Lorielle London

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lorielle London, 2011

Lorielle London (* 24. Dezember 1983 in Birkenfeld als Lorenzo Woodard) ist eine deutsche transsexuelle Entertainerin.

Leben[Bearbeiten]

Lorielle London wurde 1983 in Birkenfeld als Kind einer deutschen Modeschneiderin und eines amerikanischen Soldaten geboren[1] und wuchs im nahegelegenen Baumholder auf.

Von Kindesalter an, bis zu ihrem TV-Debüt arbeitete sie ausschließlich in diversen darstellenden und bildenden, künstlerischen Berufen. Bereits mit 12 Jahren wurde Lorielle London in einer Kindermalschule von einem Kunst-Professor der Fachhochschule für Edelstein- und Schmuckdesign in Idar Oberstein entdeckt. Sie begann bei ihm Malerei zu studieren. In den folgenden Jahren bot sie ihre Werke in diversen Ausstellungen zum Verkauf an. Ihre Mutter agierte bis ins Erwachsenenalter als ihre Agentin.[2]

Ihre Liebe zum Gesang entdeckte London in ihrer Jugend in einem amerikanischen Gospel Chor. Als Soloperformer folgten diverse Auftritte auf Festivals, sie gab Konzerte, und war als Leadstimme für verschiedene Bands engagiert.[3]

Zudem widmete sie sich 17 Jahre lang einer Form von Akrobatik, die sich Kontorsion nennt. Sie zählte zum damaligen Zeitpunkt zu einer der Wenigen, damals noch männlichen Kontorsionisten Deutschlands. [4]

Auf Grund eines schweren Stimmbruchs gab sie ihre Gesangsambitionen auf und entschied sich wie ihre Mutter auch, erst eine Ausbildung zum Modeschneider zu machen. Anschließend studierte sie Modedesign.[5]

TV-Debüt - Teilnahme an Deutschland sucht den Superstar[Bearbeiten]

Kommerziell bekannt wurde Lorielle London 2003 unter dem Namen "Lorenzo" als Kandidat der zweiten Staffel von Deutschland sucht den Superstar (DSDS). Nachdem sie es bei der ersten Staffel nicht in den „Recall“ geschafft hatte, bewarb sie sich in der darauffolgenden Staffel mit dem Lied I Just Called to Say I Love You von Stevie Wonder und belegte schließlich in den Mottoshows den zehnten Platz.[6] Damals war sie es, die laut Presse den Küblböck-Faktor für sich sicherte. [7] Wenn auch das Gesangstalent ausgeprägt war, erregte sie vor allem Aufsehen durch ihr androgynes Äußeres und ihre Gestiken, die oft in Satiresendungen thematisiert und belächelt wurden.[8] London sagt, dass sie nach ihrem Ausscheiden rasch lernen musste, mit ihrer Prominenz und dem entstandenen Image, das völlig konträr zu ihrem früheren Künstlerleben stand, zurecht zu kommen.[9]

Weitere Karriere[Bearbeiten]

Nach dem Ausscheiden bei Deutschland sucht den Superstar blieb das Interesse bei den TV-Machern bestehen. So war sie in verschiedenen Serien, Shows und zahlreichen Boulevard Sendungen zu sehen. 2004 nahm London unter anderem an der Reality-TV-Sendung Die Alm teil. Ein Gewinn für den Sender Pro7. Die Alm, die bisher im Quotentief steckte, erzielte durch Londons versetzten Einzug Traumquoten. Der Sender verlängerte die Sendung spontan um eine Woche und London blieb bis zum Finale. [10] Im Anschluss war sie einige Jahre als Protagonistin für diverse Berichte und Sendereihen auf Sat1 zu sehen. Unter anderem für das Sat.1-Frühstücksfernsehen. [11] 2006 gab sie ihr Schauspieldebüt in der ProSieben Die ProSieben Märchenstunde.[12]

Im Herbst 2006 outete sich Lorielle London öffentlich als transsexuell und kündigte an, zukünftig den Künstlernamen Lory Glory tragen zu wollen. Zudem unterzog sie sich im Rahmen ihres Identitätswechsels feminisierenden Operationen. [13]

