Luz Long

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Siegerehrung im Weitsprung: Mitte Owens, links: Tajima, rechts: Long, den Hitlergruß entbietend

Carl Ludwig „Luz“ Long (* 27. April 1913 in Leipzig; † 14. Juli 1943 in Biscari, Sizilien) war ein deutscher Leichtathlet, der in den 1930er Jahren im Weitsprung erfolgreich war. Er war mehrfacher Deutscher Meister und gewann 1936 die olympische Silbermedaille im Weitsprung.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit, Schul- und Studienzeit[Bearbeiten]

Carl Ludwig Long war der Sohn des Besitzers der Leipziger Schwanen-Apotheke Carl Hermann Long (1875–1945) und seiner Ehefrau Johanna Long (1885–1976), geborene Hesse, Enkelin des Chirurgen Carl Thiersch und Urenkelin des Chemikers Justus von Liebig. Luz Long war Neffe von Adolf von Harnack und auch Neffe von Hans Delbrück. Luz Longs Urgroßvater Carl August Sebastian Long ist der erste Namensträger der Linie Long, ein Arzt in Friedland (Niederschlesien) und uneheliches Kind einer Prinzessin von Sagan. Luz Long hatte vier Geschwister: Elfriede Lewicki geb. Long (1910–1986), Charlotte Long (1911–2010), Sebastian Long (1914–1966) und Heinrich Long (1920–1940). Die Familie wohnte zunächst im Haus der Schwanen-Apotheke in der Reitzenhainer Straße 23, der heutigen Prager Straße. 1922 bezog die Familie das ausgebaute Sommerhaus der Familie auf der Russenstraße 24 in Probstheida als Dauerwohnsitz.

Die Alte Nikolaischule

Long besuchte von 1919 bis 1923 die Bauersche Privatschule. 1923 trat er zum Nikolai-Gymnasium über von wo aus er 1932 zum Friedrich-List-Realgymnasium wechselte. Im April 1934 legte er dort sein Abitur ab. Im Herbst des gleichen Jahres immatrikulierte er an der Juristenfakultät der Universität Leipzig. Dort legte Long im Januar 1938 sein Referendarexamen ab.

Long war seit 1937 Mitglied des NS-Studentenbundes. 1938 trat er der Sturmabteilung (SA) bei. In dieser paramilitärischen Organisation hatte er ab Juli 1937 den Rang eines SA-Rottenführers inne.

Seine Referendarzeit in den Jahren 1938/1939 verbrachte er am Amtsgericht in Zwenkau. Im Juni 1939 bestand Long sein Staatsexamen. Im Monat darauf promovierte er mit dem Thema „Die Leitung und Aufsicht des Sports durch den Staat. Eine entwicklungsgeschichtliche Darstellung“ zum Doktor der Rechte (Dr. jur.).[1]

Beruf und Militärdienst[Bearbeiten]

Das Arbeitsgericht Hamburg bei welchem Long bis 1941 tätig war

Long zog 1940 nach Hamburg, wo er am dortigen Arbeitsgericht tätig war. Am 1. April 1940 trat er unter der Mitgliedsnummer 8.051.702 der NSDAP bei. Im März 1941 legte er das Notexamen zum Assessor ab. Einen Monat später wurde er zur Wehrmacht einberufen und nach Wismar versetzt. Im Mai 1941 folgte seine Vereidigung und im Juli 1941 die Versetzung nach Berlin, wo er bei der Wehrmacht die Tätigkeit als Sportlehrer ausübte.

Tod[Bearbeiten]

Im April 1943 erhielt Long in Deep eine Schnellausbildung bei der Flakartillerie. Im Monat darauf befand er sich in einer Flakeinheit im Kriegseinsatz in Süditalien. Bei der Einnahme Siziliens im Rahmen der alliierten Operation Husky erhielt Long, der den Rang eines Obergefreiten hatte, während der Kämpfe um den Flugplatz von Santo Pietro bei Biscari einen Schuss in den Oberschenkel und musste beim deutschen Rückzug zurückgelassen werden. Er starb am 14. Juli 1943 infolge eines durch die Verwundung eingetretenen Wundstarrkrampfes.[2][3][4] Er wurde zunächst von den Amerikanern in Gela beerdigt und 1961[5] in die Kriegsgräberstätte Motta Sant’Anastasia auf Sizilien umgebettet.

