Kamikaze 1989

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Filmdaten
Originaltitel Kamikaze 1989
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1982
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Wolf Gremm
Drehbuch Robert Katz, Wolf Gremm (nach einem Roman von Per Wahlöö)
Produktion Regina Ziegler Filmproduktion (Berlin), Trio-Film GmbH (Duisburg), Oase-Film GmbH (Essen)
Musik Edgar Froese;
Titel/Abspann aus: Gioachino Rossini, Der Barbier von Sevilla
Kamera Xaver Schwarzenberger
Schnitt Thorsten Näter
Besetzung

Kamikaze 1989 ist ein deutscher Film des Regisseurs Wolf Gremm aus dem Jahr 1982, der auf dem Roman Mord im 31. Stock (Originaltitel Mord på 31:a våningen) von Per Wahlöö beruht. Im Mittelpunkt der schrillen Dystopie steht Polizeileutnant Jansen, Rainer Werner Fassbinders letzte Rolle vor seinem Tod im Juni 1982. Der Film wurde in Berlin und Düsseldorf gedreht.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Deutschland in naher Zukunft. Das Land ist reich, alle Probleme scheinen gelöst, es gibt keine Umweltverschmutzung und Arbeitslosigkeit. Alkohol, aber z. B. auch selbst gezogenes Gemüse ist verboten, Selbstmorde gibt es nicht mehr (nur „unerwartete Tode“), das Fernsehen sorgt mit Sendungen wie dem jährlichen Lachwettbewerb (der in eine Reihe mit Einstein und Napoleon gestellt wird) und dem stets positiven Wetterbericht für Ruhe, die Polizei (Symbol: Faust mit aufgerecktem Daumen) mit ihrem Vorgehen gegen „Prokos“ für Ordnung. Alle Medien sind in der Hand eines Konzerns, dessen Führung ein und derselben Familie angehört. Lediglich in der Comic-Reihe vom Blauen Panther, der eine Karikatur des selbstherrlichen Konzernchefs darstellt, und seinem Widersacher Krysmopompas artikuliert sich Kritik.

Als dem Konzern eine Bombenexplosion angedroht wird, die aber ausbleibt, bekommt Polizeileutnant Jansen vom Polizeipräsidenten vier Tage Zeit, um den Fall aufzuklären. Jansen, Exzentriker im Leopardenanzug und Alkoholiker „dritten Grades“, ist ein wenig zimperlicher Polizist, der alle seine bisherigen Fälle gelöst hat (sein Lieblingssatz: „Vermeiden Sie überflüssige Bemerkungen!“).

Von Anfang an scheint der Fall mit dem mysteriösen 31. Stockwerk des Konzerngebäudes in Verbindung zu stehen. Das Papier, auf dem die Drohung eingegangen ist, deutet auf eine Person aus dem Konzern selbst als Täter hin, und so nehmen Jansen und sein Assistent MK1 Anton die Ermittlungen auf. Nachdem die Personaldirektorin des Konzerns eines „unerwarteten Todes“ gestorben ist, gerät zunächst der Neffe des Konzernchefs in Verdacht, dessen Täterschaft Jansen allerdings sofort ausschließen kann (was ihn aber nicht davon abhält, Methoden der akustischen Folter anwenden zu lassen). Weitere Verdächtige sind der ehemalige Konzernmitarbeiter Zerling, der am Erscheinen des „Blauen Panthers“ beteiligt ist, die Fernsehmoderatorin Barbara, ebenfalls Alkoholikerin, sowie die Direktionsassistentin Elena Farr.

Immer wieder wird Jansen von unbekannten und bekannten Gestalten die Rolle des Krysmopompas angetragen, die Jansen aber nicht wirklich annimmt. Bei einer Verfolgungsjagd kommt der Neffe des Konzernchefs ums Leben – wieder ein „unerwarteter Tod“.

Schließlich stellt sich der wahre Täter, der Intellektuelle Weiss. Er klärt Jansen über den 31. Stock auf: Dort werden die letzten kritisch denkenden Publizisten auf perfide Weise mundtot gemacht. Weiss hat ein weiteres Drohschreiben verfasst, jedoch wieder keine Bombe gelegt. Das aber hat nun der Konzern selbst getan, um seine bereits mundtoten Mitarbeiter aus dem 31. Stock endgültig zum Schweigen zu bringen …

Hintergrund[Bearbeiten]

Der insgesamt recht wirre Film lebt von seinen Details. In Planung waren zwei weitere Filme um Polizeileutnant Jansen, die jedoch wegen Fassbinders Tod nicht realisiert wurden. Kamikaze 1989 hatte seine Premiere in Westdeutschland am 16. Juli 1982. Fassbinder war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben.

Die im Film verwendeten Zeichnungen von Jansen und die Comic-Reihe wurden von dem Berliner Maler Johannes Grützke angefertigt.

Kritik[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: „Science-Fiction-Krimi, der den Medientotalitarismus und Konsumwahn einer nahen Zukunft anprangert. Routiniert inszeniert und größtenteils überzeugend gespielt, leidet der Film jedoch an mangelnder stilistischer Eigenständigkeit.“

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Fantasporto-Filmfestival 1984

  • Kritikerpreis (Prémio Critica - Menção Especial) für Wolfgang Gemm
  • Nominierung für den internationalen Fantasyfilm-Preis

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmzentrale.com: Rezension von Kamikaze 1989. Abgerufen am 27. Februar 2010.