Ludwig Mond

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Ludwig Mond, Solomon Joseph Solomon, circa 1909
Ludwig Mond (rechts) als Heidelberger Rhenane, um 1856
Mond Mausoleum, St Pancras and Islington Cemetery

Ludwig Mond (* 7. März 1839 in Kassel; † 11. Dezember 1909 in London) war ein deutsch-britischer Chemiker und Industrieller.

Leben[Bearbeiten]

Ludwig Mond entstammte einer jüdischen Familie. Er war der Sohn des Kaufmanns Meier Bär Mond (Ehrengrab auf dem jüdischen Friedhof in Kassel) und wuchs in Kassel auf. Er besuchte die Höhere Gewerbeschule (Polytechnikum) seiner Heimatstadt und studierte Chemie in Marburg und Heidelberg, u. a. bei Hermann Kolbe und Robert Bunsen. Während seiner Studienzeit in Heidelberg wurde er Mitglied des dortigen Corps Rhenania. Er heiratete Frida, geb. Löwenthal.

1862 ließ er sich in Widnes in England nieder, wo in einer Fabrik Soda nach dem Leblanc-Verfahren hergestellt wurde. Von 1862 bis 1864 leitete er den Bau einer Sodafabrik in Utrecht. Nach dem Erwerb einer Lizenz zur Herstellung von Soda nach dem neu entwickelten Solvay-Verfahren gründete er 1873 gemeinsam mit J. T. Brunner die Brunner Mond Comp. in Winnington, Northwich, Cheshire, ab 1881 Brunner-Mond AG, deren technischer Leiter er wurde. 1926 fusionierte das Unternehmen mit anderen zu den Imperial Chemical Industries (ICI). Mond engagierte sich unter anderem als Vizepräsident der Chemical Society in London und der Royal Institution of Great Britain. Die Royal Chemical Society verleiht jährlich den Ludwig Mond Award (früher Ludwig Mond Lectureship).[1]

Nach Ludwig Mond sind das Mondgas und das Mond-Verfahren benannt.

Mond war auch bedeutender Kunstsammler und Mäzen. Seine Gemäldesammlung befindet sich heute in der National Gallery in London. Seine Heimatstadt Kassel bedachte er mit Stiftungen. Diese würdigte ihn durch die Benennung einer Straße, was zur Zeit des Nationalsozialismus rückgängig gemacht wurde. Nach 1945 wurde die heutige Ludwig-Mond-Straße nach ihm benannt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ehrendoktorwürde der Universitäten Padua (1892) und Heidelberg (1896), D. Sc. (hon.) in Oxon, Orden der Krone von Italien.

Familie[Bearbeiten]

Ludwig Mond hinterließ zwei Söhne, die eine Rolle im öffentlichen Leben spielten:

Schriften[Bearbeiten]

  • mit Friedrich Quincke und Carl Langer: Action of carbon monoxide on nickel in J. Chem. Soc. Trans. 57 (1890) S. 749–753; doi:10.1039/CT8905700749.
  • mit Friedrich Quincke: Ueber eine flüchtige Verbindung des Eisens mit Kohlenoxyd

Literatur[Bearbeiten]

  • Claus Priesner: Mond, Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 30 f. (Digitalisat).
  • Rudolf Lessing: Ludwig Mond† in: Zeitschrift für angewandte Chemie, 23. Jahrgang, Heft 2, 14. Januar 1910
  • Julia Laura Rischbieter: Henriette Hertz : Mäzenin und Gründerin der Bibliotheca Hertziana in Rom. Stuttgart 2004 (Pallas Athene; 14) [mit Abschnitten zu Ludwig Mond, H. Hertz war eine Freundin der Familie Mond].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rsc.org/ScienceAndTechnology/Awards/LudwigMondAward/Index.asp