Untergriesbach

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Dieser Artikel beschreibt die niederbayerische Gemeinde Untergriesbach. Zum gleichnamigen Stadtteil von Aichach siehe Untergriesbach (Aichach).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Untergriesbach
Untergriesbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Untergriesbach hervorgehoben
48.57361111111113.667222222222556Koordinaten: 48° 34′ N, 13° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 556 m ü. NHN
Fläche: 73,6 km²
Einwohner: 6094 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94107
Vorwahl: 08593
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 153
Marktgliederung: 106 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 24
94107 Untergriesbach
Webpräsenz: www.untergriesbach.de
Bürgermeister: Hermann Duschl (CWG)
Lage des Marktes Untergriesbach im Landkreis Passau
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Marktplatz von Untergriesbach
Die Pfarrkirche St. Michael

Untergriesbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau und staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Untergriesbach liegt im südlichen Bayerischen Wald und erstreckt sich hoch über dem tief eingeschnittenen Tal der Donau. Die Höhe des Ortes beträgt 565 m über dem Meeresspiegel. Über die B 388 erreicht man die 22 km entfernte Dreiflüssestadt Passau und in Gegenrichtung das oberösterreichische Haslach (32 km).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Untergriesbach hat 106 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Namensgebung stammt von den Edlen von Griesbach. Diese waren ein begütertes Adelsgeschlecht mit zahlreichen Besitzungen im „Land der Abtei“ (Passauer Abteiland). Von dem ehemaligen Schloss ist nichts erhalten.

Ursprünglich „Griespach“, danach „Griesbach am hohen Markt“ (zur Unterscheidung von „Griesbach in der Zell“ = Obernzell), wurde es nach 1806 zu Untergriesbach (zur Unterscheidung von Griesbach im Rottal). Der ehemalige Kern um die Kirche dürfte ein Haufendorf gewesen sein.

Die Edlen von Griesbach starben Anfang des 13. Jahrhunderts aus. Ihre Nachfolger wurden die Wessenberger, die einen ausgedehnten Besitz als Lehen des Hochstifts Passau besaßen. Möglicherweise wurde das Schloss nach dem Tod des letzten Wessenbergers um 1240 zerstört.

1260 verlieh Bischof Otto die Marktrechte und weitere Privilegien. Im Passauer Bürgeraufstand gegen Bischof Albert wurde Untergriesbach 1367 von Passauer Aufständischen niedergebrannt. 1443 erhielt der Markt ein bischöfliches Pflegegericht mit Peter Höpfl als erstem Pfleger, 1456 bestätigte und erweiterte Bischof Ulrich die Rechte und Freiheiten des Marktes.
siehe auch Ruine Altjochenstein, Burgruine Neujochenstein

Vom Dreißigjährigen Krieg blieb Untergriesbach weitgehend verschont, doch die bayerischen und kaiserlichen Truppen, die hier einquartiert waren, schleppten im letzten Kriegsjahr 1648 die Pest ein, die bis Anfang 1650 mit großer Heftigkeit wütete.

Die spätgotische Pfarrkirche St. Michael wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts in mehreren Etappen barock umgestaltet. 1803 kam der Markt Griesbach an Großherzog Ferdinand von Toskana und 1806 zu Bayern. Im Jahr 1818 nahm Untergriesbach die magistratische Verfassung (Gemeindeedikt von 1818) an. Der Handelsmann Georg Saxinger wurde zum ersten Bürgermeister gewählt. 1829 entstand ein neues Schulhaus, von 1829 bis 1830 wurde eine neue Straße nach Obernzell erbaut, die erheblich komfortabler zu befahren war als die alte Bergstraße.

Im Jahr 1903 wurde der Name Griesbach der Gemeinde amtlich in Untergriesbach geändert.[3]

1956 wurde im Gemeindegebiet das Donaulaufkraftwerk Jochenstein errichtet.

Verkehr[Bearbeiten]

1912 erhielt Untergriesbach einen Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke Erlau–Wegscheid, einer Zahnradbahn. Der Bahnverkehr kam 1965 zum Erliegen, 1975 baute man die Strecke von Obernzell bis Wegscheid ab.

Der 1971 eingemeindete Ort Schaibing an der Bahnstrecke Passau–Hauzenberg gelegen, erhielt bereits 1904 den Bahnanschluss. Auf dieser Strecke endete der Personenverkehr 1970 und der Güterverkehr 1997. Es gibt Bemühungen diese Strecke zu reaktivieren.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lämmersdorf eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Gottsdorf und Schaibing hinzu. Oberötzdorf folgte am 1. März 1972.[3]

Politik[Bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt zusammen:

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

  • Partnergemeinde ist Civezzano (Trentino, Italien)
  • Alle 3 Jahre finden am zweiten Juliwochenende die Heimattage in Verbindung mit einem Volksfest statt. Hier stellt sich die gesamte Gemeinde jeweils unter einem festgelegten Motto (i.d.R. traditionell) nach außen dar.
  • SAMICO - junger Chor: Gospels, neue geistliche Lieder

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Spätgotische, im 18. Jahrhundert barock umgestaltete Pfarrkirche St. Michael
  • Dorfkapelle, erbaut von 1765 bis 1768
  • Pfarrkirche St. Jakob in Gottsdorf
  • Pranger aus dem Jahr 1490 als Zeichen der ehem. Gerichtsbarkeit des Marktes

Siehe auch → Liste der Baudenkmäler in Untergriesbach

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

  • Ottfried Fischer (* 7. November 1953 in Ornatsöd), Schauspieler und Kabarettist
  • Theoderich Hagn (* 23. März 1816 in Untergriesbach), Abt von Lambach
  • Friedrich Oberneder (* 25. September 1891 in Pölzöd), Theologe und Dichter
  • Rudolf Wimmer (* 10. April 1849 in Gottsdorf), Kaiserlicher Hofmaler

Sport und Vereine[Bearbeiten]

Der größte Verein des Marktes ist der SV Untergriesbach mit rund 850 Mitgliedern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111118/233404&attr=OBJ&val=764
  3. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 590.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Untergriesbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien