Kraftwerk Jochenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kraftwerk Jochenstein
Das Kraftwerk Jochenstein, links das Stauwehr
Das Kraftwerk Jochenstein, links das Stauwehr
Lage
Kraftwerk Jochenstein (Bayern)
Kraftwerk Jochenstein
Koordinaten 48° 31′ 6″ N, 13° 42′ 27″ O48.51833333333313.7075290Koordinaten: 48° 31′ 6″ N, 13° 42′ 27″ O
Land: DeutschlandDeutschland Deutschland
BayernBayern Bayern

OsterreichÖsterreich Österreich

OberosterreichOberösterreich Oberösterreich
Ort: Untergriesbach / Engelhartszell
Gewässer: Donau
Gewässerkilometer: km 2203,3 [1]
Höhe Oberwasser: 290 m ü. NHN
Kraftwerk
Eigentümer: Donaukraftwerk Jochenstein AG (DKJ)
Betreiber: Grenzkraftwerke GmbH
Bauzeit: 1952–1956
Betriebsbeginn: 20. August 1956
Denkmalgeschützt seit: Akten-Nr. D-2-75-153-105
Technik
Engpassleistung: 132 [2][1] Megawatt
Durchschnittliche
Fallhöhe:
9,78 [1] m
Ausbaudurchfluss: 2.050 [2][1] m³/s
Regelarbeitsvermögen: 850 [2][1] Millionen kWh
Turbinen: 5 Kaplanturbinen [2]
Generatoren: 5 Synchrongeneratoren [2]
Sonstiges

Das Kraftwerk Jochenstein ist ein Laufwasserkraftwerk in der Donau an der deutsch-österreichischen Grenze, das seinen Namen vom nahen Felsen Jochenstein ableitet. Die technischen Anlagen befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinden Untergriesbach (Niederbayern) und Engelhartszell (Oberösterreich).

Geschichte[Bearbeiten]

Für den Bau wurde 1952 die Donaukraftwerk Jochenstein AG (DKJ) als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht gegründet; dies geschah unmittelbar nach dem Abschluss eines entsprechenden Regierungsabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich im Februar 1952. Innerhalb eines halben Jahres wurde ein ausschreibungsreifer Bauentwurf von Architekt Roderich Fick erstellt, so dass Ende des Jahres 1952 mit den Bauarbeiten für das Hauptbauwerk und den Stauraum des Kraftwerkes Jochenstein begonnen werden konnte. Wegen des Hochwassers 1954 musste noch vor der Indienststellung ein Teil des Kraftwerks gesprengt werden.[3]

Die Inbetriebnahme der ersten drei Maschinensätze erfolgte im Frühjahr 1955, die des vierten Maschinensatzes im Mai 1956. Am 20. August 1956 wurde nach 45-monatiger Bauzeit der fünfte Maschinensatz in Betrieb genommen. Die Stromabnehmer sind je zur Hälfte die Rhein-Main-Donau AG und die österreichische Verbund AG.

Seit dem 1. Juli 1999 liegt die Betriebsführung der Donaukraftwerk Jochenstein AG bei der Grenzkraftwerke GmbH, die auch für die Betriebsführung der am oberen und unteren Inn gelegenen Kraftwerke der ÖBK verantwortlich ist.

Seit mehreren Jahrzehnten gibt es Planungen für das Pumpspeicherkraftwerk Riedl, das in unmittelbarer Umgebung des bestehenden Kraftwerks entstehen soll.[4]

Technik[Bearbeiten]

Das Kraftwerk Jochenstein hat eine Ausbauleistung von 132 MW und ein mittleres Jahresarbeitsvermögen von 850 Mio. kWh. Alle fünf Maschinensätze sind Kaplan-Turbinen mit Drehstrom-Synchron-Generatoren. Die beweglichen Elemente des Stauwehrs sind nahe dem österreichischen Ufer angeordnet, das Krafthaus mit den Turbinen in der Flussmitte beim Felsen Jochenstein, während die Schiffsschleuse und die Schaltanlage auf der bayerischen Seite liegen. Der Pegel des Oberwassers bei Normalstau liegt bei 290,0 Metern über Normalhöhennull[1], die Länge der Stauhaltung ist etwa 27 km[1] und die Fallhöhe 9,78 m [1].

Publikumsverkehr und Nutzung als Brücke[Bearbeiten]

Fußgänger und Radfahrer können über das Kraftwerk hier ganzjährig die Donau während der Öffnungszeiten (7 Uhr bis 22 Uhr) überqueren. Für die Querung der Schleusenanlage gibt es zwei Treppen mit zusammen 90 Stufen. Für Fahrräder wurde eine einfache Schiebehilfe aus Aluminiumblech neben der Treppe installiert. Auf österreichischer Seite gibt es am ersten Stauwehr ein Informationszentrum für Besucher mit kostenlosem Eintritt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kraftwerk Jochenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard A. Stadler, Manfred Wehdorn, Monika Keplinger, Valentin E. Wille: Architektur im Verbund (= Schriftenreihe der Forschung im Verbund 100). Springer Verlag, Wien u. a. 2007, ISBN 978-3-211-75795-6.
  • Borgmeyer, Anke: Das Donaukraftwerk Jochenstein — Ein technisches Spitzenprodukt der Nachkriegszeit neu in der Denkmalliste, in Denkmalpflege Informationen des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege Nr. 151 März 2012, ISSN 1863-7590

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Daten und Fakten. WSV, abgerufen am 8. Oktober 2013.
  2. a b c d e Laufkraftwerk Jochenstein. Verbund AG, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  3. http://www.zeit.de/1954/28/sie-standen-im-wasser-bis-sie-umfielen/seite-2
  4. Energiespeicher Riedl. Planung und Realisierung. Donaukraftwerk Jochenstein AG, abgerufen am 14. September 2013.