Yams

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Dieser Artikel behandelt die Yamswurzel, eine Pflanze, für Information zum Würfelspiel Yams siehe bei Kniffel.
Yams
Gemeine Schmerwurz (Dioscorea communis)

Gemeine Schmerwurz (Dioscorea communis)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Yamswurzelartige (Dioscoreales)
Familie: Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae)
Gattung: Yams
Wissenschaftlicher Name
Dioscorea
L.

Yams (Dioscorea), auch Yam oder Yamswurzel genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae). Yams ist hauptsächlich in den Tropen verbreitet. Die einzigen in Mitteleuropa heimischen Arten sind die Schmerwurz (Dioscorea communis) und die Balkan-Schmerwurz (Dioscorea balcanica). Die Gattung ist nach Pedanios Dioscurides benannt, einem griechischen Arzt aus dem 1. Jahrhundert.

Beschreibung[Bearbeiten]

Dioscorea balcanica, Habitus einer blühenden Pflanze.
Dioscorea balcanica, eine fruchtende Pflanze, beginnt „einzuziehen“, das bedeutet die Nährstoffe werden in die unterirdischen Speicherorgene eingelagert und die oberirdischen Teile sterben ab am Ende der Vegetationszeit.

Yams-Arten wachsen als windende, ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden Wurzelknollen als Überdauerungsorgane, die in ihrer Größe, Gestalt, Farbe, Inhaltsstoffen und Tiefe in der Erde sehr unterschiedlich sein können. Die gestielten Laubblätter sind einfach oder zusammengesetzt.[1]

Die Blüten sind immer eingeschlechtig, die Pflanzen sind meist zweihäusig (diözisch), selten einhäusig (monözisch). Die männlichen Blüten enthalten sechs oder drei Staubblätter.[1]

Sie bilden dreifach geflügelte Kapselfrüchte. Die Samen haben häutige Flügel. [1]

Nutzung[Bearbeiten]

Yams auf dem Brixton Market in London
Japanische Yams auf einem Markt in Hamamatsu
Ein japanisches Gericht: Gebackener Yams, mit Katsuobushi (Bonito-Flocken) bestreut
Wurzel, wie sie auf den Azoren auf Märkten verkauft wird

Einige Arten und deren Ausleseformen sind Nutzpflanzen, sowohl als wichtige Nahrungspflanzen als auch als Heilpflanzen. Viele Yams-Arten werden wegen ihrer essbaren Wurzelknollen als Nahrungsmittel angepflanzt.

Bei der am meisten angebauten Art erreichen die unterirdischen Knollen eine Länge von bis zu 2 Metern, ihr Geschmack ist süßlich und ähnelt Esskastanien und Kartoffeln. Sie haben eine dunkelbraune bis schwarze Haut und sind reich an Provitamin A sowie Kalium. Außer der Dioscorea opposita („Chinesischen Yams“) bzw. der Dioscorea japonica („Japanische Berg-Yams“ oder „Yamaimo“(山芋)) wirken alle Yams-Arten roh gegessen toxisch.[2] Yamswurzeln ähneln geschmacklich und optisch den Süßkartoffeln, sind aber nicht mit ihnen verwandt. In Südamerika, Afrika und der Karibik ist Yams weit verbreitet, in Europa jedoch im Gegensatz zur Süßkartoffel nur selten zu erwerben. Des Weiteren ist es in den Tropen ein wichtiger Stärke-Lieferant. In China gibt es ein Vorhaben, mit Hilfe gentechnischer Methoden Sorten von Yams-Arten zu züchten, die als Energiepflanzen für die Erzeugung von Ethanol-Kraftstoff optimiert sind.[3]

In der Naturheilkunde wird wilder Yams je nach Dosierung zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden, gegen PMS und sowohl zur Empfängnisverhütung als auch bei unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt.[4] Der Einsatz ist jedoch umstritten und setzt eine intensive Beschäftigung mit dem Thema voraus.[5] Die wilde Yamswurzel enthält in großen Mengen Diosgenin, ein Cholesterin-Derivat mit zusätzlichen Hydroxygruppen in der Seitenkette, die als inneren Ether weitere Ringe an das Steran-Gerüst anhängen. Obwohl aus Diosgenin nur durch chemischen Abbau das Gelbkörperhormon Progesteron gewonnen werden kann, wird Diosgenin in der esoterischen Literatur und der alternativen Medizin als "natürliches" Progesteron bezeichnet.

Fruchtende Dioscorea cf. dumetorum, Burkina Faso.
Dioscorea spec., geerntet am Tena Kourou in Burkina Faso.

Arten[Bearbeiten]

Die Gattung Yams (Dioscorea) umfasst etwa 350 bis 800 Arten. Hier eine Auswahl:[1][6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Chih-chi Ting & Michael G. Gilbert: Dioscoreaceae: Dioscorea - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 24 - Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000. ISBN 0-915279-83-5 (Abschnitte Beschreibung und Systematik)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Chih-chi Ting & Michael G. Gilbert: Dioscoreaceae: Dioscorea' - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 24 - Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000. ISBN 0-915279-83-5
  2. a b c Zur Klärung, ob die „Japanische Berg-Yams“ oder „Yamaimo“(山芋) Dioscorea japonica oder Dioscorea opposita genannt wird → siehe: Abschnitt „Dioscorea opposita und Dioscorea japonica“ auf der Diskussionsseite (mit möglichen Einzelnachweisen).
  3. Soyatech.com e-news, Meldung "China, Singapore Will Jointly Develop Energy-Intensive Plants for Biofuel Feedstocks" vom 11. Dezember 2007
  4. http://www.mexican-wild-yam.de/yams-wurzel-verhuetung.html
  5. Gillian Lockwood, Jill Anthony-Ackery, Jackie Meyers-Thompson u. a.: "Kinderwunsch und Fruchtbarkeit für Dummies". September 2008: Wiley VHC Verlag; S. 83
  6. Arten und Synonyme, Uni Melbourne.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dioscorea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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