Korowai

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Maokegebirge im Westteil Neuguineas

Die Korowai (auch: Kuruwai oder Kolufo) sind ein melanesisches indigenes Volk[1] von Waldnomaden in der Provinz Papua im indonesischen, südöstlichen Teil West-Papuas (indonesisch: Irian Jaya) der Insel Neuguinea. Das Volk ist bis heute wenig erforscht.

Siedlungsgebiet[Bearbeiten]

Territorium und Stammesnachbarn[Bearbeiten]

In einer groben Orientierung lässt sich sagen, dass die Korowai in östlicher Nachbarschaft zum Volksstamm der Asmat leben, nördlich des Dairam Kabur-Flusses in der Provinz Merauke und im Norden begrenzt durch das Fußgebirge Kopkaka (Maokegebirge).

Detaillierter betrachtet, liegt das Siedlungsgebiet westlich begrenzt durch den Eilanden River (Bafé) und südöstlich begrenzt durch den Becking River (Nailop) bei Überschreiten desselben im nordöstlichen Teil. Im Osten grenzen die westlichen Quellarme des Digul Rivers den Lebensraum der Korowai ab. Das unmittelbar östlich anschließende Stammesgebiet verteilt sich auf in die Nachbarschaften zu den Asmat-Stammesgruppen der Yupmakcain im Südosten und der Bras im Nordosten. Diese Asmat-Volksgruppen gehören ebenfalls zu den am wenigsten erforschten Stämmen Neuguineas.

Westliche Nachbarn der Korowai sind die Ulakhin. Im Norden und Nordosten leben die Sait und Tsawkwambo. Im Südwesten die Wanggom und im Süden schließlich die Kombai. Es werden knapp fünfzig verschiedene Korowai-Clans unterschieden.[2]

Die Klans dominieren letél abül oder khén mengg(a) abül (strong men oder auch furchtlose Menschen). Ihre Legitimation beziehen die Männer zumeist aus Erfahrungen erbrechtlichen Hintergrunds.

Siedlungen[Bearbeiten]

Nur sehr wenige Fremde, im Sprachgebrauch der Korowai: laleo („Dämonen“), haben Dörfer des Siedlungsgebietes je gesehen oder besucht. Gleichwohl besteht eine gewisse geringe Kenntnis von Dörfern, die Yaniruma,[3] oder Mabul am Siriat, Baigon, Yafufla genannt werden. Dörfer wie Wayal und Nanagaton liegen auf dem Gebiet der sogenannten Steinkorowai (indonesisch: Korowai Batu oder Korowai: iliokolufo, bzw. Ilol Kolufo aup ), die östlich der Pacification Line leben und nochmals deutlich unbekannter und unerforschter sind als ihre westlichen Nachbarn.[4] Den Begriff der Pacification Line prägte der holländische Priester und Missionar Gerrit van Enk, der eine imaginäre Grenze zwischen gerade noch zugänglichen und vollständig unzugänglichen Gebieten der Korowai zog. [3]

Kultur[Bearbeiten]

Lebensweise und Ernährung[Bearbeiten]

Korowai Mann

Das kleine Volk der Korowai, welches nach der letzten Volkszählung aus 2868 Menschen bestanden haben soll,[5] lebt so, wie seine Vorfahren vor vielen tausend Jahren schon gelebt haben. Infolge der Isolation zur Außenwelt ist die materielle Kultur dieses Volkes noch in der Steinzeit verwurzelt. Kenntnis von den Korowai erhielt die Weltöffentlichkeit vor gerade mal gut 30 Jahren (Stand: 2010).[6] Ein Großteil der Korowai gilt aufgrund ihres schwer zugänglichen Siedlungsgebietes als unkontaktiert. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass dort keine Bodenschätze vorhanden sind. Daraus resultiert ein korrespondierendes ökonomisches Desinteresse.

Zwar leben die Korowai sehr isoliert,[7] dies aber perfekt angepasst an ihre natürlichen Bedingungen. Geprägt sind diese Bedingungen bis heute von – nachgewiesenermaßen – den größten zusammenhängenden Urwäldern der Erde. Auch aus diesem Grund besteht eine Barriere zur Erreichbarkeit dieses Volkes. Deutlich radikaler noch als die parallel zu ihnen auf der Insel lebenden Dani, sind die Korowai vollständig in ihrer traditionellen Lebweise verhaftet. Sie kennen bis heute überwiegend weder Eisen noch Metalle. Weltweit gebräuchliche Nutzgegenstände aus diesen Materialien sind ihnen ebenfalls unbekannt. Auch sind Töpfereihandwerk und die Schrift unbekannt.

Die traditionelle Lebensweise des Volkes kommt in der Besonderheit seiner Wohnweise zum Ausdruck. Die Menschen leben in bis zu 50 Meter hoch gelegenen Baumhäusern, die sie perfekt gegen ihre lebensbedrohliche Umwelt abschirmen. Lebensbedrohliche Ursachen sind und waren schon in der Vergangenheit, Fehden, Nachbarschaftskriege und Parasitenplagen.[8][9][10] Mit Leichtigkeit erklimmt ein Korowai-Mann ohne jegliches Hilfsmittel einen astlosen Urwaldriesen, um dort in schwindelerregender Höhe nach Nahrungsmitteln zu suchen; hierzu zählen Vogelnester, Baumratten, essbare Pflanzen und Pilze sowie die Larven des Kapricorn-Rüsselkäfers.

Bis heute gehen die Männer mit Pfeil und Bogen auf die Jagd. Die Jagd ist reine Männersache. Sie bauen im Regenwald Fallgruben, um Wild zu fangen. Erjagtes Krokodilfleisch bleibt den Männern vorbehalten. Wildschweine, Kasuare, Schlangen, Spinnen, Vögel, Frösche und kleine Beuteltiere gehören zur selbstverständlichen Ernährung ebenso wie Palmblätter, Farnspitzen, Brot- und Pandanusfrüchte. Im Rahmen des sogenannten Wanderfeldbaus kultivieren die Korowai Yams, Süßkartoffeln und Bananen. Existenziell wichtig für ihr Überleben ist die Herstellung von Sago (kho). Um dieses – im europäischen Markt als Verdickungsmittel bekannte – Nahrungsmittel zu gewinnen, werden (bisweilen riesige) Sagopalmen (Metroxylon sagu) gefällt, deren Stämme mit Steinäxten geöffnet und bis aufs Mark ausgeweidet werden. Die Frauen waschen die Extrakte anschließend in primitiven Waschanlagen und gewinnen so das reine Sago.[11] Da recht stärkehaltig, wird das Sago in Bananenblätter gewickelt. Dann wird es gebacken. Der papuanische Name „Sago“ bedeutet so viel wie Brot, denn die Stärke der Sagopalme liefert auch das Mehl für Brot und Fladen. Die umherkrabbelnden Sagolarven der Rüsselkäfer werden ebenfalls verspeist. Generell lässt sich sagen, dass die Korowai – wie alle Wanderfeldbauern mit stark ausgeprägter Jagd- und Sammelorientierung – von einer aneignenden Wirtschaftsform leben (Subsistenzwirtschaft).[12]

Ernährt werden in den Baumhäusern Familiengruppen von bis zu acht Personen. Diese leben innerhalb der Refugien ihrer Baumhäuser allerdings getrennt, da eine strikte Geschlechtertrennung vorherrscht.[13] Wird die Gruppe zu groß, teilt sie sich. Das gesamte Siedlungsgebiet der Korowai ist überwiegend durch Sumpflandschaft geprägt. Bis heute gibt es innerhalb des Territoriums weder Ordnungskräfte noch Verwaltung; vielmehr gelten noch immer angestammte Regeln traditioneller Rechtsprechung.

Neben Steinäxten, Knochenmessern und Grabstöcken als unverzichtbaren Gegenständen zur Bewältigung des täglichen Lebens finden sich vereinzelt Schmuckutensilien wie die Schwingenknochen des Flughundes, welche sich Korowai-Frauen durch die Nasenspitze stecken. Darüber hinaus finden Kaurimuscheln und Hundezahnketten Verwendung. Männer tragen Ketten aus Schweinezähnen sowie Nasenstäbe. Als weiterer Schmuck der Männer dienen Rattanreifen, die sie sich um die Hüfte wickeln. Bekleidung findet sich bei den Korowai in geringem Umfang. Die Frauen verwenden dazu nur einen aus Sagofasern gedrehten Rock. Die Männer haben als Schambedeckung ein um den Penis gewickeltes Blatt. Manche Gruppen haben anstelle des Blattes eine Nussschalenhälfte.[13] Die ansonsten auf der Insel – beispielsweise bei den Dani und den Asmat – verbreiteten Penisfutterale (Koteka) finden bei den Korowai keinen Einsatz. Frauen verlassen nicht ohne Noken (Tragenetze), Männer nicht ohne Pfeil und Bogen ihr Baumhaus.

