Klaus Steilmann

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Klaus Steilmann, 2007

Klaus Steilmann (* 12. Juni 1929 in Neustrelitz; † 14. November 2009 in Bochum) war ein deutscher Textilunternehmer. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er als Präsident des Fußballvereins SG Wattenscheid 09 bekannt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Steilmann wurde als Sohn eines Gutsverwalters in Mecklenburg geboren. Nach dem Krieg holte er 1951 in Berlin sein Abitur nach. Nebenbei arbeitete er bei C&A und machte dort eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann. Von 1955 bis 1957 war er Stellvertreter des Mantelkonfektionärs Josef Meyer. Mit einem Darlehen von C&A gründete er 1958 die Klaus Steilmann GmbH & Co. KG. Die Steilmann-Gruppe entwickelte sich durch die Produktion preiswerter Mode in den folgenden Jahrzehnten zum größten Textilunternehmen Europas. Ab Anfang der 1990er Jahre geriet das Unternehmen jedoch durch die Globalisierung unter starken Konkurrenzdruck und in der Folge in wirtschaftliche Bedrängnis, weil Steilmann gegen die Ratschläge von Weggefährten, die ihn als bescheidenen Patriarchen alter Schule schilderten, aus Verbundenheit zur Belegschaft zu lange an der teureren Produktion in Deutschland festgehalten hatte.[1][2] Steilmann gab die Geschäftsführung 1999 ab. Im Jahr 2003 stieg die italienische Radici-Gruppe in das Unternehmen ein. Die Insolvenz konnte jedoch im Oktober 2006 nur durch die vollständige Übernahme aller Steilmann-Anteile durch Radici abgewendet werden.

Von Steilmann stammen mehrere Abhandlungen über Unternehmensführung.

Als Präsident des Fußballvereins SG Wattenscheid 09 führte er den Klub in die Bundesliga. Darüber hinaus konnten Athleten der TV Wattenscheid 01 Leichtathletik wie Michael Möllenbeck, Marc Blume und andere dank seiner Unterstützung auch international Medaillenränge erreichen. Steilmann war ein erklärter Gegner der Eingemeindung Wattenscheids nach Bochum und fuhr deshalb ein Auto mit Essener Kennzeichen.

Zusammen mit seiner Ehefrau Ingrid hatte er drei Töchter: Britta Steilmann, Cornelia Steilmann und Ute Steilmann.

Schriften[Bearbeiten]

  • Systemtransformation aus Unternehmersicht. Praktische Schritte für einen marktwirtschaftlichen Neubeginn in Osteuropa. 1993
  • Vom Säulendenken zu vernetztem Denken. 1994
  • Wettbewerbskritik aus Unternehmersicht: Wirtschaft, Umwelt und Soziales erfolgreich vernetzen. 1995
  • Neue Philosophie der Gesellschaft. 3 Bände in Russisch, 1998/99
  • Regeln für Unternehmer. 1999

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Weitere Auszeichnungen und Ehrungen[6]:

  • Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Gertrudispreis
  • Ehrenprofessor der Staatlichen Lomonossow-Universität in Moskau
  • Honorarkonsul der Ukraine
  • Mitglied im Club of Rome

Der Olympiastützpunkt Wattenscheid taufte 2001 sein Sportinternat direkt am Lohrheidestadion in Wattenscheid auf den Namen Klaus-Steilmann-Haus. Das Klaus-Steilmann-Berufskolleg (ehemals Kaufmännische Schule 2) an der Westenfelder Straße in Wattenscheid wurde ebenfalls nach Steilmann benannt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Weber: Mode für Millionen, nicht für Millionäre. In: sueddeutsche.de, 16. November 2009.
  2. Brigitte Koch: Klaus Steilmann. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. November 2009, S.16.
  3. Walter Habel, Wer ist Wer?. Lübeck 1993
  4. 11. Mai 1993: Ehrendoktorwürde der Universität Witten/Herdecke an Klaus Steilmann verliehen
  5. Pressemitteilung
  6. Todesanzeige in der Frankfurter Allgemeinen vom 18. November 2009