Langenhessen

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50.767512.371111111111262Koordinaten: 50° 46′ 3″ N, 12° 22′ 16″ O

Langenhessen
Höhe: 250–320 m
Fläche: 10,19 km²
Einwohner: 1886 (1994)
Eingemeindung: 1. Januar 1997
Postleitzahl: 08412
Vorwahl: 03761
Langenhessen (Sachsen)
Langenhessen

Lage von Langenhessen in Sachsen

Langenhessen

Langenhessen ist ein Stadtteil der Stadt Werdau im Landkreis Zwickau in Sachsen.

Lage[Bearbeiten]

Langenhessen liegt im Tal der Pleiße 2 km nördlich von Werdau und 7 km südlich von Crimmitschau.

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich wurde die Gemeinde erstmals im Jahr 1270 als "Hessen" erwähnt, 1551 als Langenhessen. Die Mehrzahl der ersten Ansiedler an dieser Stelle sind demnach aus dem Lande Hessen gekommen, wahrscheinlich vom Westhang der unwirtlichen Hohen Rhön. Aber auch aus dem Ostgebiet der Franken und aus Bayern gab es Ansiedler. Der Ort gehörte zur Gründung den Vögten von Weida. Heinrich von Weida schenkte ihn mitsamt den Kircheneinkünften dem Kloster Crimmitschau (Carthause). Die Besiedlung erfolgte in mehreren Wellen. Die Bauerngüter wurden als sogenannte Waldhufen zu beiden Seiten der Pleiße angelegt.

Langenhessen war 1659 von Hexenverfolgung betroffen. Anna, Frau von Bernhard Seidel, geriet in einen Hexenprozess.[1]

Die Haupterwerbszweige des Ortes waren anfangs die Landwirtschaft und ländliches Handwerk. Mit Beginn der Industrialisierung fanden viele Leute in den neu gegründeten Textil- und Holzbearbeitungsbetrieben Arbeit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche St. Johann in Langenhessen
Innenraum der Kirche, geschmückt zum Erntedankfest
Strandbad und Kanuausleihe an der Koberbachtalsperre
Eisenbahnviadukt Langenhessen

Kirche[Bearbeiten]

Wann der Bau der Kirche erfolgt ist, lässt sich nicht genau bestimmen, wahrscheinlich um 1208. Sie wurde mehrmals umgebaut und vergrößert. Die Glocken mussten 1917 während des Ersten Weltkrieges für das Militär abgegeben werden, dafür wurden 1919 die heutigen Stahlglocken eingeweiht. Die 1855 von Johann Gotthilf Bärmig gebaute Orgel wurde 1919 durch die Firma Schmeißer (Rochlitz) umgebaut und 1997 generalüberholt. Im Kircheninneren befindet sich ein Wandelaltar aus der Werkstatt von Leonhardt Herrgott, Zwickau (1507/1508).

Koberbachtalsperre[Bearbeiten]

Nordwestlich, an der Grenze zu Langenbernsdorf liegt die Talsperre Koberbach. Als Brauchwassertalsperre gebaut, dient sie heute dem Hochwasserschutz und bietet viele Möglichkeiten der Erholung als Badesee, Camping und ein Autokino.

Eisenbahnviadukt[Bearbeiten]

Ein verkehrsgeschichtliches Denkmal ist das Langenhessener Eisenbahnviadukt der Bahnstrecke Leipzig–Hof. Es wurde 1842 bis 1845 zweigleisig mit 171,31 Meter langer Gewölbereihe errichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 633f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langenhessen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien