Klimaklassifikation

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Effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger

Klimaklassifikationen sind die Grundlage für detaillierte geozonale Modelle der Klimazonen.

Alle Klimaklassifikationen versuchen, die regional sehr unterschiedlichen Klimate der Erde zusammenzufassen und generalisiert wiederzugeben.

Die kleinsträumlichen Unterschiede müssen hierbei den großen Regelhaftigkeiten des Klimas weichen. Es werden ähnliche Klimate zu größeren Räumen aggregiert, die innerhalb von bestimmten Grenz- und Richtwerten der gleichen Klimaparameter (und damit ungefähr das gleiche Klima) aufweisen. Generell unterscheidet man genetische, effektive und integrative Klimaklassifikationen.

Definition[Bearbeiten]

„Klimaklassifikationen geben das vielschichtige Ineinander der Klimaelemente und Klimafaktoren sowie deren Wirkungen auf die Erdoberfläche in Klimatypen wieder, die ihrerseits als Klimagürtel, Klimazonen, Klimagebiete usw. ihren kartographischen Niederschlag finden.“

Lauer 1995, S. 188

Genetische Klassifikation[Bearbeiten]

Hauptartikel: Genetische Klimaklassifikation

Genetische Klimaklassifikationen stellen die Entstehung des Klimas, also deren Genese, in den Mittelpunkt. Räume gleicher Klimate werden also zum Beispiel nach der Kontinentalität bzw. Maritimität eines Teilraumes bestimmt. Zentrale Grundlagen der genetischen Klimaklassifikationen ist die Energiebilanz der Erde, basierend auf der Bilanz aus ein- und ausgestrahlter Energie, und die darauf beruhende allgemeine Zirkulation der Atmosphäre.

Eine frühe genetische Klimaklassifikation legte Hermann Flohn vor, auf die auch die heute gebräuchlichste Variante von Ernst Neef aufbaut.

Effektive Klassifikation[Bearbeiten]

Hauptartikel: Effektive Klimaklassifikation

Die effektiven gehen im Gegensatz zu den genetischen Klassifikationen weniger auf die Entstehung der Klimate ein, als auf deren Erscheinung. Ein wichtiger Ausgangspunkt sind die verschiedenen Vegetationsformen, da gleiche Pflanzen nur unter gleichen klimatischen Bedingungen wachsen. Damit rücken sie in die Nähe der verschiedenen geozonalen Modelle der Landschaftszonen – insbesondere der Vegetationszonen – mit denen sie eine weitgehende Parallelität aufweisen.[1][2]

Die Bekanntesten von ihnen sind die Gliederungen von Köppen, und von Geiger weitergeführt, und die Gemeinschaftsarbeit von Troll und Paffen.

Um die Zonen genauer abgrenzen zu können und das Klima möglichst detailliert darzustellen, werden oftmals noch weitere Klimaelemente, wie Temperatur, Niederschlag, in die Betrachtung mit einbezogen. Hier ist neben dem Thermoisoplethendiagramm nach Troll auch das System der Klimadiagramme nach Walter und Lieth zu nennen, die übersichtlich bestimmten Klimata und lokalen Variationen zugeordnet werden können. In der Phänologie werden Eckdaten wie der Frühlingseinzug zoniert.

Integrative Klassifikation[Bearbeiten]

Hauptartikel: Integrative Klimaklassifikation

Die ökophysiologische Klimaklassifikation ist eine neue, integrative Klimaklassifikation und vereint sowohl genetische Elemente des Klimas (genetische Klimaklassifikation), als auch effektive Elemente wie die aktuelle Bodenbedeckung (effektive Klimaklassifikation). Sie wurde von Wilhelm Lauer und Peter Frankenberg entwickelt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard Pott: "Allgemeine Geobotanik". Berlin·Heidelberg, Springer 2005; - ISBN 3-540-23058-0
  2. Dieter Heinrich; Manfred Hergt (1994): dtv-Atlas zur Ökologie. 3. Aufl. München: Dt. Taschenbuch-Verlag (dtv); 3228. - ISBN 3-423-03228-6

Literatur[Bearbeiten]

  • Penk, Albrecht: Versuch einer Klimaklassifikation auf physio-geographischer Grundlage. 1910
  • Hupfer, Peter: Das Klimasystem der Erde. 1991
  • Lauer, W: Klimatologie. 1995
  • Lauer, W. und Frankenberg, P.: Klimaklassifikation der Erde; in: Geographische Rundschau 40, 1988, Westermann Verlag, Braunschweig.
  • Siegmund, A., Frankenberg, P. (1999): Die Klimatypen der Erde – ein didaktisch begründeter Klassifikationsversuch. In: Geographische Rundschau, 51. Jg., H. 9, S. 494-499.

Weblinks[Bearbeiten]