Sepik

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Sepik
Lage des Sepik

Lage des Sepik

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Sandaun, Ostsepik (Papua-Neuguinea), Papua (Indonesien)
Flusssystem Sepik
Quelle Victor Emanuel Range
5° 13′ 0″ S, 141° 49′ 0″ O-5.2166666666667141.816666666672170
Quellhöhe 2170 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Broken Water Bay der Bismarcksee (Pazifischer Ozean)-3.84233144.538880Koordinaten: 3° 50′ 32″ S, 144° 32′ 20″ O
3° 50′ 32″ S, 144° 32′ 20″ O-3.84233144.538880
Mündungshöhe mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 2170 m
Länge 1126 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 100.243 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Linke Nebenflüsse Yellow, Green
Rechte Nebenflüsse August (Yapsie), Idam, Simaiya, May (Arai), Keram, Yuat, Karawari, April
Kleinstädte Ambunti, Angoram
Schiffbar fast auf ganzer Länge
in der Regenzeit Vereinigung mit dem Flusssystem des Ramu
Dorf am Sepik

Dorf am Sepik

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Der Sepik (ausgesprochen „sii-pick“, deutsch Kaiserin Augusta-Fluss[1]) ist der längste Fluss der Insel Neuguinea (Ozeanien) und mit über 1100 km Flusslauf einer der fünf längsten Flüsse Australien/Ozeaniens. Der Großteil des Flusses fließt durch die Provinzen Sandaun und Ostsepik in Papua-Neuguinea. Ein kleiner Teil fließt durch die indonesische Provinz Papua.

Der Sepik gehört zu den großen Flusssystemen der Welt. Er hat ein weites Einzugsgebiet und ist umgeben von Landschaftsarten wie Sümpfen, tropischem Regenwald und Bergen. Biologisch gesehen ist der Fluss wahrscheinlich das größte unvergiftete Frischwasserreservoir im asiatisch-pazifischen Raum.

Quelle, Lauf und Mündung[Bearbeiten]

Der Fluss entspringt an der Victor-Emanuel-Gebirgskette, Bestandteil der Star Mountains (Zentralkette) Neuguineas. Aus seinem gebirgigen Oberlauf - nahe Telefomin - wo er die Grenze zwischen der Ostkette (Maokegebirge) und der Westkette (Bismarckgebirge) bildet, fließt der Sepik in nordwestliche Richtung und verlässt das Gebirge bei Yapsie (Yapsiei). Von hier aus bahnt er sich seinen Weg in das indonesische Papua. Ein Großteil seines Verlaufs durchquert die Great Depression in nordöstlicher Richtung. Meerwärts erhält der Sepik weitere Zuflüsse aus den Bewani- und den Torricelli-Bergen im Norden sowie dem neuguineischen Hochland im Süden.

Der Sepik verläuft stark mäandrierend und mündet schließlich ca. 20 km nordwestlich der Ramu-Mündung in die Broken Water Bay der Bismarcksee. Im Gegensatz zu vielen anderen großen Flüssen hat der Sepik kein Delta, sondern mündet direkt ins Meer, etwa 100 km östlich von Wewak. Während der Regenzeit vereinigen sich der Ramu und der Sepik in der überfluteten Ebene unweit des Mündungsgebiets. Der Fluss ist zudem auf einem Großteil seiner Länge schiffbar.

Die Gesamtlänge des Flusses beträgt 1.126 km – Luftlinie Quelle-Mündung hingegen lediglich 400 km – und hat ein Einzugsgebiet von mehr als 100.000 km².[2] Der Fluss erreicht schon nach knapp 100 Kilometern Lauf eine Seehöhe von etwa 200 m, worin über den nahezu gesamten Lauf ein sehr geringes Gefälle deutlich wird (~ 0,2 ‰). Großteils weist der Fluss mit seiner Länge 5-10 km breite Mäander auf und bis zu 70 km breite Überschwemmungsgebiete, was die Bildung von Sümpfen zur Folge hatte.[3] In diesen Überschwemmungsgebieten gibt es ungefähr 1.500 Seen, die größten davon sind die Chambri-Seen.

Natur und Kultur[Bearbeiten]

Sägefisch-Maske vom Mittelsepik aus dem Ethnologisches Museum, Berlin-Dahlem

Das Sepikbecken ist eine nahezu unberührte Naturlandschaft, da es dort keine großen Siedlungen gibt und im Einzugsgebiet des Flusses weder Bergbau noch Forstwirtschaft betrieben werden.

