Lamia (Griechenland)

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Gemeinde Lamia
Δήμος Λαμιέων
Lamia (Griechenland) (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Mittelgriechenland
Regionalbezirk: Fthiotida
Geographische Koordinaten: 38° 54′ N, 22° 26′ O38.89722222222222.431111111111Koordinaten: 38° 54′ N, 22° 26′ O
Fläche: 942,86 km²
Einwohner: 74.939 (2010[1])
Bevölkerungsdichte: 79,5 Ew./km²
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Lamia
Sitz: Lamia
LAU-1-Code-Nr.: f11
Gemeindebezirke: 5 Gemeindebezirke
Ortschaften: 47 Ortschaften
Website: www.lamia.gr
Lage in der Region Mittelgriechenland
Datei:2011 Dimos Lamieon.png

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Lamia (griechisch Λαμία (f. sg)) ist die Hauptstadt der griechischen Region Mittelgriechenland. Die Stadt, die heute knapp 75.000 Einwohner hat, ist unter anderem eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte. Hier wurde eine große Burg aus der vorklassischen Zeit gefunden, welche im frühen Mittelalter noch einmal aufgebaut worden war. Lamia ist ein wichtiger Verkehrsknoten an der Straßenverbindung Thessaloniki - Athen mit Verbindungen nach Volos im Osten und Karpenisi im Westen. Die Eisenbahnlinie Thessaloniki–Athen umfährt die Stadt westlich, außerdem existiert eine Stichstrecke ins Stadtzentrum. In ihrer heutigen Gestalt wurde die Stadt durch Eingemeindung der Nachbargemeinden Gorgopotamos, Lianokladi, Pavliani und Ypati zum 1. Januar 2011 geschaffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Obwohl die Stadt bereits im 5. Jahrtausend v. Chr. existierte, wurde sie nach einem Erdbeben im Jahre 424 v. Chr. erstmals urkundlich erwähnt. Damals war Lamia ein wichtiger Militärstützpunkt der Spartaner. Später jedoch eroberte Alexander der Große, König der Makedonen, die Stadt. Sein Nachfolger Antipatros suchte bei einem Aufstand der Athener nach Alexanders Tod Zuflucht in der Stadt, worauf der einjährige Lamische Krieg folgte, der von 323 v. Chr. bis 322 v. Chr. dauerte und erst beendet war, als der Befehlshaber der athenischen Truppen, Leosthenes, gefallen und ein 20.000 Mann starkes makedonisches Entsatzheer angerückt war.

Im 3. Jahrhundert v. Chr. begann die Blütezeit der Stadt unter ätolischer Herrschaft, welche um 190 v. Chr. endete, als der römische Konsul Acilius Glabrio hierher kam, um zu verhindern, dass die einheimische Bevölkerung Antiochos III. bei einem Krieg gegen das Römische Reich beistehen würde.

Im Mittelalter wurde die Stadt, die damals Zetounion hieß, zum Sitz eines orthodoxen Bischofs. Unter der Herrschaft der Franken trug sie den Namen Girton, während der Katalanenherrschaft El Cito. Die Türken nannten sie Iztin.

Blick von der Burg auf die Stadt

Gegenwart[Bearbeiten]

Heute ist Lamia das Handelszentrum eines vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Umlandes, wobei die Nahrungsmittelindustrie die Haupteinnahmequelle der Stadt ist. Außer dem Industriepark gibt es noch eine bedeutende Landwirtschaftsmesse in der Stadt. Der nächste Hafen ist in der etwa 15 Kilometer östlich am Malischen Golf gelegenen Stadt Stylis. Etwa 9 km südlich der Stadt befinden sich die heißen Quellen und das Schlachtfeld der Thermopylen. Touristisch ist die Stadt von untergeordneter Bedeutung, im Zentrum gibt es ein kleines volkskundliches Museum und in der Burg ist ein archäologisches Museum untergebracht, das eine große Sammlung von Fundstücken aus vorklassischer Zeit beherbergt. Die Burg ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Es führt jedoch ein halbstündiger Fußweg und eine Straße auf das Plateau.

Die Herkunft des Namens der Stadt Lamia ist bis heute nicht gesichert. Einige Quellen behaupten, die Stadt sei nach der mythischen Figur der Lamia, der Tochter des Poseidon und Königin der Trachineer, benannt. Andere Anhaltspunkte wiederum besagen, der Name sei von den Maliern, den Einwohnern der Umgebung der Stadt, abgeleitet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Einwohnerzahlen stammen aus einer Broschüre des griechischen Innenministeriums vom Mai 2010 anlässlich der Verwaltungsreform nach dem ‚Kallikratis-Gesetz‘: Elliniki Dimokratia, Ypourgeio Esoterikon, Apokendrosis ke Ilektronikis Diakyvernisis: "Programma Kallikratis," Systasi, syngrotisi Dimon, Periferion ke Apokendromenon Diikiseon gia ti Nea Architektoniki tis Aftodiikisis ke tis Apokendromenis Diikisis, Athen 2010.

Weblinks[Bearbeiten]