Lüen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lüen
Wappen von Lüen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Plessurw
Kreis: Schanfigg
Gemeinde: Arosai2w1
Postleitzahl: 7027
Koordinaten: 765800 / 18914746.83289.61209990Koordinaten: 46° 49′ 58″ N, 9° 36′ 44″ O; CH1903: 765800 / 189147
Höhe: 990 m ü. M.
Fläche: 3.49 km²
Einwohnerdichte: 23 Einw. pro km²
Website: www.lueen.ch
Lüen

Lüen

Karte
Lüen (Schweiz)
Lüen
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 31. Dezember 2012

Lüen (rätoromanisch Leun) war bis am 31. Dezember 2012 eine politische Gemeinde im Kreis Schanfigg, Bezirk Plessur des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Am 1. Januar 2013 fusionierte sie mit den Gemeinden Calfreisen, Castiel, Langwies, Molinis, Peist und St. Peter-Pagig zur Gemeinde Arosa.

Inhaltsverzeichnis

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau golden Buchstabe L, belegt mit goldenem Pfeil in Pfahlstellung.

Die Initiale des ehemaligen Gemeindenamens wird vom Pfeil als dem Symbol der Talschaft überdeckt. Farben des Zehngerichtenbundes.

Geographie [Bearbeiten]

Lüen liegt auf der rechten, nördlichen Talseite des Schanfiggs, 7 km (Luftlinie) östlich von Chur. In einem schmalen Streifen erstreckt sich das ehemalige Gemeindegebiet von 750 m ü. M. am Talfluss Plessur fast bis zum Grat hinauf. Der tief eingeschnittene Flusslauf bildet auf rund 2 km Länge, zwischen den Mündungen von Schelmentobel und Clasaurer Tobel, die ehemalige Gemeindegrenze. Oberhalb eines steilen bewaldeten Hangabschnitts liegt das Haufendorf Lüen auf einer Hanglehne, umgeben von Wiesen und Obstbäumen. Jenseits der rund 200 Höhenmeter oberhalb des Dorfes verlaufenden Talstrasse umfasst das Territorium die westliche Flanke des Clasaurer Tobels mit Maiensässen, Waldstücken und den Weiden am Lüener Berg. Der höchste Punkt wird mit 2217 m ü. M. an der Südseite des Hochwangs erreicht.

9 % des ehemalige Gemeindegebietes sind unproduktiv, 52 % bewaldet und 37 % werden landwirtschaftlich genutzt. Nachbargemeinden waren Castiel, St. Peter-Pagig, Molinis und Tschiertschen-Praden.

Geologie [Bearbeiten]

Das Schanfigg wird zum grossen Teil von penninischen Bündnerschiefern aufgebaut. Bei Lüen treten diese als Kalkschiefer bis kieselige Kalkschiefer auf. Der Fels ist mit Moränen und fluvioglazialen Schottern bedeckt.

Geschichte [Bearbeiten]

Ursprünglich war das Dorf von Rätoromanen besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung von Leune (Ortsname ungeklärter Herkunft) datiert von 1084, als die freien Lüener die neu erbaute Kirche dem Churer Bischof schenkten. In den Drei Bünden gehörte der Ort als Nachbarschaft des Gerichts Ausserschanfigg zum Zehngerichtenbund. 1530 schloss sich Lüen der Reformation an. Ende des 16. Jahrhunderts ging man von der romanischen zur deutschen Sprache über.

Bevölkerung [Bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl von Lüen ist seit 150 Jahren mehr oder weniger stabil: 1850: 83, 2005: 79.[1]

Wirtschaft [Bearbeiten]

In Lüen arbeiten sieben Personen in Landwirtschaftsbetrieben, zwei Stellen gibt es im Dienstleistungssektor (Stand 2002). Die restlichen Bewohner finden ausserhalb der ehemaligen Gemeinde Arbeit. Das 1913/14 erstellte Wasserkraftwerk Lüen wird heute von Arosa Energie betrieben.

Verkehr [Bearbeiten]

Seit 1914 ist die ehemalige Gemeinde mit der unterhalb des Dorfes gelegenen Station Lüen-Castiel an der durch die Rhätische Bahn betriebenen Bahnstrecke Chur–Arosa an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Von Castiel an der 1875/77 erbauten Schanfiggerstrasse führt eine schmale Verbindungsstrasse nach Lüen hinunter.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Das Innere der Kirche S. Zeno

Literatur [Bearbeiten]

  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich, 2003. ISBN 3-7253-0741-5.
  • Peter Masüger: Vom Alträtoromanischen zum "Tschalfiggerisch", in: Terra Grischuna, 48. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 1990, ISSN 1011-5196.
  • Christian Patt: Schanfigger Wörter - Eine Ergänzung zum Davoser Wörterbuch, Verlag Walservereinigung Graubünden, Chur 1986.
  • Hans Danuser/Walser-Vereinigung Graubünden (Hrsg.): Alte Wege im Schanfigg, Verlag Walser-Vereinigung Graubünden, Splügen 1997.
  • E. Rud: Das Schanfigg, Buchdruckerei AG Arosa, Arosa o.J. (um 1920).
  • Dr. C. Fischer: Land und Leute im Tale Schanfigg, Manatschal Ebner & Cie., Chur 1905.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Lüen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Historisches Lexikon der Schweiz; Volkszählungen; Gemeindestatistik