) Vizeministerin für Grundbildung
Virgílio Simith (CNRT) Vizeminister für Sekundärbildung
Marçal Avelineo Ximenes (CNRT) Vizeministerin für Hochschulen und Wissenschaft
Abel da Costa Freitas Ximenes (FM) Vizeminister für Handel, Industrie und Umwelt
Jacinto Rigoberto Gomes de Deus (CNRT) Vizeminister für Soziale Solidarität
Flávio Cardoso Neves (CNRT) Vizeminister für Transport und Kommunikation
Staatssekretäre
Avelino Maria Coelho da Silva (parteilos) Staatssekretär für den Ministerrat
Maria Terezinha Dias da Silva Viegas (CNRT) Staatssekretärin für parlamentarische Angelegenheiten
Nélio Isaac Sarmento (CNRT) Staatssekretär für Medien
Francisco da Costa Soares (Borolaku) (PD) Staatssekretär für Institutionelle Entwicklung
Veneranda M. Lemos Martins (CNRT) Staatssekretärin für Unterstützung und Förderung der Privatwirtschaft
Idelta Maria Rodrigues (CNRT) Staatssekretärin für Förderung der Gleichstellung
Miguel Marques Gonçalves Manetelu (CNRT) Staatssekretär für Jugend und Sport
Ilídio Ximenes da Costa (CNRT) Staatssekretär für Berufsbildung und Arbeit
Roberto Sarmento de Oliveira Soares (parteilos) Staatssekretär für die Beziehungen mit den ASEAN
Tomás do Rosário Cabral (CNRT) Staatssekretär für die Dezentralisierung der Verwaltung
Samuel Mendonça (PD) Staatssekretär für lokale Entwicklung
João Cardoso Fernandes (PD) Staatssekretär für Forstwirtschaft und Naturschutz
Rafael Pereira Gonçalves (CNRT) Staatssekretär für Fischerei
Valentino Varela (CNRT) Staatssekretär für Viehzucht
Jaime Xavier Lopes (CNRT) Staatssekretär für Grundstücke und Eigentum
Ricardo Cardoso Nheu (FM) Staatssekretär für Handel
Filipus Nino Pereira (PD oder FM) Staatssekretär für Industrie und Kooperativen
Nominando Soares Martins Buras (PD) Staatssekretär für Umwelt
Vítor da Costa (FM) Staatssekretär für soziale Sicherheit
Júlio Sarmento da Costa Metan Malik (PD) Staatssekretär für Veteranen und ehemalige Kämpfer
Luís Vaz Rodrigues (CNRT) Staatssekretär für Öffentlichkeitsarbeit
Januário da Costa Pereira (CNRT) Staatssekretär für Elektrizität
Elias Pereira Moniz (PD) Staatssekretär für Wasser, Hygiene und Urbanisation
Júlio Tomás Pinto (CNRT) Staatssekretär für Verteidigung
Francisco da Costa Guterres (CNRT) Staatssekretär für Sicherheit
Maria Isabel de Jesus Ximenes (CNRT) Staatssekretärin für Kunst und Kultur

[33]

VI. Regierung (seit 16. Februar 2015)[Bearbeiten]

Die Liste der neuen Kabinettsmitglieder wurde am 11. Februar 2015 veröffentlicht.[34][35] Der bisherige Minister für Staatsadministration Jorge da Conceição Teme (FM) lehnte das Angebot ab, sein Amt als Vizeminister weiterzuführen.[36] So erhielt den Posten Tomás Cabral (CNRT). Am 16. Februar fand die Vereidigung der VI. Regierung statt.[37] Francisco da Costa Soares Borolaku (PD) sollte eigentlich Staatssekretär für die Stärkung der Institutionen bleiben, allerdings verzichtete er auf sein Amt aufgrund der laufenden Ermittlungen wegen Vorteilsnahme gegen ihn. Soares kam zwar zur Vereidigungszeremonie, nahm aber nicht daran teil, so dass sein Amt nun vakant ist. Dies soll laut Soares so bleiben, bis die Ermittlungen gegen ihn abgeschlossen sind.[38]

