Ingrid van Bergen
Ingrid van Bergen (* 15. Juni 1931 in Danzig, Freie Stadt Danzig) ist eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.
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Leben [Bearbeiten]
Ihre frühe Kindheit verbrachte sie in Masuren (Ostpreußen). Bereits als Kind spielte sie in verschiedenen Theatergruppen Zoppots. Nach dem frühen Tod des Vaters als Soldat an der Ostfront zog die Familie nach Danzig. Kurz vor Kriegsende flüchteten ihre Mutter, sie und ihre drei Geschwister vor dem sowjetischen Vormarsch per Schiff, welches durch einen Bombenangriff getroffen wurde. Sie und ihre Familie konnten aus dem sinkenden Schiff gerettet werden. Zu diesem Zeitpunkt war Ingrid van Bergen gerade 13 Jahre alt. Nach ihrer Rettung gelangte die Familie nach Dänemark, wo sie 1945–1948 in dänischen Lagern interniert war.
1950 erfolgte der Zuzug nach Westdeutschland, wo sie im selben Jahr ihr Abitur in Reutlingen ablegte. Im Anschluss daran ließ sie sich an der Staatlichen Hochschule für Musik Hamburg zur Schauspielerin, später auch zur Sängerin ausbilden und verwirklichte so ihren lang gehegten Traum.
Ein Engagement bei den legendären Berliner Stachelschweinen schloss sich direkt an ihre Zeit bei dem politischen Kabarett „Die Kleinen Fische“ (welches sie 1953 in München mitbegründet hatte) an. Im folgenden Jahr 1954 wurde sie von Helmut Käutner für den Film entdeckt. Es folgten viele Film- und Fernsehproduktionen (ca. 200) auch auf internationalen Terrain – Filme mit Kirk Douglas, Robert Mitchum, William Holden, Giulietta Masina. Ihre Karriere entwickelte sich von da an kontinuierlich. Neben ihrer Filmtätigkeit ist das Theater bis heute stets ein wichtiger Aspekt in ihrem Leben. Sie spielte auf großen Bühnen in Berlin, Hamburg und München. Auch als Sängerin konnte sie Erfolge verzeichnen und veröffentlichte einige Schallplatten.
Ingrid van Bergen war unter anderen mit dem Kabarettisten Erich Sehnke, dem Vater ihrer Tochter Andrea, und dem Schauspieler Michael Hinz, dem Vater ihrer Tochter Carolin, die 1990 mit 26 Jahren an Krebs starb, verheiratet.
In der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 1977 erschoss sie ihren 33-jährigen Geliebten, den Finanzmakler Klaus K., im Affekt in einer Villa am Starnberger See. Klaus K. wurde von zwei Kugeln in Brust und Bauch getroffen und erlag kurz darauf seinen Verletzungen.[1] Ihre beiden Töchter waren damals 12 und 18 Jahre alt. Der folgende Prozess löste einen Medienrummel aus. Anwaltlich vertreten wurde sie von Rolf Bossi. Van Bergen wurde am 27. Juli 1977 wegen Totschlags zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.[2] Nach weniger als fünf Jahren verbüßter Haftzeit im Frauengefängnis Aichach in Bayern wurde sie 1982 wegen guter Führung vorzeitig entlassen.[3]
Langsam begannen die beruflichen Aufgaben der Ingrid van Bergen wieder zu wachsen und veranlassten sie dazu, 1994 ihre Autobiographie „Ingrid van Bergen“ zu veröffentlichen. Im selben Jahr zog sie nach Mallorca, wo sie sich dem Tierschutz widmete und auf ihrer Finca über 100 Tiere beherbergte, und wirkte dennoch gleichzeitig in verschiedenen TV-Produktionen in Deutschland mit. Nach sieben Jahren kehrte sie Mallorca den Rücken und zog mit den Tieren 2001 zurück nach Deutschland in die Lüneburger Heide. 2013 trat van Bergen in die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ein.