Architektur der Baumhäuser[Bearbeiten]

Korowai Baumhaus

Bis heute leben die Korowai in Bäumen (daher gelegentlich als Baummenschen bezeichnet) und das bisweilen bis hoch in deren Wipfel. Die Behausungen in den Bäumen werden aus Holzstangen und Palmwedeln gebaut; der Fußboden besteht aus Baumrinde. Die Wohnstätten sind vollständig ohne Seile und Nägel errichtet. Nur Lianen halten die Bauwerke zusammen. Ob ihrer Größe werden sie mit langen Holzpfosten abgestützt. Der einzige Zugang zum Haus führt über einen senkrechten mit Kerben versehenen (einziehbaren) Pfahl, bei hoch gelegenen Baumhäusern über einen leiterartigen Gawil. In die Kerben passen lediglich die Fußspitzen. Das Baumhaus schützt vor Angriffen feindlicher Clans, wilden Tieren, Krankheiten und Überschwemmungen. Die um das Baumhaus gerodete Lichtung gewährt zusätzlichen Schutz, da herannahende Feinde schnell bemerkt werden. Kriegs- oder Friedenssituationen erkennt man an der Höhe des Bauwerks über dem Boden.[14] Gewöhnlicherweise wird in Friedenszeiten zwischen 10 und 25 Metern Höhe gebaut, in turbulenten Zeiten wird bis zu 50 Meter hoch gebaut.

Ein typisches Korowai-Haus hat drei Räume, zwei Feuerstellen und zwei Veranden. Neben den Ruheplätzen befinden sich auch noch Hab und Gut und eine Feuerstelle unter dem schützenden sagopalmenen Dach. Die Feuerstelle ist über einem Loch im Hüttenboden mit Rattan festgebunden und besteht aus Ästen, die mit Blättern und Lehm ausgefüllt sind. Sie ist der zentrale Platz auf der Plattform des Baumhauses. Bei Brand und Brandgefahr werden die Rattanschnüre gekappt, sodass die Feuerstelle durch das Loch auf den Boden unter das Baumhaus fällt.[12] Alle drei bis fünf Jahre muss ein neues Baumhaus gebaut werden, da dieses im feuchten Tropenklima schnell fault und/oder von Insekten zerfressen wird.[14]

Die höchste Konzentration von Baumhäusern findet sich entlang der Uferlinien der bedeutendsten Flüsse im Innern des Siedlungsgebietes. Dies sind die Flüsse Afiüm, Walop, Mabül, Nelaf und Fukh. Bevorzugt werden hohe Ufer an den kleineren Flüssen bewohnt.

Sprache[Bearbeiten]

Die Sprache der Korowai wird vom Stamm klassifiziert als Trans-New Guinea, die Sprachfamilie als Ok-Awyu, Awyu-Dumut (auch Awyu-Ndumut - südöstlicher Sprachraum Papuas), nebst Dialekten der Korowai.[15]

Weltbild[Bearbeiten]

Das Weltbild der Korowai besteht aus drei konzentrischen Kreisen. Im Mittelpunkt befindet sich die Welt des klan-einteilenden Lebens (bolüpbolüp), der Menschen, Tiere und Pflanzen, vor allem aber auch der immer gegenwärtigen Geister. Danach folgen die Welten des Todes (bolüplefupé) und des endlosen Ozeans (méan-maél).[16] Beim Weltuntergang stürzen die Welten des Lebens und des Todes ins große Wasser, in dem der Fisch „Ndewe“ lebt und alle Menschen und Tiere verschlingt. Deshalb warnen die Alten die Jungen stets vor der fremden Welt (Zivilisation) außerhalb ihres Territoriums. Die Entstehung dieser Welten schreiben sie dem Gott „Ginol“ zu.[12] Dazu gehört auch, dass die Korowai glauben, dass es einen natürlichen Tod nicht gibt: Grundsätzlich soll immer Hexerei (Khakhua) im Spiel sein, selbst wenn jemand an einer Krankheit stirbt.

