Lada Zhiguli

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Der BA3/WAS-2101 war eine Limousine, die von AwtoWAS ab 1970 als erstes Modell bis 1988 produziert wurde. Im Heimatmarkt ist die Modellreihe als Schiguli (russisch: Жигули) bekannt. In den Export außerhalb der Sowjetunion gelangte das Modell als Lada 1200/1200S,1300 oder 1500 (nur Kombi). Bereits ab 1979 löste der WAS-2104-2107, im Export als Lada Nova, nach und nach die Modellreihe ab.

WAS-2101-21019 (1970–1988)[Bearbeiten]

Lada
Lada 1200.jpg
Schiguli, WAS-2101-21019 (Export Lada 1200/1300)
Verkaufsbezeichnung: Schiguli
Produktionszeitraum: 1970–1988
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,3 Liter
Länge: 4073 mm
Breite: 1611 mm
Höhe: 1382 mm
Radstand: 2424 mm
Leergewicht: 955 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Lada 2105

Die sowjetische Regierung beschloss 1966 den Bau eines staatlichen Automobilwerks. Für das technische Wissen schloss man einen Vertrag mit Fiat. 1967 begann man die Bauarbeiten in Stawropol-Wolschskij und benannte diese Stadt nach dem 1964 verstorbenen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Italiens, Palmiro Togliatti, in Toljatti um. Der Hintergrund hierfür war, dass die KP Italiens damals eine starke Position bei Fiat innehatte, weswegen u. a. auch die Wahl des Kooperationspartners auf Fiat fiel. Im Rahmen des Vertrages erhielt die gegründete Fabrik AwtoWAS die Lizenz, den 1966 zum Auto des Jahres gewählten Fiat 124 zu produzieren. Gegenüber der Stadt liegen die Zhiguli-Berge, wodurch das neue Modell im Volksmund seinen Namen erhielt. Der Zhiguli hatte dickere Karosseriebleche als der Fiat 124, eine erhöhte Bodenfreiheit, einen 1198-cm³-Motor mit obenliegender Nockenwelle (anstelle des Fiat-OHV-Motors) und Trommelbremsen an den Hinterrädern an Stelle von Scheibenbremsen. Erste Versionen waren auch mit einer Kurbel zum Anlassen des Motors versehen, sollte die Batterie aufgrund des sibirischen Winters versagen, sowie einer manuell bedienbaren Hilfs-Kraftstoffpumpe. Bis 1974 war AwtoWAS der Verkauf des Autos auf Märkten verboten, wo er mit dem Fiat 124 konkurriert hätte. So gab es den 2101 nur in RGW-Ländern, Belgien, den Niederlanden, Finnland und ab 1973 in Frankreich. Nachdem der Fiat 131 den 124 ersetzt hatte, begann man, das überarbeitete Modell 21011 je nach Markt unter der neu gegründeten Marke Lada (Auto) als Lada 1300 und den 2101 als Lada 1200 und ab 1977 als Lada 1200S nach ganz Westeuropa zu exportieren. Bereits ab 1979 wurde die Modellreihe nach und nach vom weiter entwickelten Modell WAS-2105 im Export abgelöst. Dieses wurde im Export wiederum unter verschiedenen Namen angeboten, in Deutschland als Lada Nova. Der 21011 wurde 1981 eingestellt, während der 2101 noch bis 1984 exportiert wurde und in der Sowjetunion bis 1988 im Angebot war.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

  • WAS-2101 (1970–1988) Die erste Variante, ausgestattet mit einem 1,2-Liter-Motor mit 60 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 139 km/h bei einer Beschleunigung 0–100 km/h in etwa 28 Sekunden. Das Fahrwerk war gegenüber dem Fiat 124 ebenfalls geändert, ebenso der Vergaser und weitere Teile, um den unterschiedlichen russischen klimatischen Bedingungen gerecht zu werden. Unter anderem ergab sich hierbei eine Federung, die schlechten Straßen der Sowjetunion angepasst war und sogar auf harten Schotterpisten eine sehr bequeme Fahrt ermöglichte. Nach umfangreichen Tests lobte auch die westliche Presse den Vaz 2101 als besseres Auto als den ursprünglichen Fiat 124. Besonders die für westliche Verhältnisse sehr kraftvolle Heizungsanlage stach hervor. In kürzester Zeit wurde der Lada Schiguli ein echter Hit in der Sowjetunion.

Da aber das Werk in Toljatti nicht mit der Nachfrage der Verbraucher mithalten konnte, mussten die Kunden jahrelange Wartezeiten in Kauf nehmen, um das Auto zu kaufen.

