Light Novel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Light Novel (jap. ライトノベル, raito noberu), kurz: Ranobe (ラノベ) und Rainobe (ライノベ), ist ein Roman, der meist Illustrationen im Anime- oder Manga-Stil aufweist und sich vorwiegend an jüngere Erwachsene richtet. Der Begriff „Light Novel“ ist ein Wasei-eigo, ein Begriff, der sich aus englischen Worten zusammensetzt, aber in dieser Form nur in Japan existiert. Das verwendete Buchformat der Taschenbücher ist Bunkobon, d. h. DIN A6.

Lizenzierte englische oder deutsche Übersetzungen der japanischen Light Novels gibt es nur wenige, da die Nachfrage zu gering ist und der Aufwand für die Übersetzung wesentlich höher ist als der eines Mangas.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Obwohl sie immer wieder mit Anime oder Manga assoziiert werden, handelt es sich bei Light Novels um Prosa. Sie werden oft in literarischen Magazinen wie Kōdanshas Faust, Fujimi Shobōs Gekkan Dragon Magazine, Kadokawa Shotens The Sneaker oder ASCII Media WorksDengeki hp sowie Medienfranchise-Magazinen wie Kadokawa Shotens Comptiq oder ASCII Media Works’ Dengeki G's Magazine über mehrere Ausgaben hinweg in einzelnen Kapiteln publiziert.

In den vergangenen Jahren wurden viele dieser Geschichten als Grundlage für Anime-Produktionen oder Manga herangezogen.[1]

Bekannte Verlags-Imprints für Light Novels sind:

Die einzelnen Verlage veranstalten alljährliche Literaturpreis-Wettbewerbe zur Suche nach Nachwuchsautoren, wovon der Dengeki Shōsetsu Taishō mit 6500 Einreichungen im Jahr 2013[2] der größte ist. Die Gewinner erhalten dann ein Preisgeld, sowie die Gelegenheit ihr Werk zu veröffentlichen. Dabei wird ihnen ein Verlagsredakteur zur Seite gestellt mit dem die Handlung der ersten drei Bände ausgearbeitet wird,[1] woraus sich ergibt dass Light Novels üblicherweise als Serien ausgelegt sind.

Erfolg[Bearbeiten]

Der japanische Markt für Light Novels betrug 2007 rund 20 Milliarden Yen (etwa 128 Mio. €) mit 30 Millionen verkauften Büchern.[3] 2009 stieg dies auf 30 Milliarden Yen an, was etwa 20 % aller Taschenbücher in Japan sind. Während die Verkaufszahlen für Taschenbücher im Allgemeinen rückläufig sind, ist bei Light Novels ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Die Kadokawa-Gruppe zu der Kadokawa Shoten, ASCII Media Works, Enterbrain und Fujimi Shobō gehören hat einen 90 %igen Marktanteil bei Light Novels mit Jungen als Zielgruppe.[1]

Seit 2004 erscheint mit Kono Light Novel ga Sugoi! eine Top 10 der beliebtesten Light Novels des Vorjahres. Die einzelnen Sieger waren 2005 Nagaru Tanigawas Suzumiya Haruhi no Yūutsu, 2006 Nisio Isins Zaregoto Series, 2007 Isuna Hasekuras Ōkami to Kōshinryō, 2008 Shoji Gatohs Full Metal Panic!, 2009 Mizuki Nomuras Bungaku Shōjo, 2010 Kenji Inoues Baka to Test to Shōkanjū, 2011 Kazuma Kamachis To Aru Majutsu no Index, 2012 und 2013 Reki Kawaharas Sword Art Online und 2014 Wataru Wataris Yahari Ore no Seishun Love Come wa Machigatteiru..

Charakteristika[Bearbeiten]

Zielgruppe der Light Novels sind Jugendliche und jüngere Erwachsene, was sich in einem leserfreundlichen Stil mit einer hohen Verwendung von Furigana als Lesehinweise für Kanji niederschlägt. Die Werke sind meist sehr dialoglastig mit einem starken Fokus auf die Figuren, die oft als Moe charakterisiert werden können. Thematisch wird ein breites Spektrum abgedeckt dass von alltäglichen Schulleben bis zu Science Fiction und Fantasy reicht. Insgesamt herrscht eine große Ähnlichkeit zu Manga, was sich auch in den Illustrationen im Mangastil niederschlägt, die auf dem Einband, sowie häufig auch innerhalb des Buches anzufinden sind.[1]

Verbreitung im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

Die erste deutsche Übersetzung einer Light Novel erschien 2003 bei Egmont vgs mit Love Hina. 2005 folgte Inuyasha. Auf Grund des Misserfolgs hielt Egmont Abstand von weiteren Veröffentlichungen.[4] Allerdings fing der Verlag Tokyopop ab 2006 an, Light Novels zu veröffentlichen. Zu den ersten Veröffentlichungen zählte Die Zwölf Königreiche, Kinos Reise und Rosen unter Marias Obhut.[5][6] Seit Frühjahr 2008 lassen sich ebenfalls Light Novels, die vom Carlsen Verlag herausgegeben werden, unter dem Label Nippon Novel anfinden.[7] Dazu gehören Titel wie zum Beispiel Ab sofort Dämonenkönig!.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Yusuke Takatsu, Shigeyori Miyamoto: Publishing heavyweights see light in growing 'light novel' market. 30. November 2011, abgerufen am 31. August 2013 (englisch).
  2. 電撃大賞(小説・イラスト公募企画). ASCII Media Works, 2013, abgerufen am 31. August 2013 (japanisch).
  3. Light Reading. Comic-Like Novels Are All the Rage. In: Web Japan. Japan Echo, 28. Februar 2007, abgerufen am 27. November 2008 (englisch).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChatlog mit Georg Tempel. 18. Dezember 2006, abgerufen am 2. Juli 2008 (siehe Aussage von Georg Tempel (efwe)).
  5. Die TOKYOPOP News. 04.10.2006 Ai-Doku – Spaß am Lesen! In: Tokyopop. Tokyopop GmbH, Oktober 2006, archiviert vom Original am 28. Mai 2008, abgerufen am 23. Januar 2012.
  6. Light Novels - AI DOKU. In: Light Novels. Tokyopop GmbH, abgerufen am 23. Januar 2012.
  7. Nippon Novel. In: Carlsen Manga! Carlsen Verlag GmbH, abgerufen am 31. August 2013.