Hermann Gladenbeck

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Engel auf dem Luisenfriedhof II aus der Werkstatt Gladenbecks

Hermann Gladenbeck (* 24. Januar 1827 in Berlin; † 11. November 1918 in Friedrichshagen) war ein international anerkannter deutscher Bildgießer des 19. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Hermann Gladenbeck wurde als Sohn von Charlotte Luise (geb. Thomas) und Johann Gladenbeck (Chirurg) in Berlin geboren. Er absolvierte eine Lehre im Königlichen Gießhaus bei Christoph Heinrich Fischer.[1] Im Jahr 1851 machte sich Gladenbeck als Bildgießer selbstständig und mietete hierfür eine ehemalige Schlosserei in der Johannisstraße an. Einen ersten wichtigen Auftrag erhielt er im Folgejahr von Christian Daniel Rauch, der drei Verkleinerungen des von ihm geschaffenen Reiterstandbilds Friedrichs des Großen, das 1851 auf Unter den Linden aufgestellt worden war, bestellte. Einen weiteren, weit größeren Auftrag erhielt Gladenbeck von Rauch dann im Jahr 1856. Rauch erteilte den Auftrag zum Guss der Kant-Statue für Königsberg (Preußen). Da Gladenbecks bisherige Gießerei für diesen Auftrag nicht groß genug war, wurde ihm die Königliche Bildgießerei in der Berliner Münzstraße 12 als Werkstatt zur Verfügung gestellt.[2] Diese Gießerei wurde 1887 nach Friedrichshagen bei Berlin (im 21. Jahrhundert im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick) in die damalige Wilhelmstraße (seit 1951 Peter-Hille-Straße) 62 verlegt wurde. Das Unternehmen firmierte später gemeinsam mit seinem ältesten Sohn Oskar Gladenbeck als Gladenbeck & Sohn.

Aus der Bronzegießerei gingen zahlreiche bedeutende Stand- und Denkmale hervor, neben dem Kant-Denkmal für Königsberg, beispielsweise die Viktoria der Berliner Siegessäule nach dem Entwurf von Friedrich Drake. Hermann Noack lernte bei ihm und wirkte als Werkmeister am Guss des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals. Im Jahr 1892 zog sich Hermann Gladenbeck aus dem beruflichen Schaffen zurück und schied aus der 1888 gegründeten Aktiengesellschaft vorm. H. Gladenbeck & Sohn aus.[3]

Seine jüngeren Söhne Walter, Paul und Alfred wurden ebenfalls Bildgießer, gingen jedoch beruflich eigene Wege.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Gladenbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ing Kießhauer, Rolf Kießhauer: Bronzenes für Berlin / Auf den Spuren von Denkmälern und Skulpturen aus den Gladenbecksen Bronzegießereien, Berlin und Friedrichshagen (Friedrichshagener Hefte Nr. 38-40). Berlin 2001, S. 14.
  2. Münzstraße 12. In: Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, 1870, Teil 2, S. 181. „Königliches Gebäude; Gladenbeck, Bildgießer“.
  3. Aktiengesellschaft vorm. Gladenbeck & Sohn Bildgiesserei. In: Berliner Adreßbuch, 1918, Teil 1, S. 17. „Friedrichshagen, Wilhelmstr. 62“.