Sportliche Karriere[Bearbeiten]

Long errang am 4. August 1936 bei den Olympischen Spielen im Weitsprung die Silbermedaille hinter Jesse Owens. Dieser – er galt nach seinem Vortagessieg im 100-Meter-Lauf bereits als einer der Stars dieser Spiele – hatte im Qualifikationswettkampf zwei ungültige Versuche und wäre mit einem dritten aus dem Wettkampf geschieden. Owens berichtete später, Long habe ihm für seine Anlaufeinteilung Hinweise gegeben, worauf er die erforderliche Mindestweite von 7,15 m gültig übertraf und sich für das Finale am Nachmittag qualifizierte. Der Wahrheitsgehalt dieser Anekdote ist zwar mittlerweile umstritten, sicher ist jedoch, dass sich beide Sportler während des Wettkampfes anfreundeten. Nach der Siegerehrung gingen beide untergehakt, Hand in Hand, auf die Zuschauerränge zu. Long, der am Ende mit 7,87 m Owens’ 8,06 m unterlag, geriet dadurch in die Aufmerksamkeit der Presse. Auch nach den Olympischen Spielen blieben Long und Owens in freundschaftlichem Kontakt.[6]

Der mehrmalige Deutsche Meister und Europarekordinhaber startete für den Leipziger SC. In seiner Wettkampfzeit wog er 72 kg, bei einer Größe von 1,84 m.

Persönliches[Bearbeiten]

Longs spätere Ehefrau Gisela, geborene Behrens lernte er in Hamburg kennen. Ihr Verlöbnis erfolgte am 22. März 1940. Am 4. Januar 1941 folgte die Eheschließung. Aus der gemeinsamen Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der erste Sohn Kai Long wurde am 13. November 1941 geboren und der zweite, Wolfgang Long, am 30. Mai 1943. Wolfgang Long starb noch im ersten Lebensjahr am 6. März 1944 in Leipzig.

Würdigungen[Bearbeiten]

In Leipzig wurde der Luz-Long-Weg in unmittelbarer Nachbarschaft der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig und des Kanu-Clubs und in München das Luz-Long-Ufer im Münchner Olympiapark nach ihm benannt.

Statistik[Bearbeiten]

Erfolge im Einzelnen:

Zitate[Bearbeiten]

“It took a lot of courage for him to befriend me in front of Hitler. You can melt down all the medals and cups I have and they wouldn't be a plating on the 24-karat friendship I felt for Luz Long at that moment. Hitler must have gone crazy watching us embrace. The sad part of the story is I never saw Long again. He was killed in World War II.”

„Es brauchte sehr viel Mut, um sich vor den Augen Hitlers mit mir anzufreunden. Man könnte alle Medaillen und Pokale, die ich habe, einschmelzen, aber sie könnten die 24-Karat-Freundschaft, die ich in diesem Moment für Luz Long empfand, kein bisschen goldener machen. Hitler muss wohl wahnsinnig geworden sein, als er uns umarmen sah. Das Traurige an der Geschichte ist, dass ich Long nie mehr gesehen habe. Er wurde während des Zweiten Weltkriegs getötet.“

Jesse Owens: über Luz Long[7]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Die Leitung und Aufsicht des Sports durch den Staat, Leipzig 1939. (Juristische Dissertation)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DNB: Die Leitung und Aufsicht des Sports durch den Staat: Eine entwicklungsgeschichtliche Darstellung.
  2. Volker Kluge: Von Herbert Runge bis Rudolf Harbig – 1913 war ein guter olympischer Jahrgang in Journal des Olympia- und Sport-Philatelisten-Club Berlin Nr. 2/2003, S. 49.
  3. A. Augello, "Uccidi Gli Italiani", Ed. Mursia, S. 174–176
  4. [1]
  5. [2]
  6. NPR: Was Jesse Owens' 1936 Long-Jump Story A Myth? (englisch).
  7. espn.go.com: Owens pierced a myth