Kowalewo Pomorskie

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Kowalewo Pomorskie
Wappen von Kowalewo Pomorskie
Kowalewo Pomorskie (Polen)
Kowalewo Pomorskie
Kowalewo Pomorskie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Landkreis: Golub Dobrzyń
Fläche: 4,45 km²
Geographische Lage: 53° 9′ N, 18° 54′ O53.15388888888918.896944444444Koordinaten: 53° 9′ 14″ N, 18° 53′ 49″ O
Einwohner: 4240
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 87-410
Kfz-Kennzeichen: CGD
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK15 Toruń-Brodnica
DW554 Orzechowo-Golub Dobrzyń
Schienenweg: ToruńOlsztyn
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 31 Ortschaften
Fläche: 141,39 km²
Einwohner: 11.622
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0405043
Verwaltung (Stand: 2008)
Bürgermeister: Andrzej Grabowski
Adresse: ul. Plac Wolności 1
87-410 Kowalewo Pomorskie
Webpräsenz: www.kowalewopomorskie.pl

Kowalewo Pomorskie (deutsch Schönsee) ist eine Stadt in Polen in der Wojewodschaft Kujawien-Pommern.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Kowalewo Pomorskie stammt vom 5. August 1222.[2] 1231 bis 1466 gehörte der Ort zum Deutschordensstaat.[3] Wann genau der Ort Stadtrecht erhielt, ist nicht gesichert, 1275 besaß der jetzt Schönsee genannte Ort das Recht.[2] 1278 wurde Schönsee Sitz einer Kommende und zwischen 1280 und 1290 wurde eine Burg errichtet.[3] Die Stadt wurde in dieser Zeit mehrfach angegriffen, konnte sich aber stets erfolgreich verteidigen. So versuchten 1273 die Pruzzen, 1330 Władysław I. Ellenlang und 1422 Władysław II. Jagiełło den Ort einzunehmen.[2]

1466 kam die Stadt nach dem Zweiten Frieden von Thorn als Teil Polnisch-Preußens an Polen. Im 15. Jahrhundert gab es etwa 120 Wohngebäude in Schönsee.

1772 bis 1807 gehörte Kowalewo als Folge der Erste Teilung Polens zu Preußen. Der Ort hatte nach den Nordischen Kriegen inzwischen nur noch 34 Häuser.[2]

Polnische Truppen besetzten am 5. Dezember 1806 die Stadt, und von 1807 bis 1815 gehörte Kowalewo wieder zu Polen.

1815 kam Kowalewo durch den Wiener Kongress bis 1920 wieder an Preußen. 1833 verlor Schönsee sein Stadtrecht und erhielt es 1873[2] oder nach anderen Quellen erst 1929[3] wieder. 1871 erfolgte der Anschluss an das Schienennetz[3] und zum 1. November 1900 erfolgte der Anschluss an das Telefonnetz[2]. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1883 gegründet. 1907 kam es in der katholischen Schule nach dem Vorbild des Wreschener Schulstreiks zu einem Streik der Schüler, die sich weigerten deutsch im Religionsunterricht zu sprechen. Der Streik wurde von der preußischen Verwaltung mit harten Sanktionen beendet.

Im Januar 1920 kam Kowalewo durch den Versailler Vertrag wieder zu Polen. Im Schuljahr 1934/35 besuchten etwa 600 Schüler die Schule in Kowalewo Pomorskie. Während des Zweiten Weltkrieges war die Stadt vom 7. September 1939 bis zum 23. Januar 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt, die Deutschen deportierten schätzungsweise 400 Einwohner in Konzentrationslager.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung.[4]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das heutige Wappen geht zurück auf das Wappen des Komturs im 14. Jahrhundert.[2] Es zeigt einen Fisch sowie darüber zwei Sterne und einen Mond. Die Sterne sind vermutlich religiöse Symbole.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche, errichtet zwischen 1286 und 1300[2]
  • Rest der Burganlage aus dem 13. Jahrhundert

