Ingrid van Bergen

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Ingrid van Bergen (* 15. Juni 1931 in Danzig) ist eine deutsche Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Van Bergen hatte kriegsbedingt eine schwere Kindheit. Ihr Vater starb früh als Soldat. Sie betätigte sich beim Stadttheater von Zoppot als Komparsin und trat im Rahmen der Truppenbetreuung vor Soldaten auf.

Mit ihrer Mutter und den Geschwistern floh sie gegen Kriegsende aus der Heimat Masuren zunächst nach Danzig. Beim Untergang der Wilhelm Gustloff (1945) starb ein Großteil ihrer Klassenkameraden.

Nach Kriegsende lebte sie unter anderem in Stuttgart und Hamburg. Nach dem Abitur begann sie ihre Karriere als Schauspielerin 1953 beim Kabarett „Die kleinen Fische“, danach wechselte sie zu den Berliner Stachelschweinen. Besonders in Berlin trat sie auch am Theater auf.

In den 1950er und 1960er Jahren gehörte van Bergen zu den bekanntesten deutschsprachigen Filmschauspielerinnen. Ihr Fach waren zwielichtige Frauen wie Bardamen, Prostituierte und untreue Hausfrauen. Sie spielte beispielsweise mit O. W. Fischer und Heinz Rühmann. Van Bergen führte sechs längere Beziehungen und war dreimal verheiratet, darunter mit dem Schauspieler Michael Hinz, dem Vater ihrer Tochter Carolin van Bergen.

In der Nacht vom 2. Februar auf den 3. Februar 1977 erschoss sie im Affekt in ihrer Villa am Starnberger See ihren 33-jährigen Lebensgefährten Klaus Knaths mit einer alten deutschen Maschinenpistole[1]. Knaths wurde von zwei Kugeln in Brust und Bauch getroffen und erlag kurz darauf seinen Verletzungen.

Ihre beiden Töchter waren damals 13 und 18 Jahre alt. Der folgende Prozess löste einen enormen Medienrummel aus. Nach dem Urteil verbrachte sie fünf Jahre im Frauengefängnis Aichach in Bayern und wurde danach wegen guter Führung entlassen. Diese Zeit bezeichnete sie später als wichtige Erfahrung. Dennoch gelang es ihr nach der Haftentlassung zunächst nicht, an ihre alte Schauspielkarriere anzuknüpfen. In den 1990er Jahren spielte sie die sympathische Sekretärin Liebscher in der erfolgreichen Familienserie Unser Lehrer Doktor Specht. Ihre Tochter Carolin starb mit 26 Jahren an Krebs.

Ingrid van Bergen lebte 1994 bis 2001 auf Mallorca, wo sie eine Tierfarm betrieb und sich für den Tierschutz engagierte, insbesondere für streunende Hunde. Mit den Tieren zog sie später in die Lüneburger Heide. Im Sommer 2006 war sie, wie auch schon 2005, auf der Insel Rügen bei den Störtebeker-Festspielen als Foelke tom Brok zu sehen. Auch 2007 war sie im Team der Störtebeker-Saga wieder dabei. Im Jahr 2007 war sie Teil der WDR-Sendereihe „Kratzbürsten - Lust und Frust im reifen Alter“, wo sie zusammen unter anderem mit Renate Schmidt, Hannelore Hoger, Jutta Speidel, Katja Ebstein und weiteren deutschen Frauen aus der Medienbranche über das Älterwerden referierte und lustige und verblüffende Einblicke in ihr Leben gab. Sie ist bekannt für ihre "kratzige" Stimme.

[Bearbeiten] Filme und Serien (Auswahl)

  • 1954: Bildnis einer Unbekannten
  • 1955: Ingrid - Die Geschichte eines Fotomodells
  • 1955: Des Teufels General
  • 1955: Die Herrin vom Sölderhof
  • 1955: Banditen der Autobahn
  • 1956: Heute heiratet mein Mann
  • 1958: Grabenplatz 17
  • 1958: Wir Wunderkinder
  • 1958: Der Maulkorb
  • 1958: Der eiserne Gustav
  • 1958: Meine 99 Bräute
  • 1959: Der blaue Nachtfalter
  • 1959: Verbrechen nach Schulschluß
  • 1959: Rosen für den Staatsanwalt
  • 1959: Drillinge an Bord
  • 1960: Als geheilt entlassen
  • 1960: Bumerang
  • 1960: Kein Engel ist so rein
  • 1960: Das kunstseidene Mädchen
  • 1960: Ich schwöre und gelobe
  • 1960: Wir Kellerkinder
  • 1960: Der Rächer
  • 1961: Stadt ohne Mitleid (Town Without Pity)
  • 1961: Wer sind Sie, Dr. Sorge? (Qui êtes-vous, Monsieur Sorge?)
  • 1961: Das Geheimnis der gelben Narzissen
  • 1962: Verrat auf Befehl (The Counterfeit Traitor)
  • 1962: Dicke Luft
  • 1962: Tunnel 28 (Escape from East Berlin)
  • 1962: Genosse Münchhausen
  • 1962: Ich bin auch nur eine Frau
  • 1963: Erotikon - Karussell der Leidenschaften
  • 1963: Allotria in Zell am See
  • 1964: Freddy, Tiere, Sensationen
  • 1964: Heiß weht der Wind
  • 1965: Caroline und die Männer über vierzig (Moi et les hommes de 40 ans)
  • 1967: Katz und Maus
  • 1967: Jungfrau aus zweiter Hand
  • 1969: Willst du ewig Jungfrau bleiben?
  • 1969: Auf Scheißer schießt man nicht
  • 1969: Grimms Märchen von lüsternen Pärchen
  • 1970: Was ist denn bloß mit Willi los?
  • 1970: Die Gartenlaube
  • 1971: Gebissen wird nur nachts
  • 1972: Zum zweiten Frühstück: Heiße Liebe
  • 1972: Was wissen Sie von Titipu?
  • 1973: Alle Menschen werden Brüder
  • 1976: Vier gegen die Bank
  • 1983: Wer raucht die letzte?
  • 1985: Richy Guitar
  • 1987: Der Madonna-Mann
  • 1988: Hotel St. Pauli
  • 1989: Jenseits von Blau
  • 1990: Neuner
  • 1991: Haus am See
  • 1992: Der demokratische Terrorist (Den demokratiske terroristen)
  • 1993: Mord aus Liebe
  • 1993: Barmherzige Schwestern
  • 1994: Einfach nur Liebe
  • 1995: Pakten - The Sunset Boys
  • 1996: Ein fast perfekter Seitensprung
  • 1997: Eine fast perfekte Scheidung
  • 1998: Mobbing Girls (Serie)
  • 1999: Männer aus zweiter Hand
  • 2000: Der Mörder in meiner Nähe
  • 2001: Meine polnische Jungfrau
  • 2003: Der alte Affe Angst
  • 2004: Autobahnraser
  • seit 2004: Bewegte Männer (Serie)
  • 2007: Neues vom Wixxer
  • 2007: Pfarrer Braun - Ein Zeichen Gottes

[Bearbeiten] Synchronisation

Als Synchronsprecherin lieh sie ihre Stimme u.a. Honor Blackman (El Capitano), Annie Girardot (Die Novizinnen) und Lee Grant (Hotelgeflüster).

[Bearbeiten] Literatur

Karl Stankiewitz: Keiner will schuld sein. edition buntehunde GdBR, Regensburg 2005, ISBN 3-934941-13-3, S. 94-96.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Von einer Maschinenpistole als Tatwaffe berichtet moviesection.de. Nach anderen Angaben feuerte sie drei Schüsse aus Knaths eigener Pistole ab (WDR-Interview)

[Bearbeiten] Weblinks

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