Leggings

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Leggings - auch "leggins" - (von englisch leg „Bein“, legging „Gamasche“, leggings „Strampelhose“) oder auch footless tights (englisch footless „fußlos“, tight „eng“. Also die fußlosen Engen.) bezeichnen in der Regel hauteng anliegende Hosen aus elastischem Material.

Strumpfleggings unter einem Rock
Lisa Cant trägt Wetlook-Leggings auf einem Catwalk
Baumwollcapri unter einem Leotard
Blickdichte Strickleggings
Leggings der nordamerikanischen Indianer
Karl May Museum Radebeul
Cowboy mit Leggings

Schnitt[Bearbeiten]

Heute übliche Leggings bedecken den Körper komplett hauteng von etwa dem Bauchnabel bis zur Fußfessel. Es werden auch Varianten mit ausgestellten Beinenden angeboten. Sie verfügen weder über einen Hosenlatz oder Taschen. Der Hosenbund kann optional über einen Gummi- oder Kordel-Zug verfügen.

Sportleggings[Bearbeiten]

Diese werden aus dicken Stoffbahnen gefertigt und sind somit in der Regel völlig blickdicht als Oberbekleidung tragbar.

Strumpfleggings[Bearbeiten]

Wie Strumpfhosen aus zwei nahtlosen Strumpfschläuchen gefertigt. Jedoch in 7/8 Länge und ohne geschlossenes Fußteil. So auch mit der Bezeichnung “blickdicht” noch meist leicht transparent. Deshalb wird zusätzliche Oberkleidung über dem Becken getragen und in manchen Fällen der Gebrauch als Unterhose durch Einfügen eines Baumwollzwickels unterstützt. Die Ausnahme zu diesen Punkten stellt die Jeggings dar.

Nahtlose Varianten[Bearbeiten]

Zu den vorgenannten weit verbreiteten Schnitten gibt es auch als nahtlos bezeichnete Varianten.

  • nahtloser L-Schlauch. Einer in Form gestrickten Socke gleichend wird hier der Hosenbund anstelle der Ferse angenäht. Neben den Beinabschlüssen und um den optionalen Baumwollzwickel bei Netzleggings, sind dies die einzigen zusätzlichen Nähte.
  • Gerader, meist nahtloser, Schlauch. Hier wird die Mitte der Vorder- und Rückseite bis auf Schritthöhe aufgeschnitten, um die zwei entstanden Stoffbahn zu einzelnen Beinen zu vernähen. Zum Dehnungsausgleich kann noch ein Zwickel im Schrittbereich eingesetzt sein. Somit ist dieser Schnitt nur an den Außenrändern nahtlos.

Variationen des Schnitts[Bearbeiten]

  • Capri-Hose (Bein endet an der Wade)
  • Radlerhose (auch: „Radler“; Bein endet oberhalb des Knies)
  • Hot Pants (Höschen mit horizontalem Beinabschluss auf Schritthöhe)
  • Pantalons

Gebrauch[Bearbeiten]

Leggings sind als bequeme Alltagsbekleidung gebräuchlich und haben sich für einige Sportarten als sehr nützlich erwiesen (Gymnastik, Aerobic, Laufen, Radfahren, Bodybuilding etc.), da sie die Bewegung kaum beeinträchtigen, den Körperbau für Zuschauer erkennbar lassen (und somit auch bei den geltenden gesellschaftlichen Normen eine Möglichkeit bieten, Leibesübungen in einer der Wortbedeutung von Gymnastik recht nahe kommenden Form auszuführen) und zudem Schweiß sofort aufnehmen und (je nach Material) nach außen abgeben können. Zur Optimierung für diesen Zweck werden für den Einsatz im Sportbereich Leggings häufig aus speziellen Funktionsmaterialien auf Lycra- oder Nylonbasis hergestellt und neben den Varianten aus Baumwolle (Bild 3) ohne Unterbekleidung direkt auf der Haut getragen.

Ansonsten können Leggings als Unter-, Ober- oder Zwischenhose getragen werden. Aufgrund des figurbetonenden Aussehens waren Leggings vor allem in den späten 1980er-Jahren als Damenbekleidung beliebt – oft in Verbindung mit Turnschuhen oder Basketball-Stiefeln, oder es wurden auch sehr gerne Nylonstrümpfe und hochhackige Pumps dazu getragen – und im Alltag sowohl als Freizeit- als auch als Geschäftsbekleidung akzeptiert. Für ein weniger figurbetonendes Äußeres wurden Leggings oft zusammen mit langen Pullovern, T-Shirts oder Jacken getragen. Beliebt waren glänzende Leggings aus Lycra, häufig in leuchtend bunten Farben. (Siehe auch Spandex-Hosen.)

Ein Comeback in der Mode feiern Leggings seit 2006. Kombiniert werden sie gerne mit kurzen Röcken und Hot Pants, die durch die wärmenden Leggings auch im Winter getragen werden können. Diesem Trend folgend, wurden ab 2008 Leggings mit dem Aussehen einer Hose als Treggings und Leggings in Jeans-Hosen-Aussehen als Jeggings vermarktet. Neben Lycra, Nylon und Baumwolle wird auch Leder gerne als Material für die eng anliegenden Hosen verwendet. Lederleggings sind in glänzenden und matten Variationen erhältlich. Das Leder wird in einem aufwendigen Bearbeitungsverfahren geschmeidig gemacht, sodass es zwar eng anliegend, aber auch bequem zu tragen ist und jede Bewegung mitmacht. Lederleggings bedürfen allerdings einer speziellen Pflege mit Lederpflegemittel und Imprägnierspray. Kombiniert werden Lederleggings mit Strick, Jersey oder Chiffon, also in erster Linie mit Stoffen, die sich optisch vom Leder abheben.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Überlieferungen stammen aus einem Schriftstück des 17. Jahrhunderts. Hierbei handelt es sich um ein Kassenbuch mit Illustrationen. Es wird geschildert wie der marokkanische Schneider Ismail Al Quati (إسماعيل ) einen Vorgänger der modernen Leggings aus dünnem Ziegenleder anfertigte und auf südspanischen Märkten verkaufte. Leggings gab es in der Geschichte in verschiedensten Formen in Europa, Asien und Nordamerika. Sie wurden von Frauen und Männern zum Schutz vor Kälte und vor Dornen getragen. Ihr gemeinsames Merkmal ist, dass sie alle per Gürtel befestigt wurden. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert ist das Aufkommenden dieser Hose bei Männern in Europa dokumentiert. Einzelne Leggings aus Wildleder wurden auch von verschiedenen indigenen Stämmen Nordamerikas getragen.[1] Diese indianische Mode übernahmen darauf französische Fallensteller, auch die Mountain Men in den amerikanischen Rocky Mountains adaptierten diese Bekleidung später. Das damals gebräuchliche Wildleder war meist stumpf und grau.

Cowboys trugen Leggings, auch Chaps genannt, aus sehr dickem Wildleder. Die Leggings schützten beim Reiten die Hosen vor Verschleiß, vor Schlangenbissen oder Zecken. Außerdem bewahrten sie den Reiter vor den Stacheln der Sträucher und Kakteen.[2]

Besonders in kalten Ländern wie Russland oder Korea kommen die Leggings aus Wolle bei Frauen und Männern auch heute noch zum Einsatz, und zwar als zusätzliche Schicht unter der Hose.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leggings – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Arens, Hans-Martin Braun, Die Indianer Nordamerikas: Geschichte, Kultur, Religion, Verlag: Beck, S. 33
  2. "Gifts from the Indians", North Carolina Indians, (PDF-Datei; 14 kB)