  • WAS-21011 (1974–1981) Diese modifizierte Variante wurde mit einem 1,3-Liter-Motor mit 69 PS ausgestattet. Zudem gab es selbstnachstellende Trommelbremsen an der Hinterachse, welche nun auch im 2101 verbaut wurden. Die Scheinwerfer wurden ebenfalls verbessert, während die Hörner auf den Stoßfängern entfielen und ein Gummistreifen auf der ganzen Länge des Stoßfängers aufgebracht wurde. Die Rückleuchten erfuhren ebenso eine Überarbeitung und erhielten einen passiven Reflektor integriert, während beim 2101 weiterhin ein kleines quadratisches Teil extra angebracht war. Die Scheibenwasserpumpe bediente man im 21011 gegenüber dem 2101 mit dem Fuß, anstatt per Gummi-Taste auf dem Armaturenbrett. Das Armaturenbrett hatte bei diesem Modell eine Holz-Kunststoff-Verkleidung, und statt schwarz war es nun hellgrau oder weiß-schwarz. Die Sitze wurden komfortabler gestaltet und die Beleuchtung der Instrumententafel kraftvoller. Auf den hinteren Säulen gab es jeweils ein Belüftungsgitter und oberhalb der vorderen Stoßstange vier horizontale ovale Belüftungslöcher. All diese Maßnahmen wurden speziell für den Export geschaffen, um das Modell wettbewerbsfähiger anbieten zu können, was anfänglich auch der Fall war.

1979 gab es für die Exportmodelle optische Überarbeitungen, so geänderte Außenspiegel, andere Lüftungsgitter und ein überarbeitetes Armaturenbrett. Der Exportname dieses Modell war meist Lada 1300.

  • WAS-21013 (1977–1988) Ein 2101 mit den vielen Änderungen des 21011 und einem modernisierten 1,2-Liter-Motor, exportiert als Lada 1200S.
  • WAS-21016 (1976–1981) Spezielle Variante für die sowjetische Miliz mit einem 1,5-Liter-Motor des Lada 1500
  • WAS-21018 (1978) Ein 21011 mit Wankelmotor für die sowjetische Miliz und den KGB mit 80 PS.
  • WAS 2105 (1979) Überarbeitete Modellreihe, im Export u. a. als Lada Nova erschienen.
  • WAS-21019 "Arkan" (1983) Ebenfalls ein 21011 mit Wankelmotor für die sowjetische Miliz und KGB mit nun 120 PS.
  • Der WAS-21011 wird eingestellt.
  • 1984 Einstellung des Exports des WAS-2101 (Lada 1200/1200S)
  • 1988 Produktionseinstellung der Modellreihe

WAS 2102 / Lada 1200-1500 Kombi (1971–1985)[Bearbeiten]

Lada
Lada Riva estate Cambridge.jpg
WAS-2102 (Export Lada 1200-1500 Kombi)
Verkaufsbezeichnung: WAS-2102
Produktionszeitraum: 1971–1985
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Benzinmotoren:
1,2–1,5 Liter
Länge: 4095 mm
Breite: 1611 mm
Höhe: 1458 mm
Radstand: 2424 mm
Leergewicht: 1010 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Lada 2104 Kombi

Der WAS 2102 war die Kombi-Variante des WAS 2101 und entstand auf Basis des Fiat 124 Familiare. Ähnlich wie der 2101 erhielt er gegenüber dem Fiat eine verstärkte Karosseriestruktur, eine höher gelegte Karosserie und den veränderten 1,2-Liter-65-PS-Motor. Genauso wie ein modifiziertes Fahrwerk, Kupplung, Getriebe und Bremsen, um den höheren russischen Ansprüchen gerecht zu werden. Der im April 1971 gestartete Kombi war das erste 5-Türer-Modell in der Sowjetunion. In den Export gelangte er meist als Lada 1200 Kombi. Ab 1973 war der 1451-cm³-Benzinmotor mit 75 PS des Lada 1500 erhältlich und wurde nun als Lada 1500 Kombi angeboten. Vor allem für den Export erhielt er 1974 den 1,3-Liter-Motor mit 69 PS aus dem WAS 21011 und wurde auch als Lada 1300 Kombi angeboten. 1985 wurde die Produktion eingestellt und der WAS-2104 auf Basis des bereits seit 1979 gebauten WAS-2105 (Lada Nova) wurde der Nachfolger. Im Volksmund wurde der Kombi Kopeika genannt; insgesamt wurden 666.900 Exemplare hergestellt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: WAS-2101 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien