Studiocanal

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STUDIOCANAL GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Sitz Berlin
Leitung Rodolphe Buet, Geschäftsführer[1]
Umsatz 77 Mio. € (2012)[1]
Branche Medienwirtschaft
Website www.studiocanal.de
Altes Kinowelt-Logo

Die STUDIOCANAL GmbH mit Sitz in Berlin (ehemals Kinowelt GmbH mit Sitz in Leipzig, davor Kinowelt AG mit Sitz in München) ist eine Medien-Unternehmensgruppe und einer der größten deutschen Verleihfirmen für Kinofilme sowie ein großer Anbieter von DVDs. Außerdem ist Studiocanal national und international im Handel mit Lizenzen für Film- und Fernsehrechte aktiv. Die ehemalige Kinowelt wurde 2008 durch die französische Firma Studiocanal übernommen und trägt seit dem 1. September 2011 den Namen STUDIOCANAL GmbH.[2]

Kennzahlen[Bearbeiten]

2006 erzielte die von der Holding Kinowelt GmbH geführte Gruppe mit 152 Mitarbeitern einen Umsatzerlös von 106,8 Millionen Euro. Der Marktanteil des Verleihgeschäfts lag bei 5,5 Prozent, während die Kinowelt im Bereich Home Entertainment einen Anteil von 4,3 Prozent erreichte. 22 Kinofilme wurden in diesem Jahr gestartet und 263 DVDs veröffentlicht. Die Gesellschaften der Kinowelt-Gruppe können zusammen über rund 10.000 Filme verfügen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1984 von Rainer und Michael Kölmel gegründet. Kinowelt spezialisierte sich zunächst auf relativ unbekannte Filme für Programmkinos.[3] Der Durchbruch der Firma gelang mit dem Spielfilm Der englische Patient im Jahre 1996.[3] Es folgten ein rascher Expansionskurs und der Börsengang an den Neuen Markt als Kinowelt AG.[4] Seit 2001 geriet das Unternehmen zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten und musste im Dezember 2001 Insolvenz anmelden.[5] Kölmel gelang es, die Filmbibliothek für seine neu gegründete Kinowelt GmbH aus der Konkursmasse der insolventen Aktiengesellschaft zu erwerben.[3] Mit seiner neuen Firma konnte er wieder Gewinne erzielen.[3] Anfang 2008 wurde die Kinowelt-Gruppe von dem französischen Filmunternehmen Studiocanal übernommen, ein Tochterunternehmen der Canal+-Gruppe, die ihrerseits zum französischen Medienkonzern Vivendi gehört. Michael und Rainer Kölmel fungieren jedoch noch als Berater. Vorsitzender der Geschäftsführung ist seit 7. Juli 2009 Wolfgang Braun. Seit dem 1. September 2011 firmiert das Unternehmen als STUDIOCANAL GmbH mit Sitz in Berlin.

Beteiligungen[Bearbeiten]

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  • Popular Film GmbH
  • Broadway Kino GmbH
  • Felix Film GmbH

Filmproduktion[Bearbeiten]

  • Pro-ject Filmproduktion im Filmverlag der Autoren GmbH sowie Pro-ject Filmproduktion im Filmverlag der Autoren GmbH & Co. Produktions-Kommanditgesellschaft.
  • Extrafilm Produktion GmbH

Filmverleih[Bearbeiten]

Die Kinowelt-Filmverleih GmbH vermarktet in Deutschland unter den beiden Labels Kinowelt (vom Blockbuster bis zum Genrefilm) und Arthaus Filmvertrieb (anspruchsvolle Filme der Vergangenheit und Gegenwart, häufig auch aus deutscher Produktion). In Österreich werden die Kinowelt-Filme über die Label Filmladen/Lunafilm, in der Schweiz über Frenetic verliehen.

Zu den im Kinowelt-Verleih erschienenen Filmen zählen die Spielfilme Der englische Patient, Mr. & Mrs. Smith, Der ewige Gärtner, Der freie Wille (Silberner Bär der Berlinale 2006), Mensch, Dave! (2008, mit Eddie Murphy), Der Love Guru (2008, mit Mike Myers), Die Stadt der Blinden (2008) und die Dokumentationen Am Limit, Shine a Light, Die Reise der Pinguine und (der bislang größte Kinowelt-Kassenerfolg) Deutschland. Ein Sommermärchen.

DVD-Vertrieb[Bearbeiten]

Die Kinowelt Home Entertainment GmbH befasst sich mit Herstellung, Vermarktung sowie Vertrieb von DVDs. Weit über 1.000 Titel sind erhältlich.

Lizenzhandel[Bearbeiten]

Die Kinowelt International GmbH ist die Handelsgesellschaft für Lizenzrechte der Gruppe. Sie befasst sich mit dem Einkauf von Filmlizenzen für die Auswertung in der Kinowelt-Gruppe und andererseits der weltweiten Vergabe von Lizenzrechten für deutschsprachige und europäische Filme an Kino-Verleihunternehmen, Fernsehsender und DVD-Produzenten. 2005 wurden die DVD-Rechte der Kirch-Filmbibliothek aus der Insolvenzmasse der Kirch-Gruppe erworben (rund 5000 Titel). Kinowelt hält unter anderem Rechte an deutschen Filmklassikern der 1960er Jahre, Filmen des Filmverlag der Autoren sowie an mehreren Filmreihen (wie Winnetou, Edgar Wallace, Doktor Mabuse und Asterix).