Die Regierungsumbildung wurde genutzt um mehrere Ziele zu erreichen. Zum einen wurde ein Generationswechsel eingeleitet.[36] Premierminister Rui Maria de Araújo ist der erste Premierminister Osttimors, der nicht der Generation der Unabhängigkeitskämpfer von 1975 angehört. Neben ihn gehören weitere Mitglieder der FRETILIN dem Kabinett an, so dass nun alle im Parlament vertretenden Parteien an der Regierung beteiligt sind. Durch diese Allparteienregierung will man eine einigende Wirkung auf das Land erzielen, die zuvor durch den Nationalhelden Xanana Gusmão erreicht wurde. Gusmão ist aber zur Unterstützung weiterhin Mitglied des Kabinetts als „beratender Minister“ („Mentoring Minister“) und Minister für Planung und strategische Investitionen. Statt „stellvertretender Premierminister“, gibt es nun vier „Staatsminister“, denen als „Koordinatoren“ bestimmte Themenfelder unterstellt sind. Das Kabinett ist gegenüber dem Vorgänger stark verkleinert worden. Zudem wurden auf diese Weise auch Mitglieder entlassen, die unter Korruptionsvorwürfen standen.[36]

Regierung Araújo, seit 16. Februar 2015
Name Posten
Rui Maria de Araújo (FRETILIN) Premierminister
Minister
Hermenegildo Ágio Pereira (CNRT) Staatsminister und Minister des Präsidiums des Ministerrat
Fernando La Sama de Araújo (PD) Staatsminister, Koordinator für soziale Angelegenheiten und Minister für Bildung
Estanislau da Silva (FRETILIN) Staatsminister, Koordinator für Wirtschaftsangelegenheiten und Minister für Landwirtschaft und Fischerei
Dionísio da Costa Babo Soares (CNRT) Staatsminister, Koordinator für Verwaltungsangelegenheiten und Minister für Innere Administration
Santina José Rodrigues Ferreira Viegas Cardoso (parteilos) Ministerin für Finanzen
Hernâni Coelho (FRETILIN) Minister für Außenangelegenheiten und Kooperation
Ivo Jorge Valente (CNRT) Minister für Justiz
Maria do Céu Sarmento Pina da Costa (CNRT) Ministerin für Gesundheit
Isabel Amaral Guterres (parteilos) Ministerin für Soziale Solidarität
António da Conceição (PD) Minister für Handel, Industrie und Umwelt
Francisco Kalbuadi Lay (CNRT) Minister für Tourismus, Kunst und Kultur
Gastão Francisco de Sousa (PD) Minister für öffentliche Bauvorhaben, Transport und Telekommunikation
Alfredo Pires (CNRT) Minister für Erdöl und Mineralische Ressourcen
Cirilo José Cristóvão (CNRT) Minister für Verteidigung
Longuinhos Monteiro (parteilos) Minister für Inneres
Xanana Gusmão (CNRT) Beratender Minister, Minister für Planung und strategische Investitionen
Vizeminister
Hélder Lopes Vizeminister für Finanzen
Roberto Sarmento de Oliveira Soares (parteilos) Vizeminister für Außenangelegenheiten und Kooperation
Dulce de Jesus Soares (CNRT) Vizeministerin für Bildung I
Abel da Costa Freitas Ximenes (FM) Vizeminister für Bildung II
Ana Isabel Soares Vizeministerin für Gesundheit
Miguel Marques Gonçalves Manetelu (CNRT) Vizeminister für Soziale Solidarität
Marcos da Cruz (PD) Vizeminister für Landwirtschaft und Fischerei
Constâncio da Conceição Pinto (PD) Vizeminister für Handel, Industrie und Umwelt
Januário da Costa Pereira (CNRT) Vizeminister für öffentliche Bauvorhaben, Transport und Telekommunikation I
Inácio Moreira (FRETILIN) Vizeminister für öffentliche Bauvorhaben, Transport und Telekommunikation II
Tomás do Rosário Cabral (CNRT) Vizeminister für Staatsadministration
Staatssekretäre
Avelino Maria Coelho da Silva (parteilos) Staatssekretär für den Ministerrat
Maria Terezinha Dias da Silva Viegas (CNRT) Staatssekretärin für parlamentarische Angelegenheiten
Nélio Isaac Sarmento (CNRT) Staatssekretär für Sozialkommunikation
Veneranda M. Lemos Martins (CNRT) Staatssekretärin für die Unterstützung und sozio-ökonomische Förderung von Frauen
Leovigildo Hornay Staatssekretär für Jugend und Sport
Ilídio Ximenes da Costa (CNRT) Staatssekretär für Beschäftigungspolitik und Berufsbildung
vakant Staatssekretär für die Stärkung der Institutionen
Samuel Mendonça (PD) Staatssekretär für Staatsadministration
Jaime Xavier Lopes (CNRT) Staatssekretär für Grundstücke und Eigentum
Maria Isabel de Jesus Ximenes (CNRT) Staatssekretärin für Kunst und Kultur