Gmina Kowalewo Pomorskie[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde gehören Kowalewo selbst und die folgenden umliegenden Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(1815-1920)
deutscher Name
(1939-45)
Bielsk Bielsk 1939-42 Bielsk
1942-45 Bülz
Borek Borrek  ?
Borówno Borowno 1939-42 Borowno
1942-45 Borne
Chełmonie Chelmonie
1899-1920 Colmansfeld
1939-42 Colmansfeld
1942-45 Kolmannsfeld
Chełmoniec Chelmonietz
1891-1920 Gruneberg
Gruneberg
Dylewo Dylewo  ?
Elzanowo Elsanowo 1939-42 Elsanowo
1942-45 Elsenau
Frydrychowo Friederikenhof Friederikenhof
Gapa Gappa 1939-42 Gappa
1942-45 Göppen
Józefat Josephat 1939-42 Josefat
1942-45 Josten
Kiełpiny Kelpin 1939-42 Kelpin
1942-45 Kelp
Kowalewo Pomorskie Schönsee Schönsee
Lądy Mlewietz Abbau
1901-20 Lebendorf
Lebendorf
Lipienica Lipienica
1897-1920 Heinrichsberg
Heinrichsberg
Mariany Marienhof Marienhof
Martyniec  ?  ?
Mlewiec Hofleben Hofleben
Mlewo Mlewo 1939-42 Mlewo
1942-45 Leben
Napole Napole 1939-42 Napole
1942-45 Nappeln
Nowy Dwór Neuhof Neuhof
Otruda Otterode Otterode
Piątkowo Piontkowo 1939-42 Piontkowo
1942-45 Püntkau
Pluskowęsy Pluskowenz 1939-42 Pluskowenz
1942-45 Pflugsdorf
Pruska Łąka Preußisch Lanke Preußischlanke
Sierakowo Sierakowo
1877-1920 Siegfriedsdorf
Siegfriedsdorf
Srebrniki Silbersdorf Silbersdorf
Szewa Schewen Schewen
Szychowo Szychowo
1897-1920 Heynerode
Heynerode
Wielka Łąka Wielkalonka 1939-42 Wielkalonka
1942-45 Altlanke
Wielkie Rychnowo Gut Richnau
1909-20 Groß Reichenau
Großreichenau
Zapluskowęsy Za Pluskowenz 1939-42 Za Pluskowenz
1942-45 Pflugshof

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2007 waren in der Stadt Kowalewo Pomorskie 593 Menschen arbeitslos gemeldet.[6] Dies war ein Rückgang von 458 im Vergleich zu 2005.[7]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Kowalewo Pomorskie führt die Landesstraße 15 (droga krajowa 15). Im Süden führt sie nach etwa 25 Kilometern nach Toruń, im Nord-Osten nach 35 Kilometern durch Brodnica. Von Ost nach West führt die Wojewodschaftsstraße 554 (droga wojewódzka nr 554) durch die Stadt. Diese mündet nach etwa acht Kilometern bei dem Dorf Orzechowo in die Wojewodschaftsstraße 551. Im Osten führt die 554 nach zehn Kilometern durch Golub Dobrzyń.

Der nächste internationale Flughafen ist der Ignacy-Jan-Paderewski-Flughafen Bydgoszcz, der etwa 60 Kilometer südwestlich von Kowalewo Pomorskie liegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Ludwig von Erlichshausen (1410–1467), Komtur in Schönsee/Kowalewo Pomorskie von 1442 bis 1447
  • Ludolf Hermann Müller (1882–1959), 1917 bis 1920 Pfarrer in Schönsee, später Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kowalewo Pomorskie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 6. Dezember 2014.
  2. a b c d e f g h i Website der Stadt, Rys historyczny miasta Kowalewa Pomomorskiego, 23. März 2007 (Webcite)
  3. a b c d mapa.szukacz.pl, Kowalewo Pomorskie - Informacje dodatkowe, abgerufen am 26. Dez. 2008
  4. Für das 15. Jahrhundert, 1772, 1920, 1930, 1939: Website der Stadt, Rys historyczny miasta Kowalewa Pomomorskiego, 23. März 2007 (Webcite)
    Für den 20. Juni 2008: Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2008
  5. HERALDRY OF THE WORLD, Herbarz Miast Polskich - Kowalewo Pomorskie, abgerufen am 26. Dez. 2008
  6. Powiatowy Urząd Pracy w Golubiu–Dobrzyniu, Informacjana na temat bezrobocia, 24. Jan. 2008 (PDF; 111 kB) (Webcite)
  7. Powiatowy Urząd Pracy w Golubiu–Dobrzyniu, Bezrobocie – statystyka za IV kwartał 2005 roku, 17. Jan. 2006 (PDF; 72 kB) (Webcite)