Laterina

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Laterina
Wappen
Laterina (Italien)
Laterina
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Arezzo (AR)
Koordinaten: 43° 31′ N, 11° 43′ O43.50916666666711.719166666667240Koordinaten: 43° 30′ 33″ N, 11° 43′ 9″ O
Höhe: 240 m s.l.m.
Fläche: 23,97 km²
Einwohner: 3.516 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einw./km²
Postleitzahl: 52020
Vorwahl: 0575
ISTAT-Nummer: 051019
Volksbezeichnung: Laterinesi
Schutzpatron: Sant’Ippolito und San Cassiano (13. August)
Website: Gemeinde Laterina
Panorama von Laterina
Panorama von Laterina

Laterina ist eine Gemeinde mit 3516 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der Provinz Arezzo in der Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Laterina in der Provinz Arezzo

Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 24 km². Sie liegt ca. 14 km nordwestlich von Arezzo und 50 km südöstlich von Florenz am Arno in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 2000 GR/G[2].

Zu den Ortsteilen zählen Casanuova (248 Höhenmeter, ca. 120 Einwohner) und Ponticino (255 Höhenmeter, ca. 1500 Einwohner, zum Teil auch Ortsteil von Pergine Valdarno).[3]

Die Nachbargemeinden sind Arezzo, Castiglion Fibocchi, Civitella in Val di Chiana, Pergine Valdarno und Terranuova Bracciolini.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name entstammt dem lateinischen later bzw. lateris (dt. Ziegel) und bis heute ist der Ort mit der Ziegelbrennerei eng verbunden. Die Entwicklung des Ortes begann ca. im 11. Jahrhundert, wichtig wurde er allerdings erst 1272, als das ghibellinische Arezzo sich vor der Expansion des guelfischen Florenz schützen wollte und in Laterina eine Burg errichtete. Diese wurde 1288 nach acht Tagen Belagerung von Florenz eingenommen. An gleicher Stelle entstand zehn Jahre später die Rocca, diesmal von den Florentinern gebaut und stärker befestigt, aber auch diesmal nur von kurzer Dauer: Die Ubertini eroberten 1304 den Ort für die Aretiner zurück. Um 1326 bis circa zehn Jahre später fanden weiter Herrscherwechsel statt: Der Erzbischof von Arezzo, Guido Tarlati, ließ den Ort zerstören, sein Nachfolger aus der Famiglie der Ubertini baute ihn wieder auf, diesmal allerdings mit Hilfe der Florentiner, den Ort dann auch der Republik angliederten.[4] Die Ghibelliner aus Arezzo versuchten darauf mehrfach, den Ort wieder in ihren Besitz zu bringen, bis sie am 5. November 1384 in Laterina von Florenz (mit französischer Unterstützung) endgültig besiegt wurden.[5] 1744 wurde die Gemeinde in den Bezirk Ambratal (it. Valdambra, der Ambra ist ein linker Nebenfluss des Arno) eingeordnet, ab dem Jahrhundertwechsel unterstand sie dann der Podesteria Montevarchi. Aus dem Mittelalter sind noch einige Bauwerke bis heute erhalten geblieben, wie z. B. Teile der Stadtmauer, zwei Stadttore und Teile der Festung (Rocca).[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Pieve dei Santi Ippolito e Cassiano im Ortszentrum von Laterina
Die Villa Monsoglio
  • Chiesa di San Lorenzo e Sant’Andrea, ehemalige Kirche, beheimatet heute das Teatro Comunale.[6]
  • Oratorio di San Rocco, im 16. Jahrhundert entstandenes Oratorium.[6]
  • Pieve dei Santi Ippolito e Cassiano, im 13. Jahrhundert entstandene Pieve und Hauptkirche des Ortes. Wurde nach dem Erdbeben 1919 wieder aufgebaut. Enthält von Domenico Puligo das Werk Madonna col Bambino fra i santi Ippolito e Cassiano und von Giovanni Balducci das Werk Madonna del Rosario.[7]
  • Porta Fredda, auch Porta di Ghianderino genannt, ältestes mittelalterliche Stadttor.[6]
  • Torre Guinigi, Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung und westliches Stadttor.[6]
  • Villa di Monsoglio, ehemaliges Hospital, wurde am Ende des 17. Jahrhunderts von der Familie Peruzzi zur Villa umgestaltet.[6]

Traditionen[Bearbeiten]

  • Palio della Rana, eine Art Tauziehwettbewerb, findet im Ortsteil Ponticino jeden letzten Sonntag im Juni statt. Die Ursprünge reichen bis in 18. Jahrhundert zurück. Der Kampf um den Palio (bemalte Fahne) findet zwischen den beiden Ortsteilen Tornaia (weiß-grüne Farben) und Cavi (gelb-rote Farben) statt.[8].

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Pupo, * 1955 in Ponticino (Ortsteil von Laterina), Sänger

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laterina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 14. Januar 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)
  3. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Ortsteilen und Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Arezzo, abgerufen am 15. Januar 2013 (ital.)
  4. a b vgl. Offizielle Websteite der Gemeinde zur Geschichte des Ortes, abgerufen am 16. Januar 2013 (ital.)
  5. abctuscany.com, abgerufen am 10. Januar 2010 (engl.)
  6. a b c d e vgl. Offizielle Websteite der Gemeinde zu den Bauwerken des Ortes, abgerufen am 16. Januar 2013 (ital.)
  7. Webseite Chiesa di Laterina, abgerufen am 16. Januar 2013 (ital.)
  8. Offizielle Webseite der Gemeinde Laterina, abgerufen am 10. Januar 2010 [1]