Ausbildung und Karriere [Bearbeiten]
Nach dem Abitur begann Ingrid van Bergen ein Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Ihre Karriere startete sie als Schauspielerin 1953 beim Kabarett Die kleinen Fische, danach wechselte sie zu den Berliner Stachelschweinen. Besonders in Berlin trat sie auch am Theater auf.
In den 1950er und 1960er Jahren gehörte van Bergen zu den bekanntesten deutschsprachigen Filmschauspielerinnen, sie ist bekannt für ihre „rauchige“ Stimme. Ihr Fach waren Frauen wie Bardamen, Prostituierte und untreue Hausfrauen. Sie spielte beispielsweise mit O. W. Fischer und Heinz Rühmann.
Nach der Haftentlassung gelang es ihr zunächst nicht, an ihre alte Schauspielkarriere anzuknüpfen. Eines ihrer ersten Engagements hatte sie in der Fernsehserie Losberg, in der sie bis 1988 die Parvenue Margot spielte. In den 1990er Jahren verkörperte sie die sympathische Sekretärin Liebscher in der erfolgreichen Familienserie Unser Lehrer Doktor Specht und wirkte später auch in den Fernsehserien Mobbing Girls und Bewegte Männer mit.
2007 war sie für vier Monate am renommierten Meininger Theater in Love And War zu sehen.
Im Januar 2009 nahm sie als Kandidatin an der RTL-Reality-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! teil, in der sie von den Zuschauern auf den ersten Platz als „Dschungelkönigin Ingrid I.“ gewählt wurde.[4] In einem Interview mit der Zeitschrift Stern erklärte sie, sie sei bekennende Buddhistin.[5]
In den Sommermonaten der Jahre 2005 bis 2008 war van Bergen Mitglied im Ensemble der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf der Insel Rügen. Nach einer Pause im Jahr 2009 war sie 2010 als „Signora de Rocca“ im Stück Der Fluch des Mauren wieder mit dabei.
2010 stand sie abermals als „Die Klatschmohnfrau“ erfolgreich auf der Bühne und war mit dem Stück Die Nadel der Kleopatra in ausverkauften Häusern auf Tour.
Ab 2009 spielte van Bergen in der Serie Doctor's Diary die Rolle der Mechthild von Buhren, welche Anfang 2011 den Serientod erlitt.
In der WDR-Fernseh-Sendereihe Übernachtung & Frühstück stellte Lisa Ortgies 2011 Ingrid van Bergen vor.
Filmografie (Auswahl) [Bearbeiten]
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Synchronisation [Bearbeiten]
Als Synchronsprecherin lieh sie ihre Stimme unter anderem Honor Blackman (El Capitano), Annie Girardot (Die Novizinnen), Lee Grant (Hotelgeflüster) und Kathleen Turner (Californication).
Literatur [Bearbeiten]
- Karl Stankiewitz: Keiner will schuld sein. edition buntehunde GdBR, Regensburg 2005, ISBN 3-934941-13-3, S. 94–96.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website
- Literatur von und über Ingrid van Bergen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Ingrid van Bergen in der Internet Movie Database (englisch)
- Ingrid van Bergen in der Deutschen Synchronkartei
- Ingrid van Bergen bei filmportal.de
- Webseite der Störtebeker Festspiele
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ „Nutten, Gin und ein toter Geliebter“ im Internetportal Stern.de vom 156. Januar 2009
- ↑ „Bossi will neuen Prozeß für Ingrid van Bergen“ in Hamburger Abendblatt vom 28. Juli 1977
- ↑ „Zieht Ingrid van Bergen ins Dschungelcamp?“ in Die Welt vom 14. November 2008
- ↑ „Dieses Dschungelcamp wird richtig schlimm“ in Die Welt vom 7. Januar 2009
- ↑ „Wir Alten lassen uns nicht unterkriegen“ im Stern vom 25. Januar 2009
Costa Cordalis (2004/01) | Désirée Nick (2004/10) | Ross Antony (2008) | Ingrid van Bergen (2009) | Peer Kusmagk (2011) | Brigitte Nielsen (2012) | Joey Heindle (2013)
| Personendaten | |
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| NAME | Bergen, Ingrid van |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 15. Juni 1931 |
| GEBURTSORT | Danzig |