Die Bevölkerung des Sepikbeckens umfasst etwa 430.000 Menschen.[4] Die Stämme entlang des Flusses sind bekannt für ihre besonderen Schnitzereien und kunstvollen Männlichkeitsrituale, die das Einkerben von krokodilsartigen Figuren in das Flussufer und das Skarifizieren der Körper beinhalten.[5]

Das ganze obere Flussgebiet (Upper Sepik River Basin) wurde 2006 zum UNESCO-Welterbe vorgeschlagen (Tentative list)[4] und steht in besonderem Fokus des WWF.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Die indigene Bevölkerung hat jahrtausendelang entlang des Flusses gelebt, der ihnen als Grundlage für Nahrung, Transport und Kultur diente.

Entdeckung und Erforschung[Bearbeiten]

Der australische Anthropologe Ernest Chinnery am mittleren Sepik

Erstmals kontaktierten Europäer den Fluss 1885, als Deutsche im Rahmen des Aufbaus der Kolonie Deutsch-Neuguinea die Gegend erkundeten. Der Fluss wurde von Otto Finsch Kaiserin Augusta getauft, zu Ehren der deutschen Kaiserin. Finsch schiffte von der Mündung aus etwa 50 km flussaufwärts.[7]

1886 und 1887 wurden weitere deutsche Expeditionen mit Dampfschiffen unternommen. Mehr als 600 km Flusslauf wurden erforscht. Die Kaiserin-Augusta-Fluss-Expedition 1912/13, eine deutsche Wissenschaftsexpedition zur Erforschung des Sepik, dessen Ufer und Nebenflüsse sowie des angrenzenden Umlands, wurde vom Reichskolonialamt, dem Preußischen Unterrichtsministerium, dem auch die Berliner Museen unterstanden und der Deutschen Kolonialgesellschaft finanziert.[8] Die Expeditionsteilnehmer sammelten Exemplare der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, studierten die heimischen Stämme und fertigten die ersten Karten der Gegend an. Angoram wurde als Basis für weitere Expeditionen gegründet. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden die Expeditionen eingestellt.

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die australische Regierung die Treuhand über die deutsche Kolonie und gründete das Territorium Neuguinea, unter dessen Jurisdiktion die Sepikregion fiel. In dieser Periode gründeten die Australier Ambunti - als Ausgangspunkt - für weitere Expeditionen.

1935 reiste Sir Walter McNicoll, der neue Administrator des Territorium Neuguinea den Fluss hinauf, um die Einheimischen und das Inland kennenzulernen.[9]

Der Zweite Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges kontrollierte die meiste Zeit Japan die Region um den Sepik. Gegen Ende des Krieges waren die Japaner vollständig umzingelt, nachdem Hollandia in Niederländisch-Neuguinea während der Operationen Reckless (dt. ‚rücksichtslos‘) und Persecution (dt. Verfolgung) 1944 von den Alliierten erobert wurde und Aitape während des Feldzuges im August 1944 fiel. Die australische Armee führte einen harten Kampf, um die verbliebenen japanischen Truppen zu besiegen.

Im Juli 1945 drängten die Australier die japanische Armee bis zum Dorf Timbunke (etwa auf mittlerer Höhe des Sepiks) zurück. Nachdem ein Flugzeug der RAAF 10 km außerhalb von Timbunke landete, verdächtigten die Japaner die Dorfbewohner, mit den Australiern kollaboriert zu haben und töteten 100 von ihnen.[10] Die Japaner kapitulierten schließlich im September 1945 bei Wewak.

Literatur[Bearbeiten]

Zusammenstellung:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sepik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ethnographie:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Koloniallexikon. Quelle & Meyer, Leipzig 1920, S. o.A.
  2. iucn.org
  3. Sepik, optusnet.com.au
  4. a b Upper Sepik River Basin, whc.unesco.org/en/tentativelists
  5. Sepik River, art-pacific.com
  6. Upper Sepik, Papua New Guinea, wwf.panda.org
  7. Adrian Lipscomb, et al.: Papua New Guinea, 6, Lonely Planet, February 1998, ISBN 0-86442-402-7, S. pp. 249-252.
  8. Thomas Menzel: Die Kaiserliche Marine und die Kaiserin-Augusta-Fluß-Expedition 1912/13 Bundesarchiv (abgerufen 30. März 2009)
  9. J.K. McCarthy: Patrol into yesterday. F.W Cheshire Pty Ltd, Melbourne 1963, ISBN 0701503270, S. pp. 139-149.
  10. Chapter Seven: Voices from Asia and the Pacific. In: War Compensation Forum. Abgerufen am 7. November 2011.