Kannibalismus[Bearbeiten]

Der Frage, ob es heute noch Kannibalismus unter den Korowai gibt, ist Paul Raffaele, ein australischer Journalist, seit Mitte der 2000er Jahre nachgegangen.[17] Dazu reiste er 2006 in das Siedlungsgebiet dieses Volkes. Im Ergebnis wurde ihm glaubhaft versichert, dass noch heute ritueller Kannibalismus existiert. Soweit grenznahe Siedlungsgebiete bereits im Einflussbereich öffentlicher Gewalt (Polizei) von außen stünden, sei eine deutliche Rückdrängung des Kannibalismus-Phänomens zu beobachten. Für die bisweilen heute noch gänzlich unbekannten Siedlungsgebiete in den Tiefen des Urwaldes träfe dies andererseits nicht zu.[18] Wenngleich regelmäßig schwere Krankheitserreger wie Bakterien und daneben Vergiftungen, ausgelöst durch giftige Spinnen und Schlangen, die wahre Todesursache vieler Einwohner bilden, wird in Unkenntnis dieser medizinischen Ursachen die Verantwortlichkeit bei den khakhua (der Hexerei verfallenen Personen) gefunden. Khakhua können eigene Familienmitglieder sein. Der dämonischen Kraft der Khakhuas begegnet man durch deren Tötung. Mit gezieltem Herzschuss (Pfeil & Bogen) werden sie getötet, sodann ausgeweidet, zerlegt und in Bananenblättern verzehrfertig gemacht. [19]

In den 1960er und 1970er Jahren sollen in verschiedenen Ereignissen mehrere niederländische Missionare getötet und verspeist worden sein.[20]

Neben dem Kannibalismus führen allerdings Krankheiten wie die tropische Malaria, Tuberkulose, tödliche Anämie oder die Elephantiasis regelmäßig zum Tode der Einwohner. Immer wieder gibt es Landstriche, die regelrecht ausgerottet erscheinen.

Berührungspunkte zur Außenwelt[Bearbeiten]

Erstkontakte (1978-1983)[Bearbeiten]

Die ersten systematischen Kontaktversuche mit den Korowai gehen auf das Jahr 1978 zurück. Vormals wurde lediglich eine Mission angelegt, die im Zeitbereich zwischen 1959 und 1978 irgendwelchen Kontakt zu den Korowai bei Waliburu und Firiwagé gehabt haben will. Niederländische Missionare - namentlich Jaap Groen und Johannes Veldhuizen - brachen im März dieses Jahres über die Süd-West-Route auf, ausgehend von Citak. Vorausgegangen waren dem Unternehmen 18 Monate eingehender Gebietserkundung. Diese bewerkstelligte man mittels Booten, Einbäumen und auch per Luftweg mit Helikoptern. Im März 1979 gelang es unter Mithilfe von Clanangehörigen der Kombai eine Genehmigung zum Aufbau einer Missionsstation nahe Yaniruma zu erhalten. Diese lag an der Grenze zum Territorium der Korowai auf dem Gebiet der Kombai, südseits des Flusses Nailop. In den frühen 1980er Jahren konnte die Missionsstation um eine Schule in der Indonesisch erlernt werden konnte und ein kleines Krankenhaus erweitert werden. Zeitgleich kontaktierte man die ersten Korowai am Nordufer des Flusses (Nailop). In den Folgejahren (ab 1983) gelang es, einzelne Korowai für die Mission zu gewinnen und sie an infrastrukturellen Projekten arbeiten zu lassen. Die Neugier dieser Leute am kleinen Dorfladen Yanirumas, der Fischmesser, Eisen- statt Steinäxte und für die Haltbarmachung von Fleisch, Salz feilbot, weckte Gegeninteresse.

Parallel entwickelten sich in der Zeit zwischen 1978 und 1983 die ersten Kampong formations. Diese stellen eine Mischung aus traditioneller Clan- und indonesischer Kultur dar. Die Durchmischung der Kulturen kam zum Ausdruck durch neu gebaute Dörfer im indonesischen Stil, in welchen verschiedene Clans der Korowai - ebenso Clans anderer Stämme - zusammenlebten und sich in das indonesische Verwaltungssystem eingliederten. Die Stelzenbauten wurden dabei erstmals zugunsten eleganter Reihenhäuser aufgegeben. Zunächst wurden diese kampongs außerhalb des Korowai-Siedlungsgebietes errichtet. Penisblätter und Nußschalen (Korowai) und kotekas (andere Stämme) wurden eingetauscht gegen indonesische Volkskleidung. Der Erstreckungsgrad dieser kulturellen Umstimmung auf die Korowai als Ganzes ist dabei äußerst gering (zusammengestellt nach Van Enk/De Vries).

