Luz Long
Carl Ludwig „Luz“ Long (* 27. April 1913 in Leipzig; † 14. Juli 1943 in Biscari, Sizilien) war ein deutscher Leichtathlet, der in den 1930er Jahren im Weitsprung erfolgreich war.
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[Bearbeiten] Leben
Long errang am 4. August 1936 bei den Olympischen Spielen im Weitsprung die Silbermedaille hinter Jesse Owens. Dieser – er galt nach seinem Vortagessieg im 100-Meter-Lauf bereits als einer der Stars dieser Spiele – hatte im Qualifikationswettkampf zwei ungültige Versuche und wäre mit einem dritten aus dem Wettkampf geschieden. Owens berichtete später, Long habe ihm für seine Anlaufeinteilung Hinweise gegeben, worauf er die erforderliche Mindestweite von 7,15 m gültig übertraf und sich für das Finale am Nachmittag qualifizierte. Der Wahrheitsgehalt dieser Anekdote ist zwar mittlerweile umstritten, sicher ist jedoch, dass sich beide Sportler während des Wettkampfes anfreundeten. Nach der Siegerehrung gingen beide untergehakt, Hand in Hand, auf die Zuschauerränge zu. Long, der am Ende mit 7,87 m Owens' 8,06 m unterlag, geriet dadurch in die Aufmerksamkeit der Presse. Auch nach den Olympischen Spielen blieben Long und Owens in freundschaftlichem Kontakt.[1]
Der mehrmalige Deutsche Meister und Europarekordinhaber startete für den Leipziger SC. In seiner Wettkampfzeit wog er 72 kg, bei einer Größe von 1,84 m. Er studierte in Leipzig Rechtswissenschaften und wurde 1939 promoviert, nachdem er eine Dissertation über „Die Leitung und Aufsicht des Sports durch den Staat: eine entwicklungsgeschichtliche Darstellung“ verfasst hatte.[2]
Von 1938 bis 1940 war er als Rechtsreferendar am Zwenkauer Amtsgericht tätig. 1940 heiratete er in Hamburg Gisela Behrens. Deren einziges Kind Kai Long wurde am 13. November 1941 geboren.
Im Zweiten Weltkrieg fiel er im Range eines Obergefreiten im Rahmen der alliierten Invasion Siziliens (Operation Husky) am 14. Juli 1943 [3]während der Kämpfe um den Flugplatz von Santo Pietro bei Biscari [4]. Er wurde zunächst von den Amerikanern in Gela beerdigt und 1961 [5]in die Kriegsgräberstätte Motta Sant’Anastasia auf Sizilien umgebettet.
In Leipzig wurde der Luz-Long-Weg in unmittelbarer Nachbarschaft der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig und des Kanu-Clubs und in München das Luz-Long-Ufer im Münchner Olympiapark nach ihm benannt.
Erfolge im Einzelnen:
- Deutscher Meister im Weitsprung: 1933 (deutscher Rekord 7,65 m), 1934, 1936 (deutscher Rekord 7,81 m), 1937, 1938, 1939
- Europäischer Rekord: 1. August 1937 (7,90)
- Leichtathletik-Europameisterschaften 1934 in Turin: Dritter im Weitsprung (7,25 m)
- Olympische Spiele 1936:
- Zweiter im Weitsprung (7,54 - 7,74 - 7,84 - 7,73 - 7,87 m - ungültig)
- Zehnter im Dreisprung (14,31 - 14,62 - ungültig; nach dem Vorkampf ausgeschieden)
- Leichtathletik-Europameisterschaften 1938 in Paris: Dritter im Weitsprung (7,33 - 7,54 - 7,27 - 7,39 - 7,56 m - 7,48)
[Bearbeiten] Familie
Eltern von Luz Long waren Carl Hermann Long, Besitzer der Leipziger Schwanen-Apotheke und Johanna Long geb. Hesse, Enkelin des Chirurgen Carl Thiersch und Urenkelin des Chemikers Justus von Liebig. Luz Long war Neffe von Adolf von Harnack und auch Neffe von Hans Delbrück. Luz Longs Urgroßvater Carl August Sebastian Long ist der erste Namensträger der Linie Long, ein Arzt in Friedland (Niederschlesien) und mutmaßlich uneheliches Kind einer Prinzessin von Sagan.
[Bearbeiten] Zitate
„It took a lot of courage for him to befriend me in front of Hitler. You can melt down all the medals and cups I have and they wouldn't be a plating on the 24-karat friendship I felt for Luz Long at that moment. Hitler must have gone crazy watching us embrace. The sad part of the story is I never saw Long again. He was killed in World War II.“
„Es brauchte sehr viel Mut, um sich vor den Augen Hitlers mit mir anzufreunden. Man könnte alle Medaillen und Pokale, die ich habe, einschmelzen, aber sie könnten die 24-Karat-Freundschaft, die ich in diesem Moment für Luz Long empfand, kein bisschen goldener machen. Hitler muss wohl wahnsinnig geworden sein, als er uns umarmen sah. Das Traurige an der Geschichte ist, dass ich Long nie mehr gesehen habe. Er wurde während des Zweiten Weltkriegs getötet.“
– Jesse Owens: über Luz Long[6]
[Bearbeiten] Veröffentlichungen
- Die Leitung und Aufsicht des Sports durch den Staat, Leipzig 1939. (Juristische Dissertation)
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Luz Long im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Dokumentation über Jesse Owens, die u.a. auch den Wettkampf mit Luz Long thematisiert
- Jesse Owens (USA) und sein Hauptkonkurrent Luz Long (Deutschland) in einer Pause des Weitsprungwettbewerbs
- Long und Owens auf der IOC-Seite über Athleten
- Geschichte von Owens und Long auf der IOC Seite (PDF; 5,0 MB)
- http://www.comune.mottasantanastasia.ct.it/personaggi-famosi/676-lutz-long.html (italienisch)
- Luz Long auf Sports-Reference.com (englisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ NPR: Was Jesse Owens' 1936 Long-Jump Story A Myth? (englisch).
- ↑ DNB: Die Leitung und Aufsicht des Sports durch den Staat : Eine entwicklungsgeschichtliche Darstellung.
- ↑ A. Augello, "Uccidi Gli Italiani", Ed. Mursia, Seite 174 - 176
- ↑ [1]
- ↑ [2]
- ↑ espn.go.com: Owens pierced a myth
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Long, Luz |
| ALTERNATIVNAMEN | Long, Lutz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Leichtathlet |
| GEBURTSDATUM | 27. April 1913 |
| GEBURTSORT | Leipzig |
| STERBEDATUM | 14. Juli 1943 |
| STERBEORT | Biscari, Italien |