Arezzo

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Arezzo (Begriffsklärung) aufgeführt.
Arezzo
Wappen
Arezzo (Italien)
Arezzo
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Arezzo (AR)
Koordinaten: 43° 28′ N, 11° 53′ O43.46666666666711.883333333333296Koordinaten: 43° 28′ 0″ N, 11° 53′ 0″ O
Höhe: 296 m s.l.m.
Fläche: 386 km²
Einwohner: 99.232 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 257 Einw./km²
Stadtviertel Vedi
Angrenzende Gemeinden Anghiari, Capolona, Castiglion Fibocchi, Castiglion Fiorentino, Città di Castello (PG), Civitella in Val di Chiana, Cortona, Laterina, Marciano della Chiana, Monte San Savino, Monte Santa Maria Tiberina (PG), Monterchi, Subbiano
Postleitzahl: 52100
Vorwahl: 0575
ISTAT-Nummer: 051002
Volksbezeichnung: Aretini
Schutzpatron: San Donato
Website: Arezzo

Arezzo (lateinisch Arretium, etruskisch Aritim) ist eine Stadt mit 99.232 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der mittelitalienischen Region Toskana, nordöstlich von Siena. Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und viertgrößte Stadt der Toskana (nach Florenz, Livorno und Prato).

Mit seinen Kaufherrenpalästen, Patrizierhäusern und Sakralbauten ist Arezzo ein Juwel mittelalterlicher Architektur und Kultur.

Geschichte[Bearbeiten]

Piazza Grande mit der Kirche „Santa Maria della Pieve“

Die Stadt ist etruskischen Ursprungs (sie gehörte zu den zwölf mächtigsten etruskischen Städten und zum Zwölfstädtebund) und an der antiken Via Cassia gelegen. In spätaugusteischer Zeit befanden sich hier bedeutende Manufakturen zur Herstellung italischer Terra Sigillata. Seit dem 4. Jahrhundert nach Christi Geburt war Arezzo Bischofssitz, und in langobardischer und karolingischer Zeit Grafensitz; in nachkarolingischer Zeit dem Markgrafen der Toskana unterstellt. Die adlige und bischöfliche Verwaltung wurde im frühen 12. Jahrhundert durch die in Italien üblich werdende Konsularverfassung ersetzt.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts ersetzte die kommunale Bewegung die alte Regierung, die nun ganz vom Konsul gestellt wurde. Die damit verbundenen Kämpfe zwischen dem Volk (popolo) und den Adelsgeschlechtern dauerten jedoch fort, wie es generell zu dieser Zeit zu sozialen Unruhen in den meisten Kommunen Ober- und Mittelitaliens kam. Die Stadt galt als ghibellinisch und somit als kaisertreu. Neben Pisa hielt sie als einzige Kommune der Toskana auch im frühen 14. Jahrhundert daran fest. So weilte Kaiser Heinrich VII. einige Zeit in Arezzo und erließ dort mehrere Gesetze.

Patrizierhäuser am Rande der Piazza Grande
Piazza Grande in Arezzo

Die Kommune fiel bald darauf an Florenz. Es kam zu Aufständen, doch verblieb sie, von einigen Episoden abgesehen, unter florentinischer Herrschaft. Unter den Medici verfiel die Stadt, deren Blütezeit im 13. Jahrhundert schon längst überschritten war.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Silber ein nach rechts springendes schwarzes Pferd. Über den Schild die fünftürmige goldene Mauerkrone.

Universität[Bearbeiten]

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts kam es zur Gründung einer Universität durch abgewanderte Studenten aus Bologna. Schwerpunkt war in Arezzo ebenfalls die Jurisprudenz, außerdem die Medizin. Im 14. Jahrhundert verfiel die Universität jedoch und ging bald darauf unter. Heute befindet sich in Arezzo die Philosophische Fakultät der Universität Siena.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Viadukt der Direttissima Firenze–Roma bei Arezzo

Ihr Kunsthandwerk machte die Stadt reich, vor allem die berühmten „Aretiner Vasen“ und die lebendig gebliebene Tradition der Schmuckherstellung. Weit über die Grenzen der Region hinaus ist Arezzo seither bekannt für seine Schmuckindustrie. Viele Hunderte von Handwerks- und Industriebetrieben tragen dazu bei, dass Arezzo als wohlhabend gilt. Pro Monat werden in der Stadt mehr als zehn Tonnen Gold verarbeitet. Außerdem kommen viele Besucher wegen des Antiquitäten-Markts und vieler Antiquitäten-Geschäfte. In jüngster Zeit ist Arezzo Filmstadt geworden. Auf der Piazza Grande und dem Corso Italia wurden einige Szenen aus Roberto Benignis preisgekröntem Film „Das Leben ist schön“ („La Vita è Bella“) gedreht.

Verkehr[Bearbeiten]

Arezzo liegt an der E 45A 1 sowie an der nördlich und südlich mit der Direttissima Firenze–Roma verbundenen Bahnstrecke Florenz–Rom und zwei durch die Trasporto Ferroviario Toscano betriebenen Nebenstrecken nach Pratovecchio-Stia bzw. Sinalunga. Arezzo hat einen Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt,[2] der wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zeitweise geschlossen worden ist.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Berühmte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Arezzo beheimatet den Fußballklub AC Arezzo der in der Saison 2009/10 in der Prima Divisione der Lega Pro spielte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Arezzo unterhält mit folgenden Städten und Gemeinden Partnerschaften:

Literatur[Bearbeiten]

  • Maurizio Bianconi: Storia di Arezzo. Centro Studi Toscani, Arezzo 1975.
  • Vittorio Franchetti Pardo: Arezzo. Laterza, Roma/Bari 1986.
  • Matteo Martelli, Filippo Nibbi: Arezzo. Guida storica e turistica. Aretia, Arezzo 1982.
  • G. Tabacco, F. Cardini, J. Verger: Arezzo. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 1, Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, ISBN 3-7608-8901-8, Sp. 920–921.
  • Piero Vannuccini, Luca Della Nesta: Arezzo. Una città, una storia, la Giostra del Saracino. Dimensione Communications, Arezzo 1997.
  • Kappacher, Walter: Selina oder Das andere Leben. Dtv, München 2009. (Arezzo und die Landschaft des nördlich gelegenen Pratomagno-Gebirges um Gello Biscardi, Ortsteil von Castiglion Fibocchi, sind Handlungsorte von Kappachers Toskana-Roman).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arezzo – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Lage: 43.46138888888911.846944444444. Details auf enav.it - AIP Italia (PDF; 114 kB)
  3. Artikel auf arezzonotizie.it