Little Nemo

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Little Nemo purple blanket modified.png

Little Nemo (Deutsch Kleiner Niemand) heißt die Hauptrolle der Comicreihe Little Nemo in Slumberland (Deutsch Der kleine Nemo im Schlummerland), die von Winsor McCay (1871–1934) erfunden und gezeichnet wurde.

Der Comic erschien wöchentlich zwischen dem 15. Oktober 1905 und dem 23. April 1911 in der Tageszeitung New York Herald sowie ab dem 30. April 1911 bis 1913 im New York American unter dem neuen Namen In the Land of Wonderful Dreams (Deutsch Im Land der wunderbaren Träume). Einen kurzen Versuch zur Wiederbelebung des Strips gab es vom 3. August 1924 bis 9. Januar 1927 in der Herald Tribune[1].

Inhalt[Bearbeiten]

Little Nemo
Little Nemo buildings.jpg

Es werden in jeder Folge kurze phantastische Abenteuer des kleinen Nemo dargestellt, die der Junge im Schlaf auf dem Weg nach Schlummerland erfährt. In seinen Träumen versucht Nemo nach Schlummerland, dem Reich König Morpheus, zu gelangen, um Spielgefährte der Prinzessin zu werden. Doch dabei gerät er meist in ausweglose oder gefährliche Situationen, aus denen er sich nicht mehr retten kann. In dieser Situation zeigt das letzte Bild des Comics dann stets, wie Nemo erwacht und von seinen Eltern getröstet wird, die durch seine nächtlichen Schreie aufgeweckt worden sind.

In den Comics, die 1906 erscheinen, erreicht Nemo tatsächlich das Schlummerland, doch wird er stets von Flip zum Aufwachen gebracht. Allein sein Anblick mit seinem Hut, der die Aufschrift Wake up (Deutsch Wach auf) trägt, genügt dafür. Später entwickelt sich der Gegenspieler Flip allerdings eher zu einem Gefährten Nemos und begleitet ihn auf einer Reise mit einem Luftschiff zum Mars. Weitere Rollen, die gelegentlich auftauchen, sind Dr. Pill, The Imp, Candy Kid und Santa Claus.

Über den Comic[Bearbeiten]

Little Nemo wird zu den Klassikern des frühen Comics gezählt. Hauptmerkmal der Reihe sind die ausufernde Darstellung surrealer Traumszenarien, deren Dramatik sich von Bild zu Bild steigert, bis hin zur unausweichlichen Klimax des Aufwachens im letzten Bild. Ein weiteres Merkmal ist die teilweise sehr aufwändige Darstellung von Architektur, die sich zwischen klassizistischen Palästen und Elementen des Jugendstils bewegt. Little Nemo wird daher oft als Jugendstil-Comic bezeichnet.

Zu seiner Zeit war der Comic nicht sonderlich populär, da das Publikum eher die Vertreter von Slapstick-Komik unter den Comics, wie The Katzenjammer Kids oder Buster Brown, mochte, während die surreale und phantastische Welt des Little Nemo-Comics den Lesern eher fremd blieb. Erst in der Rückschau gewann der Comic an Bedeutung.

Verarbeitung[Bearbeiten]

1911 produzierten James Stuart Blackton und Winsor McCay einen kurzen Trickfilm, der auf dem Comic basierte.

1978 erschien auf dem Album And Then There Were Three von Genesis das Lied Scenes From A Night’s Dream, in dem die Geschichten von Nemo erzählt werden.

1989 wurde von Masami Hata, Masanori Hata und William T. Hutz ein 94-minütiger Animationsfilm namens Nemo (ニモ, Nimo) produziert. In den USA erschien 1992 eine auf 85 Minuten gekürzte Fassung als Little Nemo: Adventures in Slumberland, die kommerziell aber floppte. Bereits 1984 erschien ein erster Pilot unter der Regie von Yoshifumi Kondō (Stimme des Herzens – Whisper of the heart) und 1987 ein zweiter Pilot unter der Regie von Osamu Dezaki (Lupin III, Air). Während der Pre-Production-Phase waren kurzzeitig auch Hayao Miyazaki und Isao Takahata beteiligt.[2]

1990 entwickelte Capcom das auf dem Comic basierende Videospiel Little Nemo: The Dream Master für Nintendos NES.

Die Band Tom Petty & the Heartbreakers verwendete Elemente aus Little Nemo in ihrem Videoclip "Running down a dream"

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexander Braun: Winsor McCay (1869-1934): Comics, Filme, Träume. Bocola, Bonn 2012, S. 309ff.
  2. Nemo in Anime News Network

Weblinks[Bearbeiten]