Lindener Aktien-Brauerei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Lindener Aktien-Brauerei war eine Brauerei im heute zu Hannover gehörenden Linden. Die Brauerei fusionierte 1968 mit der Braugilde Hannover zur späteren Gilde Brauerei. Hauptprodukt war das noch heute von der Gilde Brauerei produzierte Exportbier Lindener Spezial.

Gründung[Bearbeiten]

Die Lindener Aktien-Brauerei wurde 1871 gegründet. Sie übernahm die bereits seit 1852 in Linden bestehende Brauerei Brande & Meyer. Zudem wurde die Brauerei in der Blumenauer Straße gekauft. Brande & Meyer hatten öfter mit der hannoverschen Braugilde prozessiert, da diese ein Monopol für Abgaben auf in die Stadt eingeführte Biere hatte. Diese Regelung wurde schließlich aufgehoben.

Die Brauerei produzierte im Jahr 1891 mit 80 Mitarbeitern 130.000 Hektoliter. Über den Güterbahnhof Küchengarten bestand ein Gleisanschluss.

1917 bildete die Lindener Aktien-Brauerei gemeinsam mit den ebenfalls in Hannover ansässigen Brauereien Vereinsbrauerei Herrenhausen und Städtische Lagerbier.Brauerei ein Konsortium, durch das ein - erfolgreiches - Übernahmeangebot den Anteilseignern der Germania-Brauerei unterbreitete wurde.[1]

Übernahme durch die Braugilde[Bearbeiten]

Die Braugilde Hannover erwarb 1926 die Mehrheit am Grundkapital der Lindener Aktien-Brauerei und fusionierte 1968 mit ihr zur Lindener Gilde Bräu AG. 1988 wurde der Name auf Gilde Brauerei AG geändert. Die im 16. Jahrhundert gegründete Gilde-Brauerei am Altenbekener Damm in Hannovers Südstadt wurde im Jahr 2002 ihrerseits von der belgischen Firma Interbrew - inzwischen umbenannt in AB-Inbev NV und nunmehr weltgrößter Brauereikonzern - aufgekauft. Inbev gibt der Produktion und Bewerbung überregionaler Biermarken auch in Hannover den Vorrang und vernachlässigt in der Vermarktung die hannoverschen Traditionsmarken. Im Februar 2008 wurde der Verkauf von Lindener Spezial als Fassbier eingestellt.

Ende des Brauens in Linden[Bearbeiten]

Gilde-Carré mit Reihenhausbebauung, dahinter Hochhaus des Ihme-Zentrum

1997 wurde der Braubetrieb in Linden-Mitte eingestellt. Die Gilde Brauerei AG verlagerte die Produktion des Lindener Spezial auf ihr Stammhaus an der Hildesheimer Straße. Nachdem Sudkessel und Reste der Brauerei verkauft waren, wurden im August 2000 die Gebäude auf dem Gelände der Lindener Aktien-Brauerei abgerissen. Seit 2004 stehen auf dem dreiecksförmigen ehemaligen Firmengelände, das als Gilde-Carré bezeichnet wird, Reihenhäuser.

Varia[Bearbeiten]

Ab 1973 gab es eine Rock-Blues-Band namens Lindener Spezial, die sich nach Aussage von Band-Mitglied Martin Huch „nach einer damals wie heute sehr geschätzten hannoverschen Biermarke“ benannt hatte.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Nienaber: Die Brau- und Bannrechte der Brauergilde Hannover im 19. Jahrhundert Brauergilde Hannover AG 1993
  • Walter Buschmann: Linden. Geschichte einer Industriestadt im 19.Jahrhundert August Lax Verlag Hildesheim 1981
  • Gerhard Nienaber: Brauergilde Hannover 1322-1450-1609-1841, 150 Jahre auf privatrechtlicher Grundlage 1841 - 1991
  • A. Fahl: Vom Broyhan zum Pils, in: Von Tabakpflanzern und Trunkenbolden. Zur Geschichte von Bier, Branntwein und Tabak in Norddeutschland, Begleitheft zur Ausstellung, Ausstellungsverbund: Sielhafenmuseum Carolinensiel und Kreismuseum Syke, hrsg. vom Kreismuseum Syke, mit Beiträgen von Geerd Dahms u.a., Syke: Kreismuseum, 2000
  • Waldemar R. Röhrbein: Lindener Aktien Brauerei, in: Stadtlexikon Hannover, S. 408f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heuweg-Werke, Hannover. Hannoversche Eishaus- und Waren-Einkaufsgesellschaft m.b.H., in: Paul Siedentopf (Haupt-Schriftleitung), Karl Friedrich Leonhardt (Zusammenstellung des Bildmaterials): Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahr 1927, Jubiläums-Verlag Walter Gerlach, Leipzig 1927, S. 91
  2. http://www.martinhuch.de/start.php im Abschnitt Biografie