Folgekontakte[Bearbeiten]

Auf dem Siedlungsgebiet des Korowai-Clans der Manianggatun wurde 1985 dann das erste Korowai-Dorf im kampong-Stil errichtet. Weitere folgten in den Jahren 1987 und 1988. Weitere Expeditionen in die Tiefe des Gebietes wurden durchgeführt.

1986 wurde der erste Dokumentarfilm für eine sozialwissenschaftliche Stiftung aus Indonesien gedreht und 1987 fertiggestellt. Der Regisseur Dea Sudarman beleuchtete dabei insbesondere die Kultur der Baumhäuser und Sagofeste. Mit diesem Filmprojekt war ein erstes Zeitzeugnis über die Lebensweise der Korowai für die Weltöffentlichkeit geschaffen.

Unwiederholte Versuche der wirtschaftlichen Erschließung von Ölreserven (Conoco) und Gold (Allied International) folgten. Die Anstrengungen erwiesen sich als unverhältnismäßig.

Anfang der 1990er-Jahre besuchten erste Touristen grenznahe nördliche Stammesgebiete bei Mabül. Bei Yafufla kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Todesfolgen. Polizeipatroullien sahen sich genötigt, erstmals auch in eine unbefriedete Korowai-Region einzuziehen.

Ein zweites – japanisches – Filmprojekt, ebenfalls angeleitet von Dea Sudarman, setzte sich im September 1990 mit Stammesregionen entlang des Nailop auseinander und drang dabei tief ins Zentrum des Siedlungsgebietes vor. 1993 filmte ein amerikanisches Ensemble beim Korowai-Clan der Dajo. Diese anthropologische Dokumentation setzte sich auch mit dem heiklen khakhua-Thema (ritueller Kannibalismus) auseinander. Alexander Smoltczyk und Georg Steinmetz verwirklichten 1995 für die deutsche Geo und die amerikanische NG eine einmalige Bilderreise zu den bis dahin unkontaktierten Clans der Sayakh und der Lén Bainggatum.

Zusammenfassend kann man sagen, dass bis heute – Ausnahmen sind aufgeführt – kaum Kontakte zu den Korowai als Ethnie bestehen (zusammengestellt nach Van Enk/De Vries).

Literatur[Bearbeiten]

  • Van Enk, De Vries: The Korowai of Irian Jaya, Their Language in its Cultural Context. Oxford University Press, New York 1997, ISBN 0-19-510551-6.
  • R. Garve: Vom Leben der Asmat, Kombai und Korowoi in Irian Jaya. In: Rudolstädter naturhistorische Schriften. Supplementband 3, Rudolstadt 1999, ISBN 3-910013-30-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Korowai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Völker von Papua
  2. Gerrit J. Van Enk & Lourens de Vries: Maps 1,2+3 / Seite xii, xiii, xiv
  3. a b Paul Raffaele: Sleeping with Cannibals. In: Smithsonian. September 2006, S. 1.
  4. Dschungeltour zum Volk der Korowai.
  5. Eingeborene offiziell anerkannt: Baum-Menschen erstmals gezählt. In: n-tv.de. 25. Juni 2010, abgerufen am 27. Juni 2010.
  6. Papua – Places of Interest. In: lestariweb.com. Abgerufen am 27. Juni 2010.
  7. Josef Tschiggerl: 1996 Kuruwai. Abgerufen am 27. Juni 2010.
  8. Irian Jaya - "Zurück in die Steinzeit".
  9. Papua - Tribe Expedition - back to Stone Age.
  10. Baumhausmenschen Korowai in New Guinea Natur Reise Travel...-Video. Auf: clipfish.de
  11. Papua Explorer Tours & Expeditions 2010: KURUWAI / PAPUA. Auf: papua-explorer.de
  12. a b c Die Korowai und Asmat im Tiefland. Auf: freewestpapua.de, 30. November 2008.
  13. a b Die Korowai. Auf: korowai.com
  14. a b Baumhäuser. (PDF; 7,8 MB) Auf: lehrer.schule.at, S. 32.
  15. Linguistic Relationsships S.9/10
  16. Narendra S. Bisht, T. S. Bankoti, Encyclopaedia of the South East Asian Ethnography
  17. Paul Raffaele: Journalist and Contributor Auf: smithsonianmag.com, November 2009.
  18. Paul Raffaele: Sleeping with Cannibals. In: Smithsonian. September 2006, S. 2.
  19. Paul Raffaele: Sleeping with Cannibals. In: Smithsonian. September 2006, S. 3.
  20. Korowai Batu and Kopkaga – tree people. Auf: papuatrekking.com