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UNTAET: United Nations Transitional Administration in East Timor 2001
  2. Resolution 1272 des UN-Sicherheitsrates (englisch)
  3. South China Morning Post: UN takes over East Timor command 15. Februar 2000
  4. Offizielle Biographie auf der Webseite des Präsidenten (englisch; PDF-Datei; 237 kB)
  5. Webseite der Regierung Timor-Lestes: II UNTAET Transitional Government (englisch)
  6. a b c Webseite der Regierung Timor-Lestes: I Constitutional Government (englisch)
  7. SEAMEO Profil von Rosalia Maria Corte-Real
  8. Governor-General of the Commonwealth of Australia: Governor-General's Program 29 May 2003, abgerufen am 15. August 2012
  9. Webseite der Regierung Timor-Lestes: II Constitutional Government (englisch)
  10. Webseite der Regierung Timor-Lestes: III Constitutional Government (englisch)
  11. Profil von João Maia da Conceicão auf der Seite des Parlaments (Memento vom 29. Oktober 2008 im Internet Archive)
  12. List of High State Officials& Senior Civil Servants of Timor-Leste, Juli 2010, abgerufen am 15. März 2014.
  13. East Timor Law and Justice Bulletin, 22. Januar 2009, Social Democratic Party President Mario Carrascalao named Second Vice Prime Minister of East Timor
  14. Presidential Decree, abgerufen am 15. März 2014.
  15. Tempo Semanal, 23. September 2010, Breaking News: Vice Prime Minister "Lugu" and Foreign Minister Zac da Costa - Indicted
  16. Timor Today, 27. Oktober 2010, Alberto Carlos sworn in as Deputy of the Foreign Minister
  17. Tempo Semanal, 25. November 2010, Dili District Court rejects accusation filed against minister for foreign affairs
  18. Diario Nacional, 12. Mai 2011, Horta calls for everyone to be subjected to the courts’ decision
  19. Radio Australia: Former East Timor justice minister receives jail sentence, 8. Juni 2012, abgerufen am 9. Juni 2012
  20. Webseite der Regierung Timor-Lestes: The Fourth Constitutional Government of East Timor
  21. Timor Post: PD ready to sit as opposition: PD deputy secretary-general, 11. Juli 2012
  22. Tempo Semanal: East Timorese Fifth Government: An Oligarchy, 6. August 2012, abgerufen am 6. August 2012
  23. The Northern Myth: Timor Leste, the 5th Constitutional Government and the ‘good governance’, 12. August 2012, abgerufen am 15. August 2012
  24. Global Voices: East Timor: President Rejects Woman Defense Minister , 9. August 2012, abgerufen am 11. August 2012
  25. Radio Timor-Leste: Civil society does not agree with the ex-prisoner to involve fifth constitutional Govt, 9. August 2012
  26. Japan Times: Law and disorder, 25. Februar 2007, abgerufen am 12. August 2012
  27. Crikey: East Timor’s fragile stability under threat with PM retiring, 15. November 2013, abgerufen am 22. Dezember 2013
  28. The Age: Xanana Gusmao to quit as leader of East Timor, 15. Januar 2014, abgerufen am 15. Januar 2014
  29. Damien Kingsbury: No good time for Xanana Gusmão to let go, 25. Oktober 2014, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  30. Timor Hau Nian Doben (Lusa): Partidos da coligação informados que Rui Araújo é o novo PM timorense, 5. Februar 2015, abgerufen am 5. Februar 2015.
  31. Webseite des Staatspräsidenten Osttimors: H.E. President of Republic, Taur Matan Ruak, Accepts the Request for Resignation of Prime Minister, 9. Februar 2015, abgerufen am 9. Februar 2015.
  32. Webseite des Staatspräsidenten Osttimors: H.E. President of Republic, Taur Matan Ruak Accepts the Proposal of the Most Voted Party on nominee-Prime Minister, 10. Februar 2015, abgerufen am 10. Februar 2015.
  33. Webseite der Regierung Timor-Lestes: Structure of the V Constitutional Government, abgerufen am 9. März 2014
  34. Webseite des Staatspräsidenten Osttimors: The Head of State Has Accepted the Proposal Put Forward by Prime Minister-Designate Regarding the Government’s new Structure, 11. Februar 2015, abgerufen am 11. Februar 2015
  35. Webseite der Regierung Timor-Lestes: Structure of the VI Constitutional Government, abgerufen am 19. Februar 2015 (englisch)
  36. a b c Michael Leach: Generational change in Timor-Leste, Inside Story, 18. Februar 2015, abgerufen am 18. Februar 2015.
  37. Sapo Notícias (Lusa): Novo PM "sereno, calmo e otimista" no dia da tomada de posse, 16. Februar 2015, abgerufen am 16. Februar 2015.
  38. Tempo Semanal: EFI Burlaco Husu Adia Simu Tomada De Pose, 16. Februar 2015, abgerufen am 17. Februar 2015.