Luisenfriedhof II
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Der evangelische Luisenfriedhof II (auch Westend-Friedhof genannt) befindet sich an der Königin-Elisabeth-Straße 46-50 in Berlin-Charlottenburg.
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[Bearbeiten] Geschichte
Als im August 1831 die erste Choleraepidemie Charlottenburg erreichte, wurde ein Teil, der an der Krankheit verstorbenen Einwohner, in den vor den Toren der Stadt liegenden Sandgruben am Spandauer Berg beerdigt. Ende der 1850er Jahre wurde beschlossen, den Seuchenfriedhof zu einem regulären Friedhof herzurichten. Als 1866 die Cholera erneut in Charlottenburg ausbrach, wurde der Beschluss umgesetzt und der Friedhof als Alleequartierfriedhof gärtnerisch gestaltet. Die Einweihung des Friedhofs fand am 27. Mai 1867 statt. 1868 wurde die heute denkmalgeschützte Friedhofskapelle von Rudolf Zeitler fertiggestellt. Der Friedhof wurde in den folgenden Jahren mehrfach erweitert, darunter auch durch einen (ehemaligen) Privatfriedhof der Familie des Zeitschriftenverlegers Ludwig von Schaeffer-Voit, der alleine 2500 Quadratmeter groß war.
Im Juni 1891 wurde mit der Eröffnung des Luisenfriedhofs III der Friedhof geschlossen, jedoch bereits 1902 auf Grund des starken Bevölkerungswachstums wiedereröffnet. Der Friedhof versammelte mit der Zeit eine Reihe luxuriöser Erbbegräbnisse, die vom wachsenden Wohlstand der Bürger Charlottenburgs Zeugnis geben.
Im Rahmen des Ausbaus Berlins zur Welthauptstadt Germania nach den Plänen des Generalbauinspektors Albert Speer, sollte der Friedhof sowohl am westlichen als auch am östlichen Rand Flächen verlieren. So sollte die Königin-Elisabeth-Straße als dritter Ring ebenso wie die benachbarten Eisenbahnanlagen ausgebaut werden. Obwohl es in der Zeit des Nationalsozialismus nicht zu diesen Maßnahmen kam, wurde in der Nachkriegszeit das Erscheinungsbild des Friedhofs durch Verkehrsbauten nachhaltig gestört. Die Königin-Elisabeth-Straße wurde Anfang der 1960er Jahre um 14 Meter auf Kosten des Friedhofs verbreitert und an der Ostseite musste der Friedhof Flächen für den Bau der Berliner Stadtautobahn abgeben. Für beide Maßnahmen wurden zahlreiche Erbbegräbnisanlagen abgerissen.
Die heutige Größe des Friedhofs beträgt 49.743 Quadratmeter.
[Bearbeiten] Gräber bekannter Persönlichkeiten
(* = Ehrengrab des Landes Berlin)
- Wilhelm von Bode (1845-1929), Kunsthistoriker, Generaldirektor der Königlichen/Staatlichen Museen
- Richard Boeckh (1824-1907), Professor der Statistik
- Hans Brausewetter (1899-1945), Schauspieler
- Gustav Eilers (1834-1911), Kupferstecher
- Hans Fritsche* (1832-1898), Oberbürgermeister von Charlottenburg
- Karl Friedrich von der Goltz* (1815-1901)
- Hedwig Heyl* (1850-1934), Politikerin, Frauenrechtlerin, in einem Familienmausoleum
- Paul Samson Körner (1887-1942), Meisterboxer
- Max Kretzer (1854-1941), Schriftsteller (Meister Timpe, Der Millionenbauer)
- Gustav Kromrey, sezessionistisches Grabmal von Gustav Goerke
- Rochus von Liliencron* (1820-1912), Mitherausgeber der Allgemeinen Deutschen Biographie
- Otto March (1845-1913), Regierungsbaumeister (Schiller-Theater in Berlin-Charlottenburg)
- Werner March (1894-1976), Architekt (Olympiastadion Berlin)
- Adalbert Matkowsky* (1857-1909), erster „königlich preußischer Hofschauspieler“
- Willi Oesterlein* (1909-1992), Stadtältester
- Carl Otto (1875-1916), Bildhauer
- Liselotte Richter* (1906-1968), Philosophin, Religionswissenschaftlerin, Stadträtin
- Gustav Roethe (1859-1926), Germanist
- Fritz Schaudinn* (1871-1906), Zoologe, Mitentdecker des Syphilis-Erregers
- Gedenkstein für die Familie Schaeffer-Voit, (ihr Privatfriedhof wurde abgerissen, Abmessungen zum Teil noch erkennbar)
- Alfred Schrobsdorff (1861-1940), Baumeister, Siedlungsbau um den heutigen Theodor-Heuss-Platz und im Westend
- Rudolf Siemering (1835-1905), Bildhauer
- Adolf Slaby (1849-1913), Physiker, Begründer der Telefunken-Gesellschaft, mit großer Familie
- Harry Walden (1875-1921), Schauspieler
- Paul Wittig (1853-1943), Baurat, Direktor der Hochbahngesellschaft
- Albert Wolff (1814-1892), Bildhauer
- Julius Wolff (1834-1910), Dichter
- Antonie Zerwer* (1873-1956), Kinderkrankenpflegerin
[Bearbeiten] Die Friedhöfe der Luisen-Gemeinde
- Luisenfriedhof I, seit 1815, Guerickestraße 5-9, Berlin-Charlottenburg
- Luisenfriedhof II, seit 1867, Königin-Elisabeth-Straße 46-50, Berlin-Charlottenburg
- Luisenfriedhof III, seit 1891, Fürstenbrunner Weg 37-67, Berlin-Charlottenburg
[Bearbeiten] Literatur
- Birgit Jochens, Herbert May: Die Friedhöfe in Berlin-Charlottenburg / Geschichte der Friedhofsanlagen und deren Grabmalkultur. Stapp Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-87776-056-2.
- Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Grabstätten. Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung, Berlin 2006, ISBN 3-7759-0476-X.
- Klaus Konrad Weber, Peter Güttler, Ditta Ahmadi (Hrsg.): Berlin und seine Bauten. Teil X Band A: Anlagen und Bauten für die Versorgung (3) Bestattungswesen. Verlag von Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin 1981, ISBN 3-433-00890-6.
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Luisenfriedhof II – Bilder, Videos und Audiodateien
- Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
- Der Luisenfriedhof II in Berlin. Eintragungen im Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau.
- Ev. Luisenfriedhof II (Luisenkirchhof) auf der Internetseite des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf
- Luisenfriedhof II im Lexikon des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf
Koordinaten: 52° 30' 56.5" N, 13° 16' 57.9" O