Zu diesem Geschäftsfeld gehören auch die Gesellschaften:

  • Jugendfilm Lizenzverwertungs GmbH
  • Broadway Lizenzverwertungs GmbH & Co.KG
  • Epsilon Motion Pictures GmbH, Finanzierung von Spielfilmproduktionen sowie der Rechtehandel (eine ehemalige Tochtergesellschaft der Kirch-Gruppe, im November 2005 durch Kinowelt erworben, seit April 2006 100%ige Kinowelt-Tochter).

Filmverlag der Autoren[Bearbeiten]

Der 1971 in München als Selbsthilfeorganisation des deutschen Autorenfilms gegründete Filmverlag der Autoren gehört seit 1999 zur Kinowelt-Gruppe.

Zu ihm gehören die Gesellschaften:

  • Filmverlag der Autoren und Futura Film GmbH & Co. Verleih Vertriebsgesellschaft KG
  • Futura Film GmbH
  • Futura Film Weltvertrieb im Filmverlag der Autoren GmbH

Kooperation mit Zweitausendeins[Bearbeiten]

Am 12. September 2006 wurde bekannt, dass die Beteiligungsgesellschaft MK Medien Beteiligungs GmbH der Kinowelt-Gründer Michael Kölmel und Reiner Kölmel den Versand des Verlages Zweitausendeins zu einem nicht genannten Kaufpreis übernommen hat. Mittelfristig planen die neuen Inhaber, etwa dreißig neue Läden vor allem in großen Universitätsstädten zu eröffnen. Die neuen Filialen werden zusätzlich Film-DVDs vor allem der Kinowelt-Marke Arthaus anbieten. Darüber hinaus sollen unabhängige Buchhandlungen als Partner für ein Shop-in-Shop-Konzept gewonnen werden. Zweitausendeins verbleibt nach dem Verkauf der Kinowelt-Gruppe im Besitz von Michael Kölmel.[6] Die Kooperation zwischen Arthaus und Zweitausendeins soll fortgesetzt werden.[6]

Ehemalige Beteiligungen[Bearbeiten]

Arsenal Filmverleih[Bearbeiten]

Von 1999 bis 2000 war die Kinowelt-Medien AG zu 75 Prozent am Arsenal Filmverleih beteiligt, aber noch vor der Insolvenz des Münchner Unternehmens wurde Arsenal 2001 wieder unabhängig.

B.TV[Bearbeiten]

Von Juli 2000 bis Januar 2003 war die Kinowelt-Medien AG zu 11,9 Prozent [7] (ab Februar 2002 zu 10,72 Prozent[8]) am Baden-Württembergischen Privatsender B.TV beteiligt. Nach der Insolvenzanmeldung der Kinowelt-Medien AG im Dezember 2001 meldete im Juli 2002 auch B.TV Insolvenz an.[9] B.TV wurde im Januar 2003 von dem Unternehmer Thomas Hornauer übernommen und in BTV4U umbenannt.[10]

Kinowelt TV[Bearbeiten]

Die Kinowelt Television GmbH betreibt seit 2004 den privaten Fernsehsender Kinowelt TV, der Spielfilme ausstrahlt. Kinowelt TV ist gesellschaftlich nicht mehr mit der Kinowelt verbunden. Beide haben aber die gleichen Wurzeln.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 der STUDIOCANAL GmbH auf www.bundesanzeiger.de, 6. März 2014, abgerufen am 22. Juli 2014.
  2. Kinowelt-Pressemitteilung vom 30. Juni 2011
  3. a b c d MDR: Dr. Michael Kölmel im Porträt, 2. Mai 2006, abgerufen am 2. Juli 2009.
  4. DVD Center: Background: Die Welt der Kinowelt, 16. März 2000, abgerufen am 2. Juli 2009.
  5. Artikel über den Insolvenzantrag der Kinowelt Medien AG, Handelsblatt, 19. Dezember 2001
  6. a b FAZ: Versandhandel: Zweitausendeins sieht die „schwarze Null“, 12. Februar 2008, abgerufen am 12. Juli 2009.
  7. Zulassungsantrag der B.TV Television GmbH & Co. KG auf der Homepage der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) (PDF; 225 kB), 15. August 2000
  8. Anzeige von Veränderungen von Beteiligungsverhältnissen bei der Fernsehveranstalterin B.TV Television GmbH & Co. KG auf der Homepage der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) (PDF; 28 kB), 16. April 2002
  9. Artikel über den Insolvenzantrag von B.TV, Handelsblatt, 31. Juli 2002
  10. Artikel über die Senderübername durch Thomas Nornauer, Handelsblatt, 22. Januar 2003