Die Gospelsängerin Lori Hölzel mit dem Künstlernamen Lori Glori erwirkte ein Gerichtsurteil, das London die Namenswahl wegen Verwechslungsgefahr untersagte. Sie nahm daraufhin im Oktober 2008 den Namen Lorielle London an. [14]

Lorielle London (Life Ball 2009)

Im Januar 2009 nahm sie als Kandidatin an der erfolgreichen Reality-Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! auf RTL teil.[15] Die FAZ bezeichnete ihren Auftritt allen Vorurteilen zu wieder, als „menschlich, verletzlich, echt“.[16] Am Ende belegte sie den zweiten Platz, knapp hinter der Schauspielerin Ingrid van Bergen. Seitdem war sie immer wieder als TV-Gast, Reporterin und Co-Moderatorin aktiv. Für RTL berichtete sie 2009 vom Roten Teppich der Echoverleihung und interviewte unter anderem Helene Fischer, Taylor Swift, Lionel Richie und Udo Lindenberg.[17] Beim Deutschland sucht den Superstar-Finale 2009 war sie für das Exclusiv-Spezial „Die Nacht der Superstars“ als Backstage-Reporterin im Einsatz.[18] Als Promi-Gast und Co-Moderatorin bei Big Brother, stand sie der TV-Moderatorin Miriam Pielhau zur Seite. Es folgten zwei weitere Gastauftritte bei Big Brother im Jahr 2010.[19] Die Tv-Produktionsfirma Norddeich TV engagierte sie 2011 für die Sendung Die Schulermittler, um als Coach einer jungen Transsexuelle beratend zur Seite zu stehen. Die Folge wurde am 19. Oktober 2011 auf RTL ausgestrahlt. [20] Im gleichen Jahr zog sie zu ihrem Freund nach London.[21] 2012 sah man London erneut in der RTL Show Total Blackout. Sie setzte sich gegen Kandidaten wie Roberto Blanco und Jimi Blue Ochsenknecht durch und gewann schließlich als "Königin der Dunkelheit". [22] Auch für das Dschungelcamp Magazin, welches 2013 auf RTL Nitro ausgestrahlt wurde, berichtete sie täglich als Reporterin über die aktuellen Geschehnisse aus dem Dschungel.[23]

Fernsehauftritte[Bearbeiten]

Lorielle London trat in mehreren Fernsehproduktionen als Kandidatin oder Darstellerin auf:

Auftritte bei Deutschland sucht den Superstar[Bearbeiten]

Sendung Lied[26] Original-Interpret Anrufer[27]
Top 50 U Got It Bad Usher unbekannt
Mein Popidol (I Can’t Get No) Satisfaction The Rolling Stones 8,21 Prozent (Platz 5 von 13)
Rock- und Popballaden I Belong to You Lenny Kravitz 4,06 Prozent (Platz 9 von 11)
Mein Geburtsjahr Karma Chameleon Culture Club 4,34 Prozent (Platz 10 von 10)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lorielle London – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. die-topnews.de
  2. [16. http://www.bild.de/dsds/2009/macht-den-kandidaten-check-8124534.bild.html]
  3. [1]
  4. [2]
  5. [3]
  6. [4] Sächsische Zeitung: Ohne ein Zeichen des Ekels, 12. Januar 2009
  7. Süddeutsche, 12. Februar 2008
  8. [5]
  9. [6]
  10. [7]
  11. [8]
  12. http://www.imdb.de/title/tt0768231/
  13. [9]
  14. [12. http://www.bild.de/unterhaltung/leute/dschungelcamp/von-dsds-lorenzo-bis-zur-dschungelcamp-transe-11066954.bild.html]
  15. Die Welt: Dieses Dschungelcamp wird richtig schlimm, 7. Januar 2009
  16. [10]
  17. [11]
  18. [12]
  19. [17. http://www.bild.de/unterhaltung/tv/besuch-im-big-brother-haus-7836180.bild.html]
  20. [13]
  21. Was wurde eigentlich aus den anderen DSDS-Stars?
  22. [14]
  23. [15]
  24. http://presse.comedycentral.de/node/20145
  25. http://www.sixx.de/tv/frauendingsbums/episoden/frauendingsbums-attraktives-halbwissen
  26. http://www.dsds.ch/dsds2/kandidaten/lorenzo/index.html
  27. http://www.dsds.ch/dsds2/mottoshows/index.html