Louisiana-Zwergflusskrebs

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Louisiana-Zwergflusskrebs
Systematik
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Teilordnung: Großkrebse (Astacidea)
Überfamilie: Flusskrebse (Astacoidea)
Familie: Cambaridae
Gattung: Zwergflusskrebse (Cambarellus)
Art: Louisiana-Zwergflusskrebs
Wissenschaftlicher Name
Cambarellus shufeldtii
Faxon, 1884

Der Louisiana-Zwergflusskrebs (Cambarellus shufeldtii) ist ein in den USA beheimateter Zwergflusskrebs.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Louisiana-Zwergflusskrebs zeigt oberseits und seitlich insgesamt vier dunkelbraune Längsstreifen auf hellbraunem Untergrund, die sich bis zum Telson erstrecken. Die Streifen können gezackt und dunkel umrandet sein oder nur aus Reihen dunkelbrauner Flecken bestehen. Die Intensität der Zeichnung ist bei den Weibchen kräftiger als bei den Männchen. Der Louisiana-Zwergflusskrebs ähnelt mit dieser Zeichnung dem Knabenkrebs (Cambarellus puer) und anderen Zwergflusskrebsen. Die Schreitbeine sind ebenfalls dunkel gestreift.[1]

An der Körperunterseite sind bei den Männchen die Begattungsgriffel (Gonopoden) zu erkennen. Sie können nicht nur zur Unterscheidung der Geschlechter, sondern auch zur Artbestimmung herangezogen werden. Die drei fingerförmigen Ausläufer der Gonopoden sind beim Louisiana-Zwergflusskrebs alle fast gerade. Das unterscheidet ihn von allen anderen Zwergflusskrebsen. Beim Knabenkrebs, dessen Verbreitungsgebiet sich mit dem des Louisiana-Zwergflusskrebses überschneidet, sind diese Fortsätze um fast 90° gebogen.[1]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Der Louisiana-Zwergflusskrebs ist vom südöstlichen Texas bis ins Becken des Mississippi und das südliche Louisiana mit dem Mississippi-Delta verbreitet. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung von New Orleans. Der Krebs ist östlich des Mississippi auch in den Bundesstaaten Mississippi und Alabama verbreitet.[2] Vom Süden nach Norden erstreckt es sich vom Mississippi-Delta bis nach Kentucky, Arkansas, Tennessee, Missouri und das angrenzende Illinois.[3]

Der Louisiana-Zwergflusskrebs lebt in flachen sumpfigen Gewässern mit Wasserpflanzen oder abgefallenem Laub. Wenn das Gewässer austrocknet, kann der Krebs einige Zeit im feuchten Schlamm überleben, bis der Regen die Tümpel wieder füllt.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Jungstadien des Krebses häuten sich 12 bis 13 Mal bevor sie geschlechtsreif sind. Die Weibchen sind dann oft nicht größer als 1,7 Zentimeter. Sie tragen 30-40 Eier auf der Unterseite des Hinterleibs mit sich. Auch nach dem Schlüpfen bleiben die wenige Millimeter großen Jungtiere noch einige Tage auf ihrer Mutter. Nach rund drei Monaten sind auch sie geschlechtsreif. Die Weibchen können zwei Mal im Jahr Eier legen. Dazwischen häuten sie sich nochmals. Die Lebenserwartung beträgt bei den Weibchen rund ein Jahr, bei Männchen bis zu 18 Monate.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jerry G. Walls: Crawfishes of Louisiana. Louisiana State University, 2009, S. 210 ISBN 0807134090
  2. Keith A. Crandall, James W. Fetzner Jr. und Horton H. Hobbs Jr.: Cambarellus (Pandicambarus) puer. Tree of Life web project, 2001
  3. Verbreitungskarte von Cambarellus shufeldtii des United States Geological Survey

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Faxon: Descriptions of New Species of Cambarus, to Which is Added a Synonymical List of the Known Species of Cambarus and Astacus. Proceedings of the American Academy of Arts and Sciences, 20, S. 107-158, 1884 (Erstbeschreibung)
  • Joseph F. Fitzpatrick Jr.: A Revision of the Dwarf Crayfishes (Cambaridae, Cambarellinae). Journal of Crustacean Biology, 3, 2, S. 266-277, 1983
  • Horton H. Hobbs Jr.: An Illustrated Checklist of the American Crayfishes (Decapoda: Astacidae, Cambaridae, and Parastacidae). Smithsonian Institution Press, 1989
  • C. A. Taylor, M. L. Warren Jr., J. F. Fitzpatrick Jr., Horton H. Hobbs III, R. F. Jezerinac, W. L. Pflieger & H. W. Robison: Conservation Status of Crayfishes of the United States and Canada. Fisheries 21, S. 4, 1996
  • Chris Lukhaup und Reinhard Pekny: Süßwasserkrebse aus aller Welt. Dähne-Verlag, 2. Auflage, Ettlingen 2008 ISBN 3-935-17540-X

Weblinks[Bearbeiten]