Lipova (Arad)

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Lipova
Lippa
Wappen von Lipova
Lipova (Arad) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Arad
Koordinaten: 46° 5′ N, 21° 42′ O46.08333333333321.7192Koordinaten: 46° 5′ 0″ N, 21° 42′ 0″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 192 m
Fläche: 134,6 km²
Einwohner: 10.313 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 315400
Telefonvorwahl: (+40) 02 57
Kfz-Kennzeichen: AR
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 3 historische Stadtteile
(Lipova, Radna und Șoimoș)
Bürgermeister: Iosif-Mircea Jichici (PSD)
Postanschrift: Str. Nicolae Bălcescu, nr. 26
loc. Lipova, jud. Arad, RO–315400
Webpräsenz:
Sonstiges
Stadtfest: 15. August

Lipova (ungarisch Lippa, deutsch Lippa, serbisch Липова) ist eine Kleinstadt im Kreis Arad im westlichen Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lage von Lipova im Kreis Arad

Die Gemeinde Lipova liegt 34 Kilometer östlich der Kreishauptstadt Arad an beiden Ufern des Flusses Mureș und besteht neben der namensgebenden Stadt Lipova am linken Ufer der Mureș aus den Dörfern Radna und Șoimoș am rechten Ufer. Lipova liegt zentral im Kreis Arad mit der gleichen Entfernung zu seiner westlichsten Stadt Nădlac und seiner östlichsten Gemeinde Hălmăgel.

Klima[Bearbeiten]

Wie das ganze Banat hat Lipova kontinentales Klima mit kalten Wintern und heißen Sommern. Der Frühling ist meistens kurz. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt zwischen 9 und 10 °C.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Lipovas datiert aus dem Jahr 1285 unter dem Namen Leipoa, seit 1314 gibt es Dokumente unter dem Namen Lipva. Im Jahr 1389 erhielt die Stadt Lipova unter ihrem heutigen Namen das Stadtrecht. Șoimoș wurde im Jahre 1278 unter dem Namen Solymos erstmals urkundlich erwähnt, Radna im Jahr 1440.

Dokumente aus dem Jahr 1245 belegen, dass König Béla IV. von Ungarn auf seinen Befehl hin die cetatea (Burg) Lipovei wieder errichten ließ. Diese war zuvor in den Jahren 1241 bis 1242 beim Angriff der Goldenen Horde der Mongolen („Mongolensturm“) unter Batu Khan zerstört worden. 1325 errichtete Karl Robert von Anjou hier ein Minoritenkloster und eine katholische Kirche. Unter ihm wurde Lipova auch zum bedeutendsten Wirtschafts- und Handelszentrum des Arader Komitats und besaß eine Salzkammer sowie eine Münzprägestätte. Von 1410 bis 1420 wurde das Spital gebaut. 1514 schlossen sich die Bauern von Lipova dem Bauernaufstand unter György Dózsa (rum. Gheorghe Doja) an. Nach der Niederlage kam die Festung Lipova an Johann Zápolya. 1529 wurde Lipova zur Königlichen Freistadt erhoben. 1551 standen die Türken vor den Toren Lippas und begannen die Belagerung der Festung. Lange konnte die Festung jedoch von den Türken nicht gehalten werden, sie wurde von den Truppen des Siebenbürgischen Kanzlers zurückerobert. 1552 nach der Eroberung Temeswars wandten sich die Türken wieder gegen Lippa. Diesmal blieb Lippa bis zum Ende des 16. Jahrhunderts unter türkischer Herrschaft. Von den Habsburgern wurde Lippa 1718 zum Komitatssitz erhoben.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Demografie[Bearbeiten]

Volkszählung[2] Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1880 10515 6122 1249 2735 409
1890 10850 6232 1475 2876 267
1910 12479 6560 3047 2625 247
1930 9877 5845 1489 2133 410
1941 10939 7058 1166 2244 471
1977 11863 9683 884 1042 254
1992 12059 10893 619 413 134
2002 11236 10349 491 214 182

Die Einwohner Lipovas verteilen sich nach der Volkszählung von 2002 auf folgende ethnische Gruppen:

Ethnische Gruppe: Prozentueller Anteil:
Rumänen 92,1 %
Ungarn 4,4 %
Roma 1,0 %
Deutsche 1,9 %
Slowaken 0,1 %
Ukrainer 0,1 %
Andere 0,3 %

(Angaben laut Website des Bürgermeisteramtes)

Religionen[Bearbeiten]

Der rumänische Bevölkerungsanteil gehört größtenteils der rumänisch-orthodoxen Kirche an. Immer mehr an Bedeutung gewinnt die Pfingstbewegung (Biserica Penticostală).

Der ungarische und der deutsche Bevölkerungsanteil ist überwiegend katholisch.

Wallfahrt[Bearbeiten]

Jedes Jahr am 15. August zu Mariä Himmelfahrt, wenn katholische Gläubige aus aller Welt zur Klosterkirche Maria Radna pilgern, wird ganz besonders der Stadtteil Radna zu einem einzigen großen Markt.

Verkehr[Bearbeiten]

Lipova ist über den Bahnhof Radna an der Bahnstrecke Arad–Alba Iulia, er befindet sich im gleichnamigen Ortsteil, an das rumänische Eisenbahnnetz angeschlossen. Bis 1991 verkehrte außerdem die Lokalbahn Arad–Podgoria nach Lipova, ihre Endstelle befand sich vor dem Staatsbahnhof.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lipova (Arad) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. kia.hu (PDF; 784 kB), E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Arad laut Volkszählungen von